Chester
Heute ist es soweit. Eine neue Generation von Königinnen wird für die Königinnenkämpfe auserwählt und in diese einziehen. Mein Herz rast wie wild und ich höre wie ich ungewöhnlich oft nach Luft schnappe. Ich muss damit aufhören! Sonst bin ich leichte Beute. Was rede ich da? Ich werde sowieso nicht erwählt. Schließlich bin ich ein Halbblut, kein Reinblut. Ich beiße mir nervös auf die Unterlippe. Und was wenn doch? Nein, du Idiot, das wird nicht passieren! Was denkst du dir? Ich atme tief ein und blicke nach vorne auf die noch leere Tribüne. In nicht einmal zehn Minuten werden dort sieben Jugendliche stehen, die auserwählt sind auf Leben und Tod gegen einander zu kämpfen und das nur für einen Titel. Mein Blick schweift zu Kahlin. Mein Cousin wirkt, obwohl er genauso wie ich erst 15 Jahre alt ist, bereits wie ein ausgewachsener Mann. Er ist um die 20 cm größer als ich und damit knapp zwei Meter groß, hat kurzes, haselnussbraunes Haar und markante Gesichtszüge. Sein Körper ist ziemlich durchtrainiert, was ihn alles zusammen eher wie knapp 20 aussehen lässt. Er wird mit Sicherheit einer der Sieben werden. Er hat sich sein Leben lang darauf, auf diesen einen Tag, vorbereitet und wie sehr es für mich ein Albtraum wäre, ist es sein am meisten ersehntes Begehren. Er ist bereit sein Familienerbe anzutreten. Unser Familienerbe.
Meine Familie gehört zu einer der fünf Virenträgerfamilien, die in Europa noch existieren und mitten neben den Menschen leben. Eigentlich unterscheiden wir uns kaum von ihnen, der einzige spezielle Unterschied liegt in unserer DNA, naja, solange wir leben, denn es gibt ein Virus, das in jeder Zelle meines Körpers darauf wartet aktiviert zu werden, oder so ist es jedenfalls bei dem Rest meiner Familie, die nur aus Reinblütern besteht sowie meine Schwester Lysha, die vor mir sitzt und aufgeregt mit ihren Fingern auf ihrer Stuhllehne irgendwas vor sich hin klopft. Es hört sich ziemlich wirr und unmelodisch an, doch es scheint sie zu beruhigen, denn anders als ich hat sie mit Sicherheit die Arschkarte gezogen und muss bei den Königinnenkämpfen mitkämpfen. Allein die Gewissheit muss sie wahnsinnig machen. Und das tut es auch, das sehe ich an der Art wie sie immer wieder, wenn sie nicht gerade trommelt, eine Strähne hinter ihr Ohr schiebt, die nicht da ist. Sie ist völlig in Gedanken versunken, sodass sie nicht nur die Tat, sondern auch die Tatsache der Nicht-Existenz der Strähne nicht bemerkt. Ihr dunkelblondes Haar ist streng nach hinten gekämmt und fällt in einem Schwall über ihre Schultern, welche nur von einem weißen Überwurf bedeckt werden. Wie alle trägt sie nur weiß, als würde sie heiraten. Ich dagegen bin in einem schwarzen Anzug gekleidet, der mich als "nicht teilnehmend" so zusagend kennzeichnet. Die Tür zur großen Halle, in der wir sitzen, wird schwungvoll geöffnet und alle erheben sich. Eine wunderschöne Frau mit kupferrotem Haar betritt die Halle und läuft schwungvoll und elegant an den Reihen zu ihrer linken und rechten vorbei, bis vor zum Podium. Ich komme mir vor wie in meiner Highschool. Als würde ich jetzt mein Abschlusszeugnis bekommen, nur das unsere Direktorin mit Abstand nicht so attraktiv ist. Sie schenkt uns allen ein wunderschönes Lächeln. "Es ist mir eine große Freude an diesem besonderen Tag euch alle begrüßen zu dürfen. Ganz besonders freue mich über die sieben Anwärter. Auf den Beginn der Königinnenkämpfe." Alle klatschen und geben somit ihre Freude über die Festlichkeiten zur Kenntnis. Ihre großen Augen wandern über die an die 30 Menschen und bleiben für eine Millisekunde scheinbar auf mir liegen, bis sie sich wieder an die erste Reihe richtet. "Wie alle drei Jahrzehnte werde ich als Regentin zuerst einmal die Namen der diesjährigen von mir, wie es Tradition ist, erwählten Anwärter vorlesen. Beginnen wir mit dem Familienzweig Stewart."
