Während ich so aus dem Fenster der Passagiermaschine blicke und dabei beobachte wie die Sonne ganz langsam über den Wolken aufgeht, wird mir mulmig im Bauch zumute.
Ob ich die richtige Entscheidung getroffen habe? Noch kann ich das nicht beurteilen, aber ich hoffe es einfach. Auszuwandern ist ein riesiger Schritt und wenn ich einmal ehrlich zu mir selbst bin, hätte ich niemals gedacht, dass ich das je tun würde.
Ich liebe London. Keine andere Stadt hat diesen Flair, den Style und einfach diese Mentalität. Aber ich werde versuchen ein neues Zuhause zu finden.
Das Flugzeug würde in wenigen Minuten auf dem Logan International Airport in Boston landen.
Dann hätte ich alles zurückgelassen. Meine Freunde und Familie. Vor allem meine Brüder. Insgesamt habe ich drei Stück. Sie sind alle ziemlich verschieden. Sie würde ich wohl am meisten vermissen, obwohl ich es gewohnt bin sie monatelang nicht zu sehen.
Wir kommen aus einer Militärfamilie. Jeder Mann in unserer Familie ist dem Militär beigetreten, so auch alle meine Brüder. Deswegen bekomme ich sie tatsächlich nur selten zu Gesicht. Alle paar Monate, wenn es gut lief. Und da macht man sich schon viele Gedanken, da vieles passieren kann. Auch wenn man andauernd telefonieren oder sich Briefe schreiben kann.
Bis auf David, der auf dem Londoner Stützpunkt arbeitet und an den Wochenenden nachhause kommt. Ein wahrer Glückspilz.
Nachdem ich eine gefühlte Ewigkeit gebraucht habe um meine beiden Koffer vom Gepäckband zu fischen, betrete ich jetzt, vollgepackt, die kühle Luft von Boston.
Ich kann das Meer förmlich riechen und das Salz schon fast schmecken. Fast wie zuhause. Nur war der Salzgeruch dort nicht so ausgeprägt wie hier.
In diesen frühen Morgenstunden liegt noch ein dicker Nebelschleier auf den Straßen und ich hoffe, dass ich mich irgendwie hier zurechtfinden werde.
Ich bin nach Boston gekommen um einen neuen Job anzutreten. In einem meiner Traumberufe, wenn ich ehrlich bin.
Ich bin gerne Assistentin. Vor allem werde ich gerne gefordert und ich bin mir sicher, dass ich es dort werde.
Langsam schlendere ich auf dem Fußgängerweg entlang. Jeweils einen Griff eines Koffers in der Hand, welche ich klappernd hinter mir herziehe.
Boston sieht schön aus. Mir könnte es hier tatsächlich gefallen.
Na ja, falls ich hier Anschluss finden sollte. Freunde finden ist für mich nicht leicht, da ich privat ziemlich schüchtern bin, vor allem fremden Menschen gegenüber.
Ich sehe hoch in den Himmel und beobachte leicht lächelnd, wie die Morgensonne die ganze Stadt jetzt in ein knalliges orange taucht. Langsam beginnt die Stadt zu leben. Ein gutes Zeichen. Dann könnte ich direkt an meinen neuen Arbeitsplatz fahren und dort die Schlüssel zu meiner Wohnung abholen, die sie mir freundlicherweise besorgt haben.
Aber für Shaw Enterprise ist das eigentlich ein Kinderspiel.
Shaw Enterprise ist eines der führenden Unternehmen an der Ostküste der USA. Sie investieren in Grundstücke und Gebäude. Verwalten, vermieten und verkaufen diese unter anderem.
Zu Shaw Enterprise gehören mehrere Unterfirmen. Baufirmen, Architektenbüros, Anwaltskanzleien und wer weiß was sonst noch.
Die ganze Firma ist überall auf der Welt verteilt, ihren Hauptsitz haben sie allerdings hier in Boston, Massachusetts.
Ich wusste das auch nicht, dachte vorher sie wären in New York City. Aber da der Gründer und seine Familie hier in Boston leben, liegt es eigentlich auch ziemlich nahe.
Diesen Job habe ich nur bekommen, da sie die Führungsposition gewechselt haben. William Shaw ist in Rente gegangen und hat seiner Tochter Emilia die Firma hinterlassen.
Ich hatte noch kein persönliches Gespräch mit ihr, sondern habe nur ein kurzes Telefonat mit ihr geführt. Sie klingt nett, aber wenn ich ehrlich bin, habe ich auch eine Heiden Angst.
Nicht per se vor ihr, sondern vor der Geschäftsfrau. Sie ist zielstrebig und ehrgeizig und weiß wie sie bekommt was sie will und das obwohl sie nur einige Jahre älter ist als ich.
Ich bin wirklich beeindruckt von ihr, aber auch eingeschüchtert. Sie hat schon viel in ihrem Leben erreicht. Hat in Harvard Jura und Wirtschaft studiert, ist aber nach ihrem Abschluss zur Staatsanwaltschaft gegangen und hat dort bis heute eine sehr gute Quote. Sie ist eine ausgezeichnete Anwältin. Aber jetzt ist sie der CEO eine Milliarde schweren Firma und leitet diese und das mit gerade einmal dreißig Jahren. Beeindruckend. Und ich bin Assistentin.
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The beginning of a new life
RomanceBoston. Eine Stadt der Vielfalt. Für sie ist es eine fremde Stadt in einem fremden Land. Alles ist neu. Ihr Job, der ihr Möglichkeiten bringt aber auch viele neue und alte Probleme. Für ihn ist es seine Heimat. Ein Soldat mit schwerer Vergangenhei...
