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0. Prolog: Kunstunterricht

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Es sind nicht irgendwelche Albträume. Um mich herum sind bizarre Wesen und Gegenstände. Eine krumme Vorstellung aus meinem Kopf, in meiner Realität.
Mein Psychologe gaukelt mir immer das selbe vor:
Es ist nicht echt, ich verarbeite scheinbar immer noch - nach 8 Jahren - den Tod meiner Mutter.

Aber ich weiß nicht ob es wirklich das ist, was ich verarbeite.

Seit ich aber nicht mehr zu meinem Psychologen gehen kann merke ich, wie hilfreich es war darüber zu reden.

Obwohl er nie richtig zuhört.

Obwohl er es nur wegen dem Geld macht.

Und obwohl er nur nickend da sitzt und etwas auf seinem Blatt herumkritzelt, während er auf dem Bürostuhl schaukelt.
Mein Vater hält mich für normal. Aber ich lasse ihn auch unwissend. Abgesehen von meinen Terminen, hält er mich für einen gewöhnlichen Schüler, mit mittelmäßigen Noten, der schon irgendwie das Abitur bestehen wird.
Er denkt nun mal, ich würde nur zu meinen Terminen hingehen, damit ich meine Mutter weniger vermisse.

Ab und an hat mein Vater sogar eine Frau angeschleppt.
Für einige Monate lebten sie dann zusammen, es hat aber nie lange gehalten. Ich könnte auch meinen, manche hätten Angst vor mir.
Selbst nach einigen Umzügen, fühle ich nämlich noch die Präsenz meiner Mutter.

Ich wusste nicht, dass es mehr von meiner Sorte gibt.
Endlich hat es jemand geschafft, mich von all meinen Problemen wegzubingen.
Aber das ist eine Illusion.

Egal wo ich bin, ich höre nur Lügen.

Vor allem in den ersten Nächten war ich überrascht, wie ruhig ich eigentlich schlafen konnte. Doch nach langer Zeit habe ich endlich wieder begriffen, dass
es hier niemals um mich ging, sondern nur um meine Ängste.

Egal wie oft sie es versuchen, man kann diese nicht einfach vergessen oder abstellen.

Doch irgendwann wird es besser.

~~~

Man hört die leisen Schritte im Gang.

Nach der achten Stunde ist nicht mehr viel los in der Schule, die Flure sind fast leer.
Eine Putzfrau wirft mir einen genervten Blick zu und ringt gerade einen Lappen über einem Eimer aus. Schweigend laufe ich an ihr vorbei zum nächsten Klassenzimmer, den Blick auf den Boden gesenkt.

Noch zwei weitere Schulstunden, dann bin ich endlich befreit.

Dieses Schulgebäude ist alt, meine Schritte hallen auf dem Steinboden. Hohe Fenster sollten dafür sorgen, dass es auch ohne Lampen in dem Gebäude hell ist, doch draußen schweben dunkle Wolken am Himmel, die die Atmosphäre in dem Gebäude ebenfalls düster wirken lassen.

Die meisten Schüler sitzen schon an ihren Plätzen. Als ich mich an meinen Platz setze, versuche ich so gut wie möglich den Augenkontakt von den anderen Mitschülern in diesem Kurs zu vermeiden. Möglichts alles hinter mich bringen, ohne mit irgendjemandem Reden zu müssen.

Plötzlich wirft jemand eine Papierkugel gegen meine Schulter.

Diese landet vor mir auf dem Tisch, ich hebe leicht meinen Blick und schaue mich flüchtig im Raum um.
Verwundert nehme ich das Papier in die Hand und betrachte es, normales Karopapier, mit ein paar Matheaufgaben und einem Text drauf, den ich so nicht ganz entziffern kann.

Mein Blick bleibt bei zwei Mädchen stehen, die mich kichernd anschauen.

"Ließ was drauf steht!", kichert das rechte Mädchen mit den kurzen Haaren.

Ihr Grinsen geht mir auf die Nerven.

Ich werfe meine Schultasche an den Tisch und stehe auf, das Papier in der Hand und auf die Mädchen zukommend. Ich wurde nicht gemobbt, aber als Außenseiter kommen die Leute trotzdem auf die seltsamsten Ideen, wenn sie nichts zu tun haben.
Die Linke von ihnen schaut mich nun nervös an, während die andere ganz wild an ihrem Arm herumzerrt und mich erwartungsvoll anschaut.

Ich laufe an den beiden wortlos vorbei.

Werfe das zusammengeknüllte Papier in den Papiereimer.

"Du solltest das mit dem Werfen noch mal üben, der Mülleimer steht in der anderen Richtung."

Ich warte auf den Gegenkonter, sowas wie: Ne, ich hab den Mülleimer genau getroffen. Doch die eine atmet nun erleichtert aus, die Andere scheint es nicht dabei belassen zu können.
"Sag mal, was fällt dir eigentlich ein?!", fragt sie mich und hält mich an der Schulter fest. Ich drehe mich zu ihr um und schaue sie fragend an.

"Was mir einfällt?", frage ich und schlage ihre Hand von meiner Schulter, "Ich muss mir doch nicht von jemanden den ich nicht kenne alles gefallen lassen?!" Es klingt zwar ironisch, aber ich meine es eigentlich ernst. Ich kenne diese Klassenkameradin nicht. Innerhalb von Sekunden bin ich schon unfassbar genervt und das, weil Leute mich mit Zeug bewerfen.

"Was?", entgegnet sie nun schockiert und ihre Freundin neben dran richtet unruhig ihre Hochsteckfrisur.
"Lass es gut sein", versucht sie auf ihre Freundin einzureden, doch diese schüttelt energisch den Kopf.
"Ich habe echt keine Ahnung was das soll. Kann ich gehen?", entgegne ich und setze mich eigentlich schon in Bewegung.
Das Mädchen öffnet ungläubig den Mund und lässt ihren Arm endlich sinken. "Wir sind seit Jahren auf dieser Schule?! Ich dachte-", stockt sie, während sie ihre Freundin anblickt, bevor sie von einem strengen Blick unterbrochen wird.
"Das ist ein Missverständnis! Wir wollten nur-", sie wird erneut unterbrochen, diesmal mit einem leichten Schlag auf die Schulter von ihrer Freundin.

Pünktlich gongt es zum Unterricht.

Geschockt, scheinbar von mir und der Reaktion ihrer besten Freundin, lässt sie sich an ihren Sitzplatz zerren.

Schnell lasse ich mich auf meinen eigenen Platz sinken, als der Lehrer auf das Pult zugeht.

Ich spüre immer wieder den Blick der beiden Mädchen auf mir, obwohl sie sich immer wieder dafür zu mir Umdrehen müssten, da ich mir einen Platz weit hinten ausgesucht habe.
Es ist ja auch nicht so, als würden beide aufgeregt tuscheln.
Womöglich ist ihnen einfach der Gossip vom Pausenhof ausgegangen, und ich, als Schulgriesgram des Gymnasiums, bin wohl wieder der perfekte Gesprächsstoff.

Dieser Kunstkurs besteht nur aus Verrückten.

Ich folge dem Unterricht mit nur einem Ohr, ich kann sowieso nicht zeichnen.

Wir sollen irgendein Bild im expressionistischen Stil zeichnen,
es sind nur Formen und Striche, skurrile Farben durcheinander angeordnet und ohne bestimmten Sinn. Jedes Mal wenn ich im Kunstunterricht sitze und wir vom Lehrer ein neues Thema vorgestellt bekommen, frage ich mich, ob wir es nicht schon letztes Jahr hatten.

Moderne Kunst.

Man sagt, dieser Stil drückt Gefühle, Emotionen und Töne aus.
All das, was wir nun mal eigentlich nicht Sehen und demnach nicht Zeichnen können sollten.

Aber was sagen dann die Kreise und Striche aus, die ich unordentlich auf meinen Block gekritzelt habe?

~~~

Mein Vater ist nicht zu Hause. Ich sehe ihn nur früh oder an seinen freien Tagen.
Er behauptet er würde Arbeiten, aber wo er sich die ganze Nacht nach seiner Arbeit herumtreibt, will ich eigentlich nicht wissen.
Er hat den Tod meiner Mutter am schnellsten verkraftet, weil sie sowieso kurz davor waren sich zu Scheiden.
Somit war es letztendlich nur dieser eine Vorfall, der ihm nicht das Sorgerecht entzogen hat.

Ich ziehe die Jalousien hoch und lasse meinen Blick durch das unordentliche Zimmer schweifen.

Auf der getupften Tapete hängen Poster.
Alles Lieblingsbands von meiner Mutter, dabei kenne ich weder die Bands, noch ihre Musik.

Irgendwie bringe ich es nicht übers Herz, mir die die Lieblingsmusik meiner Mutter anzuhören.

Selbst wenn ich stundenlang in meinem Bett liege und mir diese merkwürdigen Poster anschaue...

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Willkommen bei Hell0 Freak. Diese Geschichte ist eine komplette neuinterpretation von einer Wattpadgeschichte, die ich mit 13 geschrieben habe... Uff also ist es auch dementsprechend peinlich. Viele Jahre später konnte ich eine richtige Geschichte draus machen, mit beinahe 70 000 Wörtern. Ich freue mich auf Feedback oder Theorien zu der Story :) Die Geschichte ist fertig. Aber ich habe sie nie komplett veröffentlicht, jetzt korrigiere ich Sachen um die Story angenehmer zum Lesen zu machen... Also gebt dem ganzen eine Chance, auch wenn es nicht sofort spannend wird^^" Ich update jeden zweiten oder dritten Tag :) Viel Spaß beim Lesen.
Katighostie

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