"Viel Spaß in der Schule meine Kleine." Sagte unser Dienstmädchen Hyejin und drückte mir einen Kuss auf die Wange.
Sie war für mich eher wie eine Mutter. Zumindest war sie mehr für mich da als meine Eltern. "Bis heute Nachmittag Unnie." Verabschiedete ich mich und winkte ihr nochmal zu, bevor ich um die Ecke verschwand.
Ich machte mich auf den Weg zu meiner Bushaltestelle, und kramte währenddessen meine Kopfhörer aus meiner Jackentasche.
Eigentlich hatte Hyejin mich zur Schule bringen sollen, aber ich habe darauf bestanden, selbst mit dem Bus dorthin zu fahren. Ich möchte nicht immer wie ein reiches, verwöhntes Kind behandelt werden.
Mein heutiges Outfit bestand - wie fast immer - aus rosanen Klamotten.
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Als ich an meiner Haltestelle ankam, setzte ich mich auf die Bank. Der Bus sollte eigentlich in ein paar Minuten kommen.
Während ich wartete, hörte ich den Song Black Magic von Little Mix. Ich schloss kurz meine Augen und atmete durch. Irgendwie war ich doch ein wenig nervös, da ich nun das erste mal seit langem wieder in eine normale Schule gehe.
Die letzten drei Jahre hatte ich einen Privatlehrer, aber dieser musste in Elternzeit gehen. Da ich keine Lust auf einen neuen Privatlehrer hatte, bat ich meine Eltern, mich an einer normalen Schule anzumelden.
Da es meinem Vater schon immer egal war was ich wollte, hatte meine Mutter das für mich erledigt. Auch wenn es ihr nicht gelang, sie gab immer ihr Bestes, eine gute Mutter für mich zu sein.
Doch mein Vater hinderte sie immer daran. Er meinte, Hyejin müsste diese Aufgabe übernehmen. Dabei vergaß er wohl immer, das Hyejin nicht meine Mutter ist.
Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen, als mein Bus plötzlich vor mir zum stehen kam. Sofort sprang ich auf und kramte mein Ticket aus meiner Tasche. Ich hielt es vor den Schalter und lief dann bis ganz nach hinten. Ich setzte mich auf dem Fensterplatz in der letzten Reihe.
Außer ein paar alten Frauen, die etwas weiter vorne saßen, war ich die einzige. Ich stellte meinen Rucksack auf den Platz neben mir und lehnte meinen Kopf an die Fensterscheibe.
Ich versuchte einfach ein bisschen zu entspannen, da ich noch elf Haltestellen vor mir hatte. Selbst als ich fast die Hälfte der Fahrt hinter mir hatte, war noch niemand eingestiegen. Ich schaute weiter aus dem Fenster, als plötzlich jemand einstieg. Es war ein Junge. Er war vielleicht etwas älter als ich, ziemlich groß und schlank.
Und als ich ihn genauer betrachtete, bemerkte ich dass er genau wie ich fast nur rosane Klamotten trug. Und wir hatten auch beide eine Brille an.
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Ich musste mir ein Grinsen verkneifen. Was ein Zufall. Als er mich erblickte, blieb er stehen und starrte mich an. Sofort wich ich seinem Blick aus und schaute aus dem Fenster.
Wenn der Bus immer so leer war wie heute, saß er vermutlich normalerweise hier. Er setzte sich auf einen der Viererplätze, wand seinen Blick aber nicht von mir ab. So langsam wurde es etwas unangemehm.
Trotzdem schaute ich vorsichtig zu ihm rüber. Er musterte mich von oben bis unten. Als ihm auch bewusst wurde, das wir fast gleich aussahen, schaute er mir plötzlich in die Augen und lächelte mich an.
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Sofort lief ich rot an und schaute hastig aus dem Fenster. Ich sah aus dem Augenwinkel, wie er leicht kicherte, und dann ebenfalss aus dem Fenster schaute. Ich versuchte mich auf die Musik meines Handy's zu konzentrieren, da ich gerade fast vor Nervosität platzte.