Chapter 1

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Malous Sicht

"Kenny, es ist Zeit zum Schlafen gehen.", sagte ich zu ihm. "Aber Mummy. Ich bin noch nicht müde.", schmollte er, während er ein Gähnen unterdrückte. Dieser Anblick machte mich immer wieder stolz. Mein ein und alles. Mein Leben. "Kenneth Anderson! Ab ins Bett oder wir fahren morgen nicht zu Oma und Opa." Ich hasste es eigentlich die strenge Mutter zu spielen, aber der Kleine konnte manchmal ganz schön hartnäckig und dickköpfig sein. Wie sein Vater eben. Ich verbannte diesen Gedanken und hob Kenny hoch.

"So kleiner Mann. Freust du dich schon auf morgen?", fragte ich ihn, während ich ihn in sein Zimmer trug. Unsere Wohnung war nicht sonderlich groß, dennoch war es mir wichtig, dass er sein eigenes Zimmer hatte. "Jaaa! Sind Onkel Cole und Tante Zoey auch da?" Der Kleine liebte die beiden. Cole kümmerte sich total rührend um ihn. "Ich denke schon." Behutsam legte ich ihn in sein Bettchen, gab ihm einen Kuss auf die Stirn, machte das Licht aus und ging aus dem Zimmer.

Auch ich legte mich in mein Bett, schlief aber nicht sofort ein. Ich dachte an den morgigen Tag. Ich würde nach einem Monat mal wieder zu meiner Familie fahren. Ich freute mich auch schon voll sie wieder zu sehen. Cole und Zoey hatten etwas Wichtiges zu verkünden und Austin und Chris auch. Dass die beiden immer noch zusammen waren, wunderte mich jedes Mal. Trotz häufiger Streits blieben sie zusammen. Sie ergaben so ein süßen Paar.

Ich wurde aus meinen Gedanken geriss, als meine Tür aufging. Kenny stand mit seinem Kuscheltier und Tränen in den Augen in meinem Zimmer. Ruckartig stand ich auf und nahm ihn in den Arm. "Was ist los, mein Schatz?" "I-ich hatte einen bösen Traum.", schluchzte er. Ich drückte ihn wieder an mich und versuchte ihn zu beruhigen: "Das ist nur ein Traum. Dir passiert schon nichts. Willst du bei mir schlafen?" Er nickte und ich trug ihn in mein Bett.

"Mummy? Wann sehe ich meinen Daddy?" Diese Frage versetzte mir immer wieder einen Stich ins Herz. Wie sollte ich einem Vierjährigen erklären, dass sein Vater mich mich verlassen hatte und einfach so fast ans andere Ende der Welt gezogen ist, ohne sich richtig von mir zu verabschieden? "Ich weiß es nicht, Kenny. Vielleicht bald." Mit diesen Wort schlief sowohl er als auch ich ein.

*

Am nächsten Tag wurde ich von meinem Handy geweckt. Schnell nahm ich den Anruf an, um Kenny nicht zu wecken. "Hallo?" "Hey, Lou. Hab ich dich geweckt?", fragte Zoey. "Ja, aber ist egal. Was gibt's?" "Eigentlich nichts Besonderes. Ich wollte nur wissen, wann ihr kommt." Ich warf einen Blick auf die Uhr. 9:17 Uhr. "Ich fahre so um 10:30 Uhr los. Also bin ich um kurz nach 11 Uhr bei euch." Auch ich bin nach dem Vorfall mit Kennys Vater weggezogen. Allerdings in die andere Richtung und nicht ganz so weit weg. "Okay. Ich freu mich schon.", quiekte sie. Was war so wichtig, dass sie so reagierte.

Kopfschüttelnd ging ich auf Kenny zu, um ihn zu wecken. "Kenny, du musst aufstehen, sonst kommen wir noch zu spät bei Oma und Opa an." Er drehte sich noch einmal im Bett, ehe er die Augen öffnete. "Los, ab in die Küche zum Frühstücken.", befahl ich.

Verhältnismäßig ruhig aß Kenny sein Müsli, während ich meinen Kaffee trank. "Fertig!", rief Kenny und stand auf. "Halt, kleiner Mann. Dein Geschirr kommt in die Spüle schon vergessen?" Seufzend räumte er die Schüssel weg und lief dann in sein Zimmer. Ich stelle meine leere Tasse daneben und folgte ihm. "So und jetzt ziehen wir dich an.", sagte ich und suchte ihm was zum Anziehen raus. Ich entschied mich für eine graue Hose und einen Pullover mit Batman drauf. Der Kleine war verrückt nach ihm. Eigentlich kein Wunder mit mir als Mutter.

Nachdem ich Kenny angezogen hatte, ging ich unter die Dusche. Ich hatte noch eine Stunde Zeit um mich fertig zu machen und unsere Taschen zu packen. Viola hatte darauf bestanden, dass wir mindestens übers Wochenende da blieben. Passend zu Kennys Outfit zog ich mir auch eine graue Hose und ein Superman Shirt an. Da es Sommer war, packte ich meinen Cardigan in die Tasche und zog meine braunen Lieblingssandalen an. Als alles gepackt war und Kenny angeschnallt im Auto saß, fuhr ich los.

Nach einer 35 minütigen Fahrt kamen wir vor meinem alten Zuhause an. Ich stieg aus, schnallte Kenny ab, der mittlerweile wieder eingeschlafen war, und ging mit ihm auf dem Arm und den Taschen in der anderen Hand die Treppen zum Haus hoch. Da ich ja alle Hände voll hatte, klingelte ich mit meinem Ellenbogen. Nach kurzer Zeit öffnete sich die Tür und mir stockte der Atem. "Kendall."

Kendalls Sicht

"Kendall? Kannst du bitte die Tür öffnen?", fragte Oliver, als es klingelte. Ich stand vom Sofa auf und öffnete die Tür. Was ich da sah, verschlug mir den Atem. Dort stand Malou mit einem kleinem, schlafendem Jungen auf dem Arm. Sah ja ganz so aus, als hätte sie nicht ansatzweise so lange, wie ich, gebraucht, um über mich hinweg zu kommen. Trotzdem war es schön sie nach so länger Zeit mal wieder zu sehen, immerhin war unserer letzte Begegnung nun wirklich nicht die Beste.

Flashback

"Du darfst nicht weggehen, Kendall!" "Warum? Warum nicht, Lou?" "Weil ich in dich verliebt bin! Bin ich schon immer gewesen. Die Sache auf der Hochzeit hat mir mehr bedeutet, als du ahnst. Du bist der eine, über den ich nachdenke, bevor ich schlafen gehe. Dennoch hat es alles nichts gebracht. Und jetzt gehst du und ich werde dich vielleicht nie wieder sehen.", schluchzte sie. Endlich hatte sie es gesagt. Endlich hat sie mir ihre Gefühle gestanden. Das konnte meine Entscheidung dennoch nicht ändern. So sehr ich sie auch bei mir haben wollte. "Du verdienst es mit jemandem zusammen zu sein, der dich glücklich macht. Jemanden, der dein Leben nicht verkompliziert. Jemanden, der dich nicht verletzen wird. Dieser jemand bin nicht ich. Aber wenn ich wählen musste zwischen dich zu lieben und atmen, würde ich meinen letzten Atemzug nutzen, um dir 'Ich liebe dich' zu sagen. Trotzdem werde ich gehen. Ich muss. Lebe wohl, Malou.", sagte ich und ging mit meinen Koffer in der Hand die Treppe runter. Schnell schmiss ich ihn zu dem anderen in den Kofferraum und stieg ein. "Alles okay?", fragte Oliver. "Nein. Und jetzt fahr los." Ich wollte mit ihm nicht darüber reden. Ich konnte ihm ja schlecht sagen, dass ich Sex mit seiner Tochter hatte und sie jetzt einfach so da stehen ließ. Er würde mir bestimmt die Eier abschneiden oder so.

Die Fahrt zum Flughafen dauerte ungefähr zweieinhalb Stunden. Jetzt saß ich auf meinem Platz im Flugzeug und sah mir ein Foto von Malou und mir an. Ich wusste nicht mehr wann es gemacht wurde, aber es war das einzige von uns beiden alleine. "Ist das Ihre Freundin?", frage die alte Dame neben mir. "Schön wärs. Ich werde sie jetzt jahrelang nicht sehen können und es zerbricht mir das Herz." "Sie lieben sie sehr, nicht wahr?" Ich nickte nur. Malou bedeutete mir mehr als mein Leben, das hab ich ja schon unter Beweis gestellt. "Liebt sie Sie auch?" Was ging sie das an?! Ich nickte wieder in der Hoffung, sie hielt dann ihre Klappe. "Wenn zwei Menschen füreinander bestimmt sind, ist keine Zeit zu lang, keine Entfernung zu weit, und niemand kann sie getrennt halten." Jetzt kam die auch noch mit so was an. Das konnte ein langer elf einhalb Stunden Flug werden.

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Yooo! Das erste richtige Kapitel! Dammit! Wer hätte das gedacht? Mummy Malou, wie sweet. Jeder der die Idee nicht mochte, habe ich nur eins zu sagen: am Arsch ;D

Und am Anfang oder an der Seite könnte ihr Kendall sehen. Auf dem Foto seht der einem Typen in meiner Stadt ähnlich, der mit Abstand der heißeste Kerl hier ist, auch wenn er voll der Spast ist und Anabolika oder so nimmt.

Und heute ist auch mal wieder ein Lied dabei! Nämlich Korn - Hater. Ich liebe das Lied, auch wenn das nicht so das Genre ist, in dem ich mich sonst rum treibe. Naja, ihr könnt ja mal rein hören. Lasst es mich wissen, wenn ihr es auch so geil findet, wie ich.

Da ein paar von euch wollten, dass ich diese Briefe schreibe, habe ich mich dafür entschieden. Zwei habe ich bereits hochgeladen, nämlich Malous, den ihr im Prolog ja schon gelesen habt, und einen an Austin. Die anderen werden dann irgendwann noch folgen. Das 'Buch' findet ihr wie immer auf meiner Seite und heißt Kendalls Briefe. Sehr einfallsreich, wie immer xD

Love ya, Joe ♥

Another Sequel StoryWo Geschichten leben. Entdecke jetzt