Das Mädchen von gestern Nacht

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Ich bin aufgewacht, neben ihm. Patrick. Ich frage mich erstmal, wo ich bin. Stimmt ja! Auf dem sleepover! Wir alle liegen verstreut auf dem Boden. Wo ist Chloe? Suchend blicke ich mich im Raum um. Alle schlafen, stelle ich fest. Ich beschließe dem Mädchen von gestern Nacht zu schreiben. Wo bist du? Bin oben in einem Gästezimmer, komme hier nicht raus. Zu viel Menschen. Da stelle sich mir eine Frage: woher hab ich ihre Nummer? Aber ich werde abgelenkt:  Chloe steht winkend im Türrahmen. „Max! Hast du etwa was mit Patti?" flüstert schreiend. Ich werde sofort rot. Sie weiß dass ich auf ihn stehe? „Nein! Rede nicht so ein Quatsch!", flüstere ich aufgeregt, während ich aufstehe und gucke wie ich zu ihr gelangen kann. „Trete da hin!", flüstert sie und weißt mich auf einen freien Fleck zwischen zwei Typen hin. Ich nehme Schwung und mache einen kleinen Hüpfer. Riskant aber wirksam. Jetzt fehlen noch zwei Hüpfer und ich bin bei ihr. „Da!", sagt sie und hält sich im nächsten Moment den Mund zu, weil sie nicht geflüstert hat. Ich springe wieder zu einem freien Fleck. Diesmal zwischen roten Bechern, einer von denen ist bestimmt auch von mir. Jetzt öffnet Chloe ihre Arme und bedeutend mir zu ihr zu kommen. Also hüpfe ich in ihre Arme, wir taumeln kichernd zurück und sie sagt „Pass bloß auf! Sonst stempeln sie uns nachher noch als lesbisch ab.", jetzt müssen wir noch mehr lachen. Ich bin froh, dass Patti sie mir gestern vorgestellt hat. „Ich hab Durst, lass uns Wasser besorgen gehen.", sage ich und helfe ihr hoch. Ich kann mich kaum an gestern Nacht erinnern. Ich trinke sonst eigentlich nicht, aber diesmal hat der Alk wohl überhand genommen. Chloe und ich gehen in die Küche, um mir ein Wasser zu besorgen. Ständig müssen wir schlafenden Menschen ausweichen, die überall auf dem Boden liegen. Nachdem ich mein Wasser bekommen habe, fragt sie „Gehen wir zu mir? Meine Eltern sind weg und hier wird es ganz sicher uninteressant.". Warum nicht? Sie ist nett, außerdem vertrauenswürdig und eine gute Freundin von Patti. „Klar. Wenn das ok ist...?", sie lacht. „Nein, Maxine! Es ist nicht ok! Ich habe ja nicht gerade gefragt, ob du Lust hast!", jetzt muss ich lachen.

Als wir in ihrem Auto, auf dem Weg zu ihr nach Hause, sitzen frage ich sie „Haben deine Tattoos  eigentlich eine Bedeutung?". „Wieso fragt das jeder? Jeder fragt entweder warum ich meine Haare färbe oder ob meine Tattoos irgendwelche Bedeutungen haben. Gibt es nichts interessanteres an mir?", sie lacht schwach. Habe ich sie verletzt? Das war nicht meine Absicht. „Nein! So war das nicht gemeint! Ich mag dich, du bist interessant, Chloe! Ich finde die Tattoos und deine blauen Haare nur sehr schön. Ich wollte dich nicht verletzen, tut mir Leid.", versuche ich mich zu erklären. „Ist schon ok. Ich mag dich auch, Max.", jetzt lächelt sie.

