Kapitel 1

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Ich stürmte durch die Eingangstür. Total verheult und niedergeschlagen, als hätte die ganze Welt sich gegen mich verschworen. „Er hat gesagt ich wäre seine ganze Welt!", schrie ich. „Seine ganze Welt! Seine große Liebe und sein ein und alles! Dann hat er Schluss gemacht!". Noch immer schreiend lief ich ins Wohnzimmer, in dem meine Mutter saß. Sie sprang auf und kam schnell auf mich zu. Dramatisch schmiss ich mich in ihre Arme. „Mama. Er hat mich einfach verlassen. Jacob hat mich einfach verlassen." Sie streichelte mir beruhigend über den Rücken, während ich total Drama schob. „Komm, , setzt dich. Ich hole uns eine Große Packung Schokoladeneis". Langsam ließ ich mich auf die große Couch fallen. Zum ersten Mal realisierte ich, was passiert war. , mein Freund, jetzt wohl eher Ex-Freund, hatte mich mit den Worten: „Ich will nur das Beste für dich und es liegt nicht an dir" getrennt. Ich atmete tief ein, mit diesen Worten hat er mich einfach verlassen! Wir waren 3 Jahre zusammen gewesen. Er war ein Jahr älter als ich und sah einfach so verdammt gut aus. Scheiße! Er hat sich ein Tag vor meinen 17 Geburtstag von mir getrennt und 2 Tage vor dem Umzug. Der Umzug! Meine Mutter Caity und ich würden von Deutschland nach Island ziehen, an die Nordseite, in eine Minidorf namens Fljót. Der nächst größere Ort wäre 30 Minuten entfernt. „Warum ziehen wir noch mal auf einen Reiterhof in Island?", fragte ich meine Mutter als sie wieder im Wohnzimmer war und auf mich zu kam. Sie reichte mir eine große Schüssel mit dem Eis. „Ach Schatz, das hatten wir doch schon so oft besprochen. Ich dachte du freust dich ein wenig." Ich lächelte sie mit wehleidigen an. „Ja. Ich freu mich ja auch, aber wieso?". Sie atmete tief ein und schaute mich dann an. „Also die brauchen eine neue Haushälterin und jemand der die Hunde erzieht und kocht für die Ferienleute. Du liebst doch Pferde und dein Abi kannst du übers Internet mit einem Onlinelehrer machen und einmal die Woche gehst du in Siglufjörður, zur Schule." In den letzten 8 Wochen hatte ich im Internet einen isländischen Sprachkurs gemacht und vermehrt Reitunterricht genommen sowie einen Autofahrkurs. Meine Mutter hatte den Vorteil, dass sie geborene Isländerin ist und mit 12 hierherzog. Nach Essen. Irgendwann lernte sie meinen Vater kennen, der uns aber sitzen gelassen hat. Einfach ein Arsch. Meine Mutter fiel immer durch ihre helle Haut und unglaublich tolle blaue Augen auf. Alle Menschen schauten ihr hinter her. Leider war es bei mir nicht besser. Meine Augen hatten einen leichten Graustich während der Rest einfach blau war. Mit meiner hellen Haut sah ich selbst im Sommer, wie eine wandelnde Leiche aus. Ich hasste das.

„Hella? Soll ich später vorbeikommen? Ich könnte bei dir übernachten und wir feiern in deinen Geburtstag rein?", fragte meine beste und einzige Freundin . „Komm doch einfach rum", antwortete ich ihr. Keine zwei Minuten später klingelte es. „Sie ist oben", hörte ich meine Mutter sagen. Schon hörte ich wie jemand die Treppe hochrannte und meine Tür aufriss und mir entgegen strahlend „Hella!", schrie und auf mich zu hüpfte. „Agda! Mensch lange nicht mehr gesehen", sagte ich lächelnd. In Wirklichkeit hatten wir uns seit 5 Stunden nicht mehr gesehen. „Ja", mit offenen Armen kam sie auf mich zu. „Wie war dein Treffen mit Jacob?" Ich verzog kurz mein Gesicht. „Wie?" starrte sie mich an. „Er hat mit mir Schluss gemacht", murmelte ich vor mir her. Agda's Augen wurden riesig und sie war auf den Weg zur Tür raus. „Den werde ich es zeigen. Der kann was erleben!", sagte sie vor sich her. Doch leider kam sie nicht bis zur Tür, da ich sie aufhielt. „Lass Ag. Vielleicht ist es besser so. Schau: ich ziehe in 2 Tagen weg und eine Fernbeziehung zu führen ist auch Mist". Zumindest versuchte ich es ihr zu erklären, dass ich schon irgendwie damit klarkommen würde. „Aber Hella. Das, oh Mann, ihr ward 3 Jahre zusammen. Ihr habt alles erdenklich zusammengetan und jetzt macht er einfach so Schluss? Das ist schon komisch. Er hat 100 pro Angst, dass du dir einen heißeren Isländer angeln könntest." Ich lächelte sie an. „Du hast recht. Andere Mütter haben auch tolle Söhne. Gerade in einem Kaff, wo es mehr Pferde als Menschen gibt."

