Kapitel 1

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Mit dem schweren Koffer in der Hand betrat ich diese beschissene Klinik, in die mich meine Grosseltern geschickt hatten.

Ein Mädchen, das wahrscheinlich nur ein paar Jahre älter als ich war, kam mir entgegen.

"Bist du Chloe?", fragte sie mich lächelnd und streckte mir ihre Hand entgegen.

Stumm nickte ich und nahm ihre Hand.

"Ich bin Fiona. Wenn es dir recht scheint, zeige ich dir jetzt dein Zimmer."

Mit diesen Worten nahm sie meinen Koffer und fing an loszuquatschen.
Vor einer Türe blieb sie stehen.

"Also Chloe...das ist dein Zimmer. Jeder hier hat ein eigenes Zimmer.
Ich werde dir gleich deinen Plan holen und dann kann ich dich loslassen."

Fragend hob ich die Augenbrauen, doch sagte nichts.
Sachte lief ich in das Zimmer und schaute mich um.

Weiße Wände, ein Bett, einen weißen Tisch und andere etliche Dinge.

"Also.", riss mich Fiona aus den Gedanken. "Setzen wir uns doch kurz hin. Um neun Uhr Morgens solltest du schon wach sein, aber manchmal gibt es auch Ausnahmen. Um zehn Uhr Abends sollten alle in ihren Zimmer sein...hmmm...ah ja. Täglich wirst du eine Therapiestunde haben und nach und nach werden es immer weniger."

Sie schwieg für einen Moment und schaute mich mitleidig an.

"Es tut mir wirklich leid, was dir geschah. Wir möchten dir nur helfen."

Ich bedankte mich bei ihr und sie erklärte mir noch einiges, bis sie lächelnd ging.

Flashback:
Ich kam wie gewohnt nach hause und spürte, dass irgendwas nicht stimmte.
Ich unterdrückte das Gefühl, nahm meinen Schlüssel und trat in das Haus.

"Mom? Dad? Seit ihr Zuhause?"

Ein ekelhafter Geruch stieg in meine Nase und ich dachte, dass meine Mutter irgendwas verbrannt hatte.

Langsam lief ich die Treppe hoch und folgte diesem Geruch.
Vor dem Zimmer meiner Eltern blieb ich stehen.
Die Türe war zu.

Zitternd machte ich die Türe auf.
Die nächsten Sekunden schrie und heulte ich aus meiner Seele.

Sie lagen auf dem Boden in einer Blutlache.
Meine Eltern waren Tod

Besser gesagt; man hatte sie ermordet.
Flashback Ende

Ich zuckte zusammen und schaute auf die Uhr.
Wir hatten jetzt halb drei.

Ich Stoß einen Seufzer aus und stand auf.
Ich glaube, ich werde mich etwas umsehen.

Doch bevor ich dies tat, packte ich meinen Koffer aus und sah ein Familienbild.
Es war eine Woche vor ihrem Tod gemacht worden.
Ich merkte, wie mir eine Träne die Wange herunter kullerte und schnell wischte ich sie weg.

Der Tod lächelt uns alle an, das einzige was man machen kann ist zurücklächeln

CharmingWhere stories live. Discover now