Mit jedem Namen wächst meine Anspannung. Eigentlich sollte ich jedoch völlig entspannt sein. Es geht hier zwar um die Generation, der ich auch angehöre, doch ich bin, wie sagt man das, ein Unfall. Ein unerwünschtes Anhängsel, weshalb ich die meiste Zeit auch nicht viel mit dem Virenträgerleben zutun habe. Ich gehe die meiste Zeit meines Lebens zur Schule, treffe mich mit Freunden und bin überall nur nicht Zuhause. Und das ist auch gut so. Wie meine Tante Narzissa so gerne zu sagen pflegt: "Abschaum wie Chester gehört nicht ins Haus." Meine Mutter hat vor 16 Jahren mit einem nicht Virenträger neben ihrer Ehe ein Verhältnis gehabt und, ups, bin ich entstanden. Danach ist für sie nichts mehr wie vorher gewesen. Falls ihr euch fragt um welches Virus es den überhaupt die ganze Zeit geht, es ist das Virus Miscu 308, oder auch Vampirvirus. Es ist eigentlich ein normales Virus, so wie Grippe oder so, aber es verschwindet nicht irgendwann wieder, sondern bleibt in den Genen verankert. Und nur weil man Miscu 308 im Körper hat ist man nicht gleich ein Vampir. Keiner aus meiner Generation ist ein Vampir, jedenfalls noch nicht. Das Virus funktioniert in etwa nämlich so: Das Virus lebt ähnlich wie ein Parasit in dem Körper des Infizierten einfach mit und breitet sich aus, doch es ist nicht stark genug um eine Wirkung auf den Wirt zu haben. Erst in dem Moment, wenn der Körper kurz vor der Schwelle zum Tod steht, kann sich das Virus entfalten, da der Körper dann stark genug geschwächt ist und so wird man zum Vampir, jedenfalls läuft es so bei geborenen Virenträgern. Ich weis nicht genau wie das sonst geht, wie auch? Ich wurde aus Vampirkunde und -geschichte wegen meiner Abstammung ausgeschlossen. Egal, genug davon. Ich schüttle den Kopf und konzentriere mich wieder auf die Vampirin am Podest.
Da sie ebenfalls aus meiner Virenträgerlinie stammt, muss ich in irgendeinem familiären Verhältnisse zu ihr stehen. Vielleicht irgendeine Großtante oder so, denn irgendwie bin ich mit jedem hier mindestens zur Hälfte verwandt, was mich auch voll ankotzt, denn das wiederum bedeutet, dass jeder hier in mein Leben reinpfuschen darf und viele es auch nur zu gerne tun. "Lysha Marston", erklingt die Stimme der Königin und ich erstarre erneut. Sie ist also wirklich eine geworden. Die Wahrscheinlichkeit war zwar ziemlich hoch, besonders da ich wegfalle, aber das sie es geworden ist. Und als Letzter kommt bestimmt noch Kahlin. Er muss erwählt werden, keiner wäre besser als Königin geeignet als er. Er will sich gerade erheben, alle sind schon bereit zu klatschen, als die Königin mit erhobener Stimme den letzten Namen verkündet... und mich in ein tiefes Loch des Nichts stürzen lässt. Zuerst denke ich, sie hätte sich versprochen, doch als sie vor mir steht und ihre Hand nach mir ausstreckt, besteht kein Zweifel. Sie hat ihn wirklich gesagt. Meinen Namen. Sie sagte: "Chester Marston."
Das ist meine erste auf Wattpad veröffentlichte Story. Ich hoffe sie gefällt euch (, obwohl man das jetzt noch nicht sagen kann). Zusammen schreib ich sie mit KnuffigesFluffFluff. Wir schreiben sie aus zwei Perspektiven (Ich übernehme Chester, sie George und keine Sorge, der kommt erst noch. Ihr habt ihn nicht überlesen). Schreibt einfach immer mal wieder wie ihr die Geschichte so findet.
Und seid bitte nachsichtig.
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Virus - Unsterblichkeit liegt im Blut
Vampire*PAUSIERT* PARTNERSTORY Ich schreibe Chester und @Niva_172003 George. (Meine Kapitel kommen hier und ihre auf ihrem Account. Viel Spaß euchXD) Vampir-Story Ausschnitt: Chester Und so laufe ich durch die Reihen der Zuschauer und mir ist so kalt wi...