Agda, dachte ich. Was würde ich ohne sie tun? Wer würde mich, wenn ich nicht wollte, wieder auf die Beine bringen?

„Happy Birthday to you!", schrie Agda in mein Ohr, als es Punkt Mitternacht war und hielt mir ein kleines Päckchen hin. „Damit du mich nicht vergisst." Sie hatte Tränen in den Augen. „Du musst wissen, wenn du weg bist, muss ich mir neue Freunde suchen. Wie du weißt ist das echt schwer. Gerade mir meiner Familien Geschichte". Stimmt ihre Familie war aus Afrika und sie war eine Gendefekt, den Agda war weiß und nicht schwarz und dann noch ihr nordischer Name, brachte alle Menschen in den Vorort von Essen zum Reden. Ich schaute sie mitleidig an. „Ich kann dich ja mit ins Gepäck schmuggeln und dich entführen", lachte ich und nahm sie in den Arm. Dann schliefen wir ein.

Am nächsten Morgen, als Agda und ich die Küche betraten, war ein großes Frühstück aufgefahren. „Mama, wen hast du den noch eingeladen?", sagte ich erschrocken. „Ich dachte mir, bevor ihr heute eure Fahrprüfung habt und du dich von deinen Freunden verabschiedest musst, essen wir gut", lächelte sie mich an. Ich war gespannt, was uns in Island erwarten würde. Was für Menschen dort sind, wie die Kultur dort ist und so. Nachdem wir uns beim Frühstück den Bauch vollgeschlagen hatten, gingen Agda und ich uns anziehen. Wir stellten uns vor die Tür und warteten auf das Fahrschulauto. Als es endlich vor uns hielt, ging das Autofenster runter und mein Fahrlehrer sagt: „Hey, Mädels! Seid ihr bereit?" Wir nickten aufgeregt und setzten uns ins Auto. Agda die als erste Prüfung hatte fuhr zur DEKRA. „Ich drück dir sowas von die Daumen", mit den Worten stieg ich aus und lächelte sie noch einmal an. Sie schaute nur verunsichert zurück. Dann stieg der Fahrprüfer ein und es ging los. Eine Stunde später. Agda stieg mit einem erleichterten Gesicht aus und stürmte auf mich zu. „Du wirst es nicht glauben! Ich habe bestanden!", schrie sie und hüpfte vor mir hoch und runter. Dann umarmte sie mich und drückte mich Richtung Auto. Kaum saß ich drin lachte der Fahrprüfer. Dann fragte er mich ein paar Sachen zum Auto ab und wir fuhren los. Einparken, Gefahrenbremsung und so weiter, liefen richtig gut. Als wir wieder bei der DEKRA ankamen stand Agda mit großen Augen vor dem Auto und wartete, dass ich ausstieg. „Frau Scór. Sie haben alles fabelhaft bestanden", verwirrt schaute ich den Prüfer an. „Ernsthaft", flüsterte ich. Er nickte und überreichte mir den rosanen Fahrschein. Ich bedankte mich und stieg dann aus dem Auto. „Ich hab ihn!", sagte ich und ging auf meine beste Freundin zu. „Ich wusste es!", lachte sie und erdrückte mich fast vor Freude. Dann fuhr uns unser Fahrlehrer nach Hause.

„Mensch Hella!", rief jemand als wir gerade aus dem Auto stiegen. Ich schaute Richtung Haustür und fing an zu lächeln. Jacob's kleiner Bruder kam uns entgegen. Wegen ihm, war ich erst mit Jacob zusammengekommen. Denn sein kleiner Bruder, Dan, ging mit mir in ein Klasse und war mein bester Freund. „ . Was machst du denn hier?" Nachdem ich mit seinem Bruder zusammen kommen war, hatte ich unser Verhältnis ein bisschen vernachlässigt. Er kam auf mich zu und erdrückte mich fast. „Ich dachte, ich gratuliere dir?", antwortete er fragend und doch lächelnd. „Außerdem kann ich dich doch nicht einfach so gehen lassen. Ich meine, wer weiß wann wir uns wieder sehen werden!" Ich lächelte leicht. Er überreichte mir ein kleines Geschenk und einen Brief. „Es tut mir leid was Jacob getan hat. Ihr hättet es wenigstens versuchen können. Mach den Brief erst auf, wenn du es wirklich für nötig hältst" „Naja. Vielleicht ist es besser so." antwortet ich und er nickte. Ich schloss die Haustür auf und ließ die beiden rein. Für die nächsten paar Stunden hatte ich meine Sorgen alle vergessen.

Ich hoffe euch hat das erste Kapitel gefallen! lasst ruhig ein Kommi da <3

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