...Erschöpft zog Lars sich durch die dunkle Gasse der scheinbar schlafenden Stadt. Die Luft war kalt, sein ganzer Körper froh. Es fiel ihm schwer seinen zitternden Körper aufrecht zu halten. Jeder Schritt wirkte wie ein Kampf. Seine Hände krampften und sein Herz schlug wie nach einem Marathon. Er war süchtig. Seine Gedanken waren kontrolliert von der Sucht. Nichts war von Bedeutung. Die Welt um ihn herum blendete er aus. Alles war nun zählt war, das dass Silver Thunder in seinen Körper kommt.
Er kannte das Prozedere. Ähnlich wie bei anderen Drogen spritzt man sich die silberne Flüssigkeit. Duzende male hat er dies schon getan. Vor zwei Jahren, als er 16 Jahre alt war, hatte er es das erste mal probiert. Manchmal verfluchte er diesen Tag. Doch der Rausch ist unbeschreiblich. Dir wird erst ganz warm, dann entspannen sich deine Muskeln und dein Körper fährt komplett herunter. Schon der Gedanke daran lässt Schweiß seine Stirn hinunter laufen. Es war ihm egal, was die anderen von seiner Sucht hielten. Sie hatten doch keine Ahnung wie es sich anfühlt. Und überhaupt, wen interessiert es schon? Er ist doch nichts weiter als ein Heimkind. Niemand wollte ihn, nicht einmal seine Eltern. Zumindest war es das was Lars sich jeden Tag eingeredet hatte. Durch seine Sucht verlor er seine Freunde, welche er zuvor stehts als seine Familie bezeichnet hatte. Auch seine Noten in der Schule fielen stark ab, so das er nicht einmal einen Abschluss bekam.
Doch all das war jetzt nicht von Bedeutung. Alles war gerade zählt war das Befriedigen seines Verlangens. Sein ganzer Körper schreit nach dem nächsten Schuss. Er nimmt die Ampule aus seiner Jackentasche und lächelt. Silver Thunder, eine relativ neue Droge, welche vor ein paar Jahren einfach in der Stadt auftauchte. Der Name war einfach zu erklären. Die Flüssigkeit war Silber und manchmal, besonders beim ersten Rausch, kann es passieren, dass man ein dumpfes Donnern hört. Wieso konnte sich Lars nicht erklären, es war ihm auch egal.
Normalerweise würde er sich den Arm abbinden, doch dafür ist keine Zeit. Seine Hände zittern. Er braucht es jetzt! Genau jetzt!
Er drückte es sich in den Arm und sein Körper fing schlagartig an zu Entspannen. Die Krämpfe lösten sich, während er an der Hauswand langsam hinuntersackte. All die negativen Emotionen und Gefühle lösten sich in Luft auf. Es war fast wie als würde er schlafen.
"...Fass mich nicht an!" rief die Stimme eines Mädchens laut.
Lars seine Augen schauten zu ihr, doch er dachte nicht einmal daran sich zu bewegen.
"Hilfe! Nein!" brüllte sie in Angst, als sie durch die Gasse rannte. Auf einmal fiel sie zu Boden. Sie lag vielleicht zwei Schritte von dem Jungen entfernt. Hilfesuchend schaute sie zu ihm hinüber.
"Du! Tue was! Rufe die Polizei!" schrie sie ihn an, doch Lars reagierte nicht. Er grinste sie lediglich an. Ihre Worte erreichten nicht einmal sein Gehirn.
Er saß einfach da und reagierte nicht. Auch nicht als das Mädchen an den Haaren von ihm weg gezogen wurde, auch nicht als die große Person auf sie einsticht, auch nicht als die Schreie verstummten. Nicht einmal als die Person sich zu ihm drehte reagierte er.
"Junkies..." sagte die Männliche Stimme abwertend und verließ den Ort des Geschehens. Lars schloss die Augen und schlief. Endlich Ruhe... Endlich Frieden...
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Spurlos verschwunden
Mystery / ThrillerZwei Jahre sind vergangen, seit dem Kommissar James Miller gemeinsam mit seinem Kollegen Sven und dem Mitschüler Niklas den längst Tod geglaubten Paul aus der Gefangenschaft von Kai Winter gerettet haben. Von hier an ging es für alle in unterschiedl...
