„Ludger jetzt beeil dich doch mal! Sonst verpassen wir das Aufblühen der Mondlilien. Und du weißt doch wie sehr ich das liebe!", rief das junge Mädchen ihrem Bruder zu und lief weiter voraus, während dieser ihr etwas langsamer und lachend folgte. „Jetzt entspann dich, Sayo. Die Blumen laufen dir doch nicht weg." „Mir egal. Ich will das nicht verpassen. Es passiert nicht gerade oft das die Mondlilien in einer Vollmondnacht und an meinem Geburtstag blühen. Also beweg dein hintern." „Ich eile ja schon." lachte ihr Bruder und lief tatsächlich schneller. Am Blumenfeld angekommen, kletterten beide auf einem Baum der am Rand des Feldes stand und setzten sich dort auf einem Ast von dem man eine gute Aussicht über das ganze Feld hatte. Gespannt sah Sayo auf die Blumen und konnte es kaum abwarten das sie endlich aufblühten. Und dann war es endlich soweit. Der Mond hatte seinen höchsten Punkt am Himmel erreicht und genau im gleichen Moment erblühten die Mondlilien und durch das Mondlicht wirkte es als ob die Blumen ebenfalls leuchten würden. Verzaubert von den Anblick sah Sayo zu ihren Lieblingsblumen und es schien als ob ihre Augen mit den Blumen um die Wette leuchteten. Ihr Bruder sah lächelnd zu seiner kleinen Schwester bevor er sein Blick wieder auf das Feld richtete. Nach einer Weile sprangen beide vom Baum runter und machten sich auf den Heimweg. Doch auf der Hälfte des Rückweges hielt Ludger seine kleine Schwester zurück und sah ernst in die Ferne. „Was ist los?", fragte sie und sah verwirrt zu ihm ihrem Bruder. „Das Dorf wird angegriffen...", sagte er ernst und bückte sich dann zu mir runter. „Sayo...hör mir jetzt genau zu. Lauf weg, so schnell du kannst. Und sieh nicht zurück. Niemand, der ein Feind ist, darf dich und deine Fähigkeiten in die Finger bekommen. Hörst du?" „Ähm ja das weiß ich doch. Aber..." „Kein aber. Lauf! Ich komme nach sobald das Dorf wieder sicher ist. Ich werde dich finden, egal wo du bist. Und jetzt geh!" Noch immer verwirrt lief Sayo los und drehte sich um ihr Bruder war jetzt in einiger Entfernung in einen Kampf verwickelt und einige der Angreifer lösten sich und liefen auf sie zu. Mit schweren Herzen drehte sie sich um und lief so schnell sie konnte in den Wald um ihre Verfolger abzuschütteln. Und irgendwo tief in ihrem inneren wusste sie schon, das sie weder ihren Bruder, ihre Eltern, ihre Freunde oder die Dorfbewohner wiedersehen wird. Und ihr liefen die Tränen übers Gesicht während sie weiter durch den Wald lief ohne zu wissen das sie ihre Verfolger schon längst abgeschüttelt hatte. Irgendwann brach sie dann vor Erschöpfung zusammen und verlor ihr Bewusstsein.
