Eine Wendung

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Nakodj saß in seiner Alkove und genoss das rhythmische Brummen der Schiffsmotoren, früher   -als er noch neu war an Deck der Gotteslästerin - hat ihn das sehr gestört, so sehr, dass er nicht mehr schlafen konnte. Danach war er von Tag zu Tag entkräfteter geworden du schließlich war er so erschöpft gewesen, dass er in Ohnmacht fiel. Das hatte ihm ziemlich viel Ärger und Hänseleien eingebrockt. Und jetzt saß er da und dachte voller Wehmut an seine frühen Tage. Natürlich war er verglichen mit den anderen Piraten noch sehr jung, aber 16 Jahre prägten trotzdem.  Wieviel ich doch hätte besser machen können im Leb...-

"Feindliches Schiff auf 3 Uhr!": schallte die kräftige Stimme des Ausgucks über das Deck. Nakodj war sofort auf den Beinen. Man hörte eiliges Rumpeln und kommandierende Rufe, die Flammen färben sich augenblicklich feuerrot. Nakodj kannte seine Aufgaben genau: er schwingt sich über den nebligen Abgrund und hält die gegnerischen Truppen davon ab schwere Atellerie zu benutzen. Das sollte ruhig das Privileg der Piraten bleiben. Schnell legte er den Zeichenblock mit dem kostbaren Papier weg und ging an Deck.

Nachdem er -immer 3 Stufen auf einmal nehmend- oben angekommen ist, rannte er direkt auf die Ausschussluke zu. Er zögerte nicht als er sich ein Tau nahm und er zögerte auch nicht als er den Knopf drückte der ihn auf das feindliche Luftschiff zuschoss. Im Flug setzte der Adenalinschub ein, der die Kampfeslust entfachte. Begleitet von einem ohrenbetäubenden Kampfschrei traf er auf den gegnerischen Heliumspeichern auf. Von da aus hangelte er sich auf das Waffendeck der HimmelsflöteDer Name ist ja sowas von lächerlich, typisch für diese Baronenbastarde! Bei diesem Gedanken musste er grinsen: Der Kapitän wäre stolz auf mich...

Nakodj traf auf die ersten zwei Soldaten. Sie hatten ihn noch nicht bemerkt da sie gerade mit aller Hast einen der Flammenwerfer ladeten. Er zog lautlos seine Dolche und ohne auch nur einen Reuegedanken daran zu verschwenden, tötete er die beiden Männer. Er vollführte das selbe Manöver auch bei den nächsten Paaren, eines jedoch schaffte es ihren Flammenwerfer abzufeuern und der Nebel vor ihnen fing Feuer er hatte nicht mehr die Zeit sich zu vergewissern das die Gotteslästerin unbeschadet war. Er hatte aber auch nicht die Zeit dazu sich über seinen eigenen Fehler aufzuregen. Als er gerade zu den nächsten Kanonieren gehen wollte, spritzte Blut und sie fielen ihm ohne sein Zutuen tot vor die Füße. Über ihnen grinste Nakodj ein bekanntes Gesicht  entgegen: Krallen-Icho. Er ließ sich nie an Deck blicken und war allen Geschichten nach verrückt. Selbst zu Essen kahm er nie. So hatte kadoji ihn bis jetzt nur 3-4 Mal gesehen. Der Kapitän duldete ihn nur weil er ein so herausragender Kämpfer war. "Alles Gute zum Geburtstag ihr Beiden. Oder soll ich sagen zum Toooodestag?! Dürft ihr euch aussuchen. Ah stimmt könnt ihr ja nicht mehr..." 

Nakodj wollte ihn gerade mit den Leichen alleine lassen, als Ichos Gemurmel plötzlich in Gegurgel überging. Als er sich umdrehte sah er gerade noch so die Schusswunde in Ichos Hals. Dann hörte er das scharfe Sausen von etwas das durch die Luft geschwungenen und nach einem dumpfen Schmerz wurde alles Schwarz...

Licht...    Nakodj blinzelte. Das leise Gemurmel sagte ihm das er nicht allein war und dem aufgeregten Unterton nach zu schließen wurde sein Aufwachen schon bemerkt. Nach kurzer Unschlüssigkeit schlug er endgültig die Augen auf. Er versuchte sich auch aufzurichten doch ein stechender Schmerz im Kopf hielt ihn davon ab. Für diesen kläglichen Versuch erntete er erstmal ein hämisches Lachen. Er sah sich um und bekam mit, wie eine in Seide gehüllte Dame den Raum betrat. " Dies dient dem Zwecke ihren Fragen zuvor zu kommen: ihre ganzen Compangnons sind dahingeschieden und das Equipage eures Vehikels ist beschlagnahmt." Nakodj verstand kaum etwas. Es ärgerte ihn, dass die Baronin ihren Bildungsvorsprung so offensichtlich preisgab. In seiner Wut kam ihm eine Idee: In seinem besten Kuz' Akzent sagte er:  " Halt's Maul, du Hafenschlampe!" Das hatte er auf dem Schiff von den Piraten gelernt, als diese betrunken waren. Da hatten sie ihm gesagt, niemand der einigermaßen gebildet war würde ihn verstehen. Doch irgendwas an dem Lächeln dieser Frau beunruhigte ihn. "Es tut mir leid dich enttäuschen zu müssen, du kleiner Narr, aber ich komme aus Kuz und habe jedes Wort verstanden." Nakodj der schon zu einem hämischen Grinsen angesetzt hatte, entfielen die Gesichtszüge. Jetzt hatte er es wahrscheinlich richtig verspielt...

"Was ich sagen wollte ist das deine Crew getötet wurde, und dass wir all eure Wertgegenstände genommen haben. unter diesen befand sich ein paar wunderschöne Zeichnungen. Als ich deinen Kapitän fragte wer sie gezeichnet hatte beschrieb er dich." Ihre Augen waren stechen auf Nakodj gerichtet. Er verstand erst nach ein paar Augenblicken, dass sie eine Antwort erwartete:  "Ja, wenn ich gerade mal Pause hatte, habe ich Dinge gezeichnet denen ich über den Weg lief." antwortete er gedrückt. "Dann habe ich ein Angebot für dich: du schließt dich meiner Besatzung an, ich unterrichte dich und du zeichnest dafür für mich Karten oder ähnliches." das alles sagte sie ohne ihr Gesicht zu verzerren. "Ich nehme an die andere Option ist der Tod?" "Schlaues Bürschchen" diesmal mit einem Lächeln. "Dann nehme ich den Tod." sagte Nakodj ohne jegliches zögern. Doch auch das brachte die Edeldame nicht aus der Fassung, im Gegenteil sie reichte ihm sogar noch ein Messer. Er nahm es, wog es in der Hand, und gab es ihr wieder zurück. "Doch lieber die Karten." war dann seine endgültige Antwort. Sie lachte und drehte sich um. "Mein Name ist übrigens Baronin Luciquo aus Naz." Mit diesen Worten trat sie aus dem Raum.......

Der Wogenbinder - Das ErbeWo Geschichten leben. Entdecke jetzt