Das Ungewisse

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Seit einiger Zeit war ich nun auf mich alleine gestellt, streifte durch die Gegend und versuchte irgendwie wenigstens zu Überleben. Dabei hatte ich nicht viel Ballast bei mir, das einzige das immer bei mir war, war ein Foto von uns drei, ein Fleischermesser, eine Flasche Wasser und eine Kleinigkeit zu Essen in meinem Rucksack. Eine Schusswaffe hatte ich zwar ebenfalls dabei, aber diese benutzte ich so gut wie gar nicht, da ich fand das diese nur zu laut waren und Aufmerksamkeit erregten. Ich war definitiv unterernährt, aber dies kümmerte mich kein bisschen, den das einzige das für mich zählte war meine Schwester Charlie zu finden. Sie war verschleppt worden und ich konnte sie nicht beschützen, obwohl genau dies meine Aufgabe gewesen war. Gerade einmal 17 Jahre alt war sie und ich hoffte in meinem Inneren, dass ich sie lebend finden würde. Den wenn nicht wäre gerade das auch wieder meine Schuld.

Die Schuldgefühle in meinem Inneren trieben mich an und ich wollte sie nur noch finden, in meine Arme nehmen und ihr zeigen das alles wieder gut werden würde. Aber würde ich dies wirklich schaffen? Ich wusste nicht einmal wo ich anfangen sollte zu suchen, immerhin war es schon einige Monate her und ich hatte bisher noch keinerlei Spur gefunden. Aber ich gab nicht auf, den ich hatte es ihr und mir versprochen sie zu finden.

Deshalb schleppten mich meine müden Beine weiter, weiter in eine Richtung, bei der ich nicht wusste ob es die richtige war oder ich mich nur noch weiter von ihr entfernte. Das einzige das ich wusste war wie die Gruppe sich nannte. "Saviors",  den Namen hatte ich bevor meine Schwester von ihnen verschleppt worden war noch nie gehört. Aber ich hatte gesehen was für eine Macht sie hatten und wie andere ihretwegen zitterten. Das brachte mich dazu mir selbst gewisse Dinge beizubringen. Ich konnte nicht Kämpfen, musste es aber lernen, den ohne Gegenwehr würde ich es nicht Überleben. Darum fing ich an mich mit den Beißern anzulegen, auch wenn meine Schwester gesagt hätte ich soll doch meine Kräfte sparen, musste ich es tun.

Mit meinem Fleischermesser in meiner rechten Hand fühlte ich mich wenigstens etwas Stark, damit rannte ich auf den ersten Beißer los, der mir in die quere kam. Das röcheln dieser Dinger suchte mich noch immer im Schlaf heim, den es hörte sich so widerlich an und man wusste genau das man am Arsch ist, wenn sie dich erwischen. Ich wollte jetzt trainieren, deshalb rammte ich ihm nicht gleich das Messer in den Kopf, sondern ich schupste ihn auf den Boden und stürzte mich darauf. Dabei schrie ich ihn einfach nur an, während ich das Messer immer wieder in seinen Körper bohrte. Das vergammelte Blut spritzte nur so aus seinem verwesenden Körper und ich hätte mich dabei übergeben müssen, wenn ich nicht meinen Kopf in dem Moment ausgeschaltet hätte. Letztendlich bohrte ich das Messer in seinen Kopf und er verlor das letzte Fünkchen Leben in sich. Danach blieb ich noch einen Augenblick auf ihm sitzen und atmete tief durch.

Womit ich nicht gerechnet hatte, waren die Tränen die plötzlich meine Wangen hinunter liefen. Ich war zwar eine taffe Frau, aber das ganze jetzige Leben ließ mich einfach nicht kalt. Erkannte meine eigene Welt nicht mehr, es war voll mit diesen Dingern und