verfolgt

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Ich renne. Und wie ich renne: ich glaube, ich bin noch nie in meinem Leben so schnell gerannt. Kein Wunder, ich renne ja auch um mein Leben. Wovor ich weg laufe? Glaub mir, das willst du nicht wissen. Ich spiele einen Moment mit dem Gedanken mich um zu drehen, um nach dem Abstand zwischen meinen Verfolgern und mir zu sehen, belehre mich dann aber eines besseren und lasse es bleiben. Das wäre mein Tod... Also achte ich lieber auf meine Umgebung. Ja, es kann nicht mehr weit sein, bis ich die Klippe erreichen würde, einen Kilometer vielleicht. So lange muss ich durchhalten, ob ich nun will oder nicht. Ich möchte gar nicht daran denken, was passieren würde, wenn ich nicht heil am Ziel ankommen würde... oder wenn mein Gepäck in ihre Hände fallen würde... Automatisch beschleunige ich meine Schritte. Im Rennen werfe ich einen Blick auf meine Umhängetasche um mich zu vergewissern dass sie noch da ist. Diese Tasche - besser gesagt ihr Inhalt - ist das Ziel meines Auftrags. Das Ganze sollte ursprünglich nur ein simpler Diebstahl werden, aber ich musste ja unbedingt wieder alles vermasseln. Naja, eigentlich hatte ich den Auftrag bis hier hin erfolgreich ausgeführt, aber natürlich nicht ohne noch ein paar Komplikationen hervorzurufen. Ich habe es natürlich nicht geschafft, mein Zielobjekt still und leise zu stibitzen, nein, ich musste ja unbedingt noch das gesamte Nest aufschrecken. Hinter mir höre ich ihre zornigen, vorwurfsvollen Schreie. Sie sagen bestimmt so etwas wie: "Gib es uns zurück!!"-"Fasst den Dieb!" und "Tötet ihn!!", aber für mich klingen diese Ausrufe wie das Brüllen eines Tigers welcher kurz davor ist, seine Beute zu zerfetzen. Was wohl meine Freunde dazu sagen würden... Ich wette, mein Stamm macht sich riesige Sorgen. Doch davon darf ich mich jetzt nicht ablenken lassen, denn ich habe gerade ein wesentlich größeres Problem. Noch 500 Meter und mir geht langsam die Puste aus. Ich sehe schon die Klippe, aber...
Verdammte Scheiße!!
denke ich. Hätte ich noch genug Luft, würde ich schreien. Also mir wurde erzählt dass dieser Abgrund hoch sein sollte, aber so hoch hatte ich ihn mir nicht vorgestellt. Das waren gut 15 Meter und ich renne direkt darauf zu.

Ich bin vielleicht noch 30 Meter davon entfernt.

Ich bete, dass alles was sie mir erzählt hatten stimmt und dass ich nicht gleich sterben werde, wenn ich da runter spinge.

20 Meter

Soll ich das wirklich tun?!

10 Meter

Ich verfluche diesen scheiß Auftrag!!

5 Meter

Da unter mir seh ich schon den tiefen Fluss mit der reißenden Strömung, die mich jeden Moment mit sich reißen wird.

3 Meter

Heilige Scheiße ich hab so Angst!

2 Meter

Oh Gott ich werd drauf gehen!

1 Meter

Und ich springe.

Aricaelan   Beschützer der WeltenStories to obsess over. Discover now