Einleitung

267 13 0
                                    

Meine Mum hat immer gesagt, irgendwann wird alles besser werden. Irgendwann wird die Zeit kommen, in der ich unbeschwert leben kann und mein Ding durchziehen werde. Wieso lügt sie mich an? Jedes mal sieht man es in ihren Augen, dass sie ihren eigenen Worten keinen Glauben schenkt. Wie soll mich das dann ermuntern? Wie um alles in der Welt soll ich Hoffen und nicht gleichzeitig den Verstand verlieren, weil ich weiß, dass meine Mutter demnächst den Mann heiraten wird, dem ich am liebsten an die Gurgel gehen will? Er und sein beknackter Sohn Luke Hemmings haben sich doch förmlich in unseren Haushalt gedrängt und die Beziehung zu meiner Familie und mir zerstört. Ich kann es einfach nicht glauben. Wieso tut meine Mum mir das an? Wo sie doch weiß, wie labil ich bin und..

Gedankenverloren strich ich über die unzähligen, hauchdünnen Narben auf meinen Unterarmen, während mein Blick starr an die Wand mir gegenüber gerichtet war. Wieso war ich in der psychischen Heilanstalt? Wieso hat meine Mum mich hier her geschickt? Ich war doch nicht krank.. Nein, ich.. "Mr. Irwin?" Mein Blick schreckte hoch und sofort stach mir ein fast schon zu freundlich guckender Mann ins Auge. Jedoch erwiderte ich nichts, runzelte nur leicht die Stirn und wartete ab, was er zu sagen hatte. "Sind sie bereit für die nächste Stunde?" Nicht schon wieder. Jeden Tag aufs neue bombadierten sie mich mit Fragen, auf die ich keine Antwort wusste. Leicht nickte ich, zog die Ärmel über meine Unterarme und folgte dem jungen Mann. Eigentlich würde ich schon selber hin finden. Sich den Weg zu merken, war ja nicht schwer. Langsam trottete ich also den Weg entlang, ignorierte so gut es ging seine Aussagen und schob mir einmal die Brille auf die Nase, ehe ich meinen Kopf gesenkt hielt und einfach nur hoffte, dass alles schnell zu Ende sein würde.

So kiss me, kiss me (~ Lashton)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt