I| Kapitel 10

1.9K 84 8
                                        

POV Summer:

Dachte er wirklich, ich würde ihn verstoßen nur weil er schwul war? Ich meine, ich bin doch seine Schwester. Wir standen lange so, arm in Arm, auch nachdem wir uns nach einigen Sekunden wieder beruhigt hatten. Irgendwann nuschelte ich leise: "Niall?" woraufhin er sofort fragte: "Ja?" und ich daraufhin sagte: "Ich flieg Montag nach Irrland. Für fünf Tage. Ich habe zwei Tickets, ich dürfte in meinem Alter nicht alleine fliegen. Ich will zum Grab von Mama und Papa, bei ihrer Beerdigung konnte ich ja schon nicht sein, und ich will ins Krankenhaus zu Kira. Sie soll hierhin verlegt werden bitte. Wir sind die einzigen, die sie an angehörigen hat und sie soll bei mir bleiben, wenn sie wieder gesund ist." er hörte mir die ganze Zeit aufmerksam zu und streichelte sanft meinen Rücken, bis er schließlich sagte: "Ich komme mit." "Versprochen?" "Versprochen." Und somit vertraute ich ihm, weil er noch nie ein Versprechen gebrochen hatte, egal aus welchem Blickwinkel man unser Leben betrachtet. Und ich musste nurnoch eine Woche hier sein, bis ich nach Irland konnte, und mich von meinen Eltern verabschieden konnte, um dann einen kompletten Neuanfang zu starten.

* Zeitsprung: Sonntag Abend*

POV Harry:

Ich saß gerade auf meinem Bett und war auf Twitter, Summer lag neben mir und schlummerte vor sich hin, mit ihrem Kopf an meinem Bauch. Diese Woche hatte sich einiges geändert... Summer machte mehr mit uns, sie hatte sich sehr gut mit Lou angefreundet, und auch mit den anderen kam sie sehr gut klar. Sie hatte Liam und Niall klargemacht, dass sie absolut nichts gegen die Beziehung einzuwenden hätte und das sie die beiden sogar süß zusammen findet, weswegen Liam sie total nett fand. Zwischen ihr und mir hatte sich kaum etwas geändert, wir neckten uns gegenseitig wo wir nur konnten, und naja wie stritten auch manchmal, woraufhin wir uns stundenlang aus dem Weg gingen, doch jeden Abend aufs neue wurde ich durch ein klopfen an meiner Tür wach und ich schloss das kleine Mädchen was davor stand in meine Arme, bevor wir zusammen in meinem Bett schliefen. Sie entschuldigte sich tausende von Malen dafür, aber mir machte es ehrlichgesagt rein garnichts aus. Ich meine, ich denke dass sich meine Vorahnungen bewahrheitet hatten, ich hatte mich in Nialls Schwester verliebt. Gedankenverloren strich ich Summer durch die Haare und dachte daran, dass sobald sie aus Irland wiederkommen würde, wo sie morgen ja hinfliegen würde, alles besser werden würde. Vielleicht würde ich es ja auch schaffen, den leeren Platz an ihrer Seite in ihrem Leben einzunehmen, wer weiß.

Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen, als die Tür aufgerissen wurde und ein aufgewühlter Ire in meinem Zimmer stand. Hätte ich gewusst was er sagen oder wohl eher brüllen wollte, hätte ich ihn darauf hingewiesen das seine Schwester anwesend war, was er nicht bemerkt hatte, aber naja, ich hatte mit dem was er sagte nicht gerechnet.

"HARRY! SIMON HAT MICH GERADE ANGERUFEN UND LIAM UND ICH SOLLEN MORGEN NACHMITTAG ZU IHM INS BÜRO! ICH HAB IHM VERSUCHT KLARZUMACHEN DAS ICH MIT SUMMER NACH IRLAND WOLLTE ABER ES IST ANSCHEINEND SO WICHTIG DAS WIR DAS NICHT VERSCHIEBEN KÖNNEN! DAS HEISST ICH LANN MEIN VERSPRECHEN NICHT HALTEN, HARRY WAS SOLL ICH DENN JETZT MACHEN?! SIE KANN JA NICHT ALLEINE NACH IRLAND!"

Ich schloss betend meine Augen, als ich merkte, dass sich jemand neben mir bewegte. Bitte Gott, mach das sie nicht aufgewacht ist. Aber naja, Gott hatte es nie so mit mir. Jedenfalls spürte ich das sie ihren Kopf anhob und sie schien zu überlegen was gerade hier gesagt worden war, doch als sie es gecheckt zu haben schien, setzte sie sich augenblicklich auf. Niall klappte der Mund auf und er sah verwirrt zwischen ihr und mir hin und her, naja, er wusste ja nichts davon das Summer öfter bei mir schlief. Im nächsten Moment schienen alle die Situation komplett wahrgenommen zu haben, und Summer war die erste die reagierte. Sie sprang förmlich aus dem Bett und wollte an Niall vorbei aus der offenen Tür rennen, doch er griff panisch nach ihrem Arm und sagte: "Warte Summer. E-Es tut mir leid!" woraufhin sie sich schnell in seine Richtung drehte, ihn verletzt ansah, und während ihr eine Träne aus dem Augen kroch, sagte: "Du hast noch nie ein Versprechen gebrochen Niall. Vielleicht hast du dich doch mehr verändert als ich dachte." woraufhin sie sich nun von ihm losriss und den Flur entlang rannte. Das nächste was ich wahrnahm war, dass eine Zimmertür mit aller Kraft zugeknallt wurde, weswegen ich tierisch zusammenzuckte. Ich versuchte schnell meine Fassung wiederzuerlangen, was ich auch schaffte, und erhob mich um zu Niall zu gehen, welcher so aussah, als würde er jeden Moment zu schreien und weinen beginnen. Als ich bei ihm angekommen war, sagte ich nichts, sondern nahm ihn einfach nur in meine Arme. Er schlang seine kleinen, kurzen Arme um meinen Körper und vergrub sein Gesicht an meiner Schulter, während ich ihn versuchte zu beruhigen. Irgendwann wurde eine Tür geöffnet und Liam kam in den Flur gelaufen. Als er mich und Niall sah, kam er sofort zu uns und nahm mir Niall ab. Er hob seinen Freund im Brautstil hoch und lief mit ihm in sein Zimmer, nachdem ich ihm kurz die Situation geschlidert hatte.

Nun stand ich hier im Flur und wusste nicht wo ich hingehen sollte. Ich entschied mich vorerst dazu, unten nachzuschauen, wer Fern sah, danach wollte ich vielleicht zu Summer gehen und nachsehen wie es ihr geht. Also lief ich die Treppe hinunter, und als ich ins Wohnzimmer trat erkannte ich, dass jemand zusammengerollt auf dem Sofa lag und ab und zu ein 'Mhpf' oder ähnliches von mir gab. Lou. Augenblicklich musste ich lachen, da ich ihn jedoch nicht wecken wollte, grinste ich bloß und unterdrückte mein Lachen. Da es bereits 23Uhr war dachte ich mir, dass es sinnlos wäre ihn aufzuwecken, weswegen ich zu ihm ging, vorsichtig einen Arm unter seine Kniekehlen, den anderen unter seine Schultern legte und ihn hochhob. Er riss die Augen auf und fragte, als wäre er noch am schlafen: "Was?! Wo?! Hawwy?" woraufhin ich ihn nur anlächelte und zu dem Jungen auf meinem Arm sagte: "Ja, Hawwy. Schlaf weiter Lou." und er gab nur ein abwesendes "Ok." von sich, bevor er seinen Kopf auf meiner Schulter bettete, und nur Sekunden später wieder eingeschlafen zu sein schien. Grinsend den Kopf schüttelnd ging ich nun mit ihm nach oben, öffnete die Tür seines Zimmers und trat ein. Ich legte ihn vorsichtig auf seinem Bett ab und deckte ihn zu. Ich strich ihm noch einmal sanft mit der Hand über seine Wange, woraufhin er zufrieden grunzte, bis ich leise das Zimmer wieder verließ und die Tür hinter mir schloss. Als nächstes ging ich zu Summers Zimmer. Ich klopfte leise an die Tür und hörte wenig später, dass Summer mit leiser Stimme sagte: "Verzieh dich Curly." woraufhin ich nur seufzte und sagte: "Mach die Tür auf Sam." und sie entgegnete: "Hättest du wohl gerne." und ich sagte nur wieder: "Mach die Tür auf." Ich hörte aus dem Raum leises getapse, und wenig später hörte ich wie der Schlüssel gedreht wurde und die Tür wurde geöffnet. Dahinter stand Sam, und sie sah aus, als würde sie gerade aus ihrem Grab gestiegen sein: Ihre braunen Haare standen wild in alle Richtungen ab, ihre eisblauen Augen starrten mich an, als würde sie garnicht realisieren, wer hier vor ihr stand. Sie zitterte schrecklich, wahrscheinlich vom Weinen. Apropro weinen: Ihre augen waren rot und wässrig, was mir zeigte das sie wirklich geweint hatte. "Was willst du Curly?" fragte sie, ohne mir in die Augen zu sehen. "Für dich da sein." entgegnete ich sanft, bevor ich sie in ihr Zimmer schob. Sie wehrte sich nicht, sondern umarmte mich plötzlich stark. Wow. Das war das erste Mal, dass sie mich von sich aus umarmte. Natürlich erwiederte ich es und bettete meinen Kopf auf ihren Haaren. Als sie sich von mir gelöst hatte, sah sie mir direkt in die Augen und sagte: "Danke Harry." woraufhin ich vorsichtig eine Hand an ihre Wange legte und meine Lippen auf ihre Stirn legte. Als ich mich von ihr löste flüsterte ich: "Ich bin immer für dich da Summer." woraufhin sie mich anlächelte. Ich musste auch Lächeln, und drehte sie vorsichtig um, bevor ich sie zum Bett schob. Sie legte sich hin, und machte Platz damit ich mich neben sie legen konnte, was ich auch tat. Ich sah sie grinsend an und sagte: "So, wir sollten schlafen, wir müssen morgen früh aufstehen." woraufhin sie verwirrt fragte: "Wieso das?" und ich ihr meine spontane Entscheidung mitteilte: "Ich fliege mit dir nach Irland."

Summer I-III - H.S.Where stories live. Discover now