„Hallo, Mommy."
Die neunjährige Lizzy schlang die Arme um ihre Mutter, kaum dass Hayley sich zu ihr herunterbeugte. Der vertraute Duft ihres Parfums ließ Lizzys Schulstress sofort verblassen.
„Hallo, Süße." Hayley strich ihr sanft über die Haare und öffnete die Beifahrertür. „Wie war die Schule?"
Lizzy seufzte, rutschte auf den Sitz und schnallte sich an.
„Naja etwas langweilig. Es kommt mir so vor, als ob es noch einfacher ist als vorher."
Hayley lachte, ein ehrlicher Klang, der die stickige Luft im Auto für einen Moment heller wirken ließ. Sie wuschelte ihr durch die blonden Locken.
„Liebling, du hast schon drei Klassen übersprungen."
„Und ich glaub immer noch, dass es nicht genug war..." murmelte Lizzy und ließ den Blick aus dem Fenster gleiten.
Hayley startete den Motor. Die Straße vor ihnen wirkte ruhig, friedlich, im völligen Gegensatz zu den Gedanken, die sich schwer in ihrer Brust sammelten.
Lizzy war mit fünf eingeschult worden. Die Lehrer hatten schnell gemerkt, dass ihr Kopf schneller arbeitete als der ihrer Mitschüler. Sie hatte die zweite, dritte und vierte Klasse ausgelassen und war mit neun bereits im letzten Jahr der Middle School.
Natürlich spielte ihr Stark-Gen eine Rolle. Aber der Großteil ihres Wissens kam aus Büchern, die sie verschlang, als wären sie Sauerstoff.
Hayley wusste genau, von wem dieses brillante Hirn stammte. Und sie wusste ebenso, dass Lizzy ihn vermutlich nie kennenlernen würde. Er wusste nicht einmal, dass es sie gab.
Ein Stich von Schuld wanderte über Hayleys Gesicht. Ihre Finger krampften sich um das Lenkrad. Es war egoistisch von ihr, Lizzy von ihrem Vater fernzuhalten. Aber so war es am besten für sie.
Plötzlich ruckte das Auto brutal. Hayley trat so abrupt auf die Bremse, dass Lizzy in den Sitz zurückgeschleudert wurde.
„M-Mom?" Lizzys Atem stockte.
Hayleys Blick war nach vorne gerichtet, starr, dunkel, voller purer Panik. Lizzy folgte ihrem Blick. Ein Mann stand mitten auf der Straße. Schwarz gekleidet. Kapuze tief im Gesicht. Eine Waffe in der Hand.
Und ein metallischer Arm, der im Abendlicht kalt schimmerte.
„Mom?" Lizzys Stimme zitterte. „Wer... ist das?"
Hayley antwortete nicht. Ihre Augen klebten an dem Mann, als würde sie sich selbst daran hindern müssen, zu versteinern.
„Lizzy," flüsterte sie schließlich. „Bleib im Auto...ich werde versuchen, ihn loszuwerden. Und wenn es gefährlich wird... renn. Hörst du mich? Renn und schau nicht zurück."
Bevor Lizzy protestieren konnte, öffnete Hayley die Tür. Der Mann hob sofort die Waffe. Lizzy schloss für einen Sekundenbruchteil die Augen, dann zwang sie sich dazu, wieder hinzusehen.
Ihre Mutter stand wie verankert auf dem Asphalt, die Schultern angespannt. Sie redeten. Nein...sie stritten leise, heftig.
Lizzy verstand kein Wort, aber sie spürte die Spannung wie Strom in der Luft. Und dann... zog Hayley eine Waffe. Aus dem Hosenbund, schnell und geübt.
Lizzy starrte. Mom hat eine Waffe? Seit wann? Und... wie kann ich auch eine bekommen?
Der Gedanke war absurd, aber er raste trotzdem durch ihren Kopf. Der Mann zeigte plötzlich auf Liz. Hayleys Blick schoss zu ihr, voller Wut, Angst und Panik.
Dieser winzige Moment reichte aus, damit er nach vorne stürmen konnte.
Doch Hayley war schneller.
Sie riss den Arm hoch, blockte seinen Schlag, duckte sich unter seinem zweiten Angriff hinweg und konterte mit einem kräftigen Tritt gegen seine Rippen. Der Mann verlor kurz das Gleichgewicht, stolperte einen Schritt zurück.
Lizzy riss erschrocken die Augen auf. Sie hatte Hayley noch nie so gesehen...so präzise, kraftvoll und absolut fokussiert.
Der Mann griff erneut an, diesmal mit einer Geschwindigkeit, die unmenschlich wirkte. Hayley wich zur Seite aus, packte seinen metallenen Arm und nutzte sein eigenes Gewicht, um ihn herumzuschleudern. Er landete hart auf dem Asphalt.
„Mom...?" hauchte Lizzy, unfähig, sich zu bewegen.
Hayleys Brust hob und senkte sich schnell. Sie hielt den Blick fest auf den Angreifer gerichtet.
„Lizzy, renn!" rief sie, diesmal schärfer, panischer. Der Mann kam wieder hoch, als hätte ihn der Wurf kaum verletzt. Seine Augen waren leer, emotionslos, eisig.
Hayley griff erneut an. Ein Schlagaustausch folgte, kurz und brutal. Metall prallte gegen Haut. Schläge hallten durch die Straße.
Lizzy bemerkte, dass ihre Mutter immer schneller atmete, dass jeder Block schwerer wurde. Und schließlich erwischte er sie.
Sein metallener Arm schnellte hervor, packte sie am Oberarm, drehte sie mit übermenschlicher Kraft herum und drückte sie gegen das Auto. Der Schlag raubte ihr für einen Moment die Luft.
Hayley kämpfte weiter...Ellenbogen, Kniestoß, Tritt. Doch es war, als würde sie gegen eine Wand schlagen. Der Griff an ihrem Arm wanderte nach oben zu ihrem Hals.
Nicht sofort würgend, sondern kontrolliert, fest, unbarmherzig.
„Mom!" schrie Lizzy.
Hayley presste die Zähne zusammen. Sie versuchte, seinen Arm wegzudrücken, aber Metall gab nicht nach. Sie stemmte sich mit aller Kraft dagegen, doch er hob sie langsam an. Nicht, weil sie schwach war, sondern weil er stärker war. Viel stärker.
„Lizzy-" keuchte sie. „Renn. Jetzt."
Und erst hier in diesem Moment wusste Lizzy, dass ihre Mutter nicht einfach eine normale Person war.
Zögernd, die Beine wie aus Gummi, setzte Lizzy sich in Bewegung. Der Mann blickte ihr nach. Diese kalten, ausdruckslosen Augen ließen ihr das Blut gefrieren.
Sie rannte. Doch sie drehte sich immer wieder um. Sie konnte die Worte ihrer Mutter hören, abgehackt, panisch. Und dann sagte Hayley etwas, das Lizzy abrupt stehen bleiben ließ.
„Du wirst sie niemals kriegen."
Ein lauter Knall.
Ein Schuss, der die Welt in zwei Hälften riss.
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Her smile - Tony Starks daughter
FanfictionEr hätte niemals gedacht, dass ihm etwas so sehr bedeuten kann. Ab dem ersten Blick hatte sie ihn in ihren Bann gezogen. Das kleine, süße, intelligente Mädchen ist sein ganzes Leben. Ihr gehört sein Herz. |Buch 1 der Lizzy Stark Reihe| |basiert auf...