„Boah! Dein Haus ist riesig!" staune ich, als wir aus ihrem Auto aussteigen. „Jap! Meine Eltern haben Kohle." prahlt sie ein Bisschen. Ihr Zimmer, in welches sie mich direkt hinein zieht, ist relativ klein (wenn auch größer als meins) und ziemlich messy. Überall liegen Klamotten und Müll rum, aber das stört mich erstaunlicherweise nicht wirklich. „Fühl dich wie zuhause." meint Chloe während sie sich rücklings auf das große Bett fallen lässt. Sie zieht eine Packung Zigaretten unter ihrem Bett hervor, nimmt sich eine und hält mir die Packung fragend hin. Ich nehme nickend eine und lasse sie mir anzünden. „Meine Mutter würde ausrasten, wenn sie wüsste dass ich rauche! Auch wenn ich es nur gelegentlich mache." sage ich lachend und nehme einen Zug. Sie lächelt, „Kenn ich. Meine Mom hat zwar irgendwie nichts dagegen, aber sie hassen es wenn ich andere mit rein ziehe!". Ich glaube Schritte im Flur zu hören und im nächsten Moment springt Chloe auf. „Fuck!", sie zieht mir die Kippe aus dem Mund, schmeißt sie mit ihrer auf den Boden und tritt drauf. Was ist denn jetzt los? Im nächsten Moment geht die Tür auf, ein Polizist kommt rein. Fuck! Die Polizei?! „Chloe! Warum riecht es hier schon wieder nach Rauch und wer ist dieses Mädchen?", ich atme kurz auf. Es ist jemand den sie kennt. Ihr Vater? „Reg dich ab Christian! Nur ich hab geraucht. Das ist Max und jetzt verpiss dich!" gibt Chloe gereizt zurück. Christian? Niemand nennt seinen Vater beim Namen. Wer ist er? Ihr Onkel oder so? „Max? Maxine oder was? Ich glaube du solltest gehen." meint Christian. Ich hasse ihn jetzt schon. „Ich glaube nicht das du ihr was zu sagen hast!", Chloe tritt vor mich, „Chloe! Du bist verdorben genug! Zieh nicht noch sie mit rein!". Für wen hält er sich?? „Ähm.. Entschuldigung? Mir gefällt es bei Chloe und sie müssen sich wirklich keine Sorgen um mich machen. Mir gehts gut, ich bleibe bei Chloe. Wenn wir gehen sollen, dann sagen sie das, dann kommt sie mit zu mir." mische ich mit. Er stöhnt auf und geht mit bösem Blick.

Chloe setzt sich auf ihren Schreibtisch rollt mit den Augen. „Sorry. Christian ist mein Stiefvater, unausstehlich und muss sich in alles einmischen." entschuldigt sie ihn. Da fällt mir was ein! Scheisse! „Kein Problem. Aber scheiße! Wie spät ist es?", sie guckt ein bisschen verwirrt aber sagt dann „16 Uhr. Warum?". Fuck, fuck, fuck! „FUCK! Ich sollte gestern um zwei zurück sein! Meine Mom bringt mich um! Fährst du mich?" frage ich mit flehendem Blick. Sie grinst, „Klar!".

Zum Abschied umarme ich Chloe und springe dann aus dem Auto. „Bete für mich, dass ich morgen noch lebe!" rufe ich noch und höre ein lachen, dann ist ihr Auto auch schon bald um die nächste Ecke. Ich hoffe ich sehe sie bald wieder. Ich schließe so leise wie möglich die Tür auf und will mich eigentlich hoch schleichen, aber Mom steht schon im Flur. Mist. „Da ist ja das Fräulein. Du bist so 15 Stunden zu spät! Und wer ist dieses Mädchen mit den blauen Haaren? Die sieht aus wie ein Kerl!", wehe sie sagt noch einmal etwas gegen Chloe. „Chloe. Dieses Mädchen heißt Chloe. Und sie ist sehr nett!" gebe ich zurück. „Und was ist mit Patrick? Ich hatte gehofft der fährt dich!", ich stöhne genervt auf und gehe einfach in mein Zimmer. So ein Mist! Warum muss sie mein Leben immer kontrollieren?

Ich und das Mädchen von gestern NachtGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt