Prolog

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Mit meinem Daumen fahre ich langsam über die Kanten des geschliffenen Amethysts, der an einer silbernen Kette an meinem Hals hängt. Dann schließe ich meine Hand um den Stein, öffne sie wieder und streiche erneut über die Kanten. Auf irgendeine Art und Weise beruhigt mich das.

Ich reiße eine Seite aus meinem Notizbuch raus und greife zu einem meiner Füller.

i don't know how i feel...
but all i want to do is write...
write about pain,
about you & all the times
when we used to say
i love you...

~ anand shah

Das ist das einzige Gedicht, das ich von Anand Shah kenne, doch gerade ist es das Gedicht, das am besten beschreibt, wie ich mich fühle.

Ich schneide das Papier sorgfältig zurecht und hänge es zu all den anderen Gedichten, die ich im Laufe dieses Jahres auf meinen Spiegel geklebt habe. 

Tränen steigen mir in die Augen. Und plötzlich fühle ich mich, als würde ich in einem Meer aus Erinnerungen ertrinken. Alles, was ich in den letzten Monaten mit dir erlebt habe, verwandelt sich in tausende von Erinnerungen, die mich von Minute zu Minute immer kraftloser machen.

All die schönen Dinge, die wir erlebt haben... wir werden sie niemals noch einmal erleben.

Dieser eine schlimme Tag... wäre er doch nie passiert.

Ich will die Zeit zurück spulen. Zurück gehen zu dem einen Tag, an dem wir uns zum ersten Mal begegnet sind.

AmethystWhere stories live. Discover now