Ich schaute gelangweilt aus dem Fenster, während die bäuerliche Landschaft an mir vorbeizog. Meine Mutter summte fröhlich das Lied, welches aus dem Radio dröhnte, mit. Dabei trat sie im Takt zu der Musik auf das Gaspedal, wodurch das Auto sich nur ruckartig fortbewegte.
„Mama, fahr richtig!", stieß ich aus, als der Autofahrer hinter uns wütend aufschrie und mit der Lichthupe blendend aufleuchtete. Meine Mutter lachte unbeschwert auf und winkte dem Hintermann entschuldigend zu.
„Ach, sei doch nicht so, Jungkook. Es ist nur, wir fangen noch einmal von vorne an. Ein neues Leben in einer neuen Stadt. Freust du dich denn nicht auch über diesen neuen Anfang?", sagte sie und legte ihre Hand auf meine, während sie sich weiter den Straßenverkehr konzentrierte.
„Doch, aber wenn du weiter so fährst, beginnt unser Neustart in einem Sarg!", erwiderte ich und wandte mich von meiner vor sich hin grummelnden Mutter ab.
Ich freute mich schon auf Busan, hatte mich schon seit Wochen gut über die Stadt informiert. Diese Stadt am Meer war atemberaubend. Ich freute mich, dass wir in eine Stadt zogen, die direkt an einem Strand lag. Dann konnte ich mich in unerträglich heißen Sommern schön abkühlen. Auch wenn es durch die vielen Gebäude sehr eng aussah, fand ich die Bilder, die ich im Internet gefunden hatte einfach Klasse. Doch ein Umzug bedeutete es auch neue Menschen kennenzulernen und ich hasste das. Ich war einfach nicht fähig Kontakte zu knüpfen. Das Ansprechen fiel mir unglaublich schwer, und wenn es dann doch zu einem Gespräch kam, verhielt ich mich entweder unglaublich merkwürdig oder war einfach nur kalt und abweisend. Ich wusste nie was Leute von mir erwarteten, wenn sie mir etwas erzählten. Und der abwartende Blick, um zu sehen, wie man reagierte, fand ich einfach nur beengend. Deswegen hatte ich auch nur einen einzigen Freund, Hoseok, welchen ich in meiner Grundschulzeit kennengelernt hatte. Dass ich es geschafft hatte, mit ihm Freundschaft zu schließen, lag wahrscheinlich an der Tatsache, dass unsere Eltern gut miteinander befreundet waren. So kam es, dass wir oft am Nachmittag miteinander spielten, während unsere Eltern sich unterhielten. Unsere Freundschaft wurde mit den Jahren stärker, vor allem, als wir dann gemeinsam auf dieselbe Schule gingen. Es war eine schöne Zeit, denn auch, wenn wir nicht in dieselbe Stufe gingen, war ich in den Pausen nicht mehr alleine. Doch hatte Hoseok seinen Abschluss nun schon vor anderthalb Jahren gemacht und nun studierte er, an der Daegu Universität, Tanzpädagogik. Nebenbei unterrichtete er noch in einer kleinen Tanzschule, um zusätzlich zu der Unterstützung seiner Eltern, sein Studium besser finanzieren zu können. Aber trotz seines Studiums, zu dessen Campus er immer pendeln musste, und seines Jobs, fand er noch genügend Zeit seinen besten Freund nicht zu vernachlässigen. An Tagen, an denen seine Vorlesungen vormittags oder spät abends stattfanden, holte er mich von der Schule ab und wir unternahmen den Nachmittag zusammen. Ich war ihm unbeschreiblich dankbar, dass er noch an mich dachte, denn viele Freundschaften verblassten nach dem Abschluss. Man hatte keine Zeit mehr und man fing an einander zu vergessen. Doch dass es Hoseok schaffte, alles unter einen Hut zu bekommen, war bewundernswert.
Und jetzt zog ich um. Ich hatte das Gefühl, dass ich ihn zurückließ. Traurig holte ich mein Handy hervor und öffnete den Chat mit meinen besten Freund. Wir hatten gestern Abend zuletzt miteinander geschrieben, denn er hatte nicht zu meiner Verabschiedung kommen können. Seine Prüfungsphase hatte begonnen und er schrieb am heutigen Tag eine Arbeit über die Körpertechnik im klassischen Stile. Ich schaute auf die Uhr. Er würde erst in paar Stunden mit der Arbeit fertig sein. Seufzend las ich mir den letzten Abschnitt unseres Gespräches durch.
21:34
H: >>Man, Kookie, das ist unfair! Fahrt doch erst am Abend, dann sehen wir uns wenigstens noch! <<
21:35
JK: >>Das geht nicht. Meine Mutter hat am Abend einen Termin mit dem Vermieter und der ist nur morgen da... Das ist echt mieses Timing. <<
21:40
H: >>Kannst du laut sagen. In meinen Semesterferien werde ich dich auf jeden Fall besuchen. Dann zeigst du mir Busan, deine Schule, die Wohnung und du stellst mich deinen neuen Freunden vor! <<
22:00
JK: >>Ich bezweifle, dass ich Freunde finden werde. <<
22:03
H: >>Ach, Kookie. Neue Stadt, neues Glück. Ich wette du wirst schneller Freunde finden, als dass du meinen Namen rückwärts sagen kannst. <<
22:04
JK: >>Ich werde dich vermissen. <<
22:04
H: >>Das tue ich jetzt schon! <<
Erneut seufzend ließ ich mein Handy sinken und richtete meinen Blick auf die Straße. Die Landstraße schlängelte sich ins Unersättliche durch die immer gleichbleibenden Felder, welche nur selten von einem kleinen Waldabschnitt unterbrochen wurden. Selten kamen uns Autos entgegen und als ich so starr geradeaus sah, wurden mir die Lider schwer. Meine Mutter hatte aufgehört Lieder mit zu summen und schaltete auf den Nachrichtensender um. Bei der monotonen und dumpfen Stimme des Sprechers fielen mir doch tatsächlich die Augen zu und ich driftete in das Reich der Träume ab.
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Annyeong~
Das ist der Start meiner ersten FF hier auf Wattpad und hoffe, dass es euch gefällt ^^
Ich würde mich sehr über konstruktive Kritik und Kommis freuen <3
Ich versuche regelmäßig upzudaten.
Eure
Go Eun Hae
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Feindschaft +
FanfictionZwischen Hass und Liebe ist nur ein schmaler Grad. Das müssen auch Jungkook und Taehyung feststellen, als sie in das Leben den jeweils Anderen treten. Ihre Feindschaft wird somit hart auf die Probe gestellt. Wofür werden sie sich entsch...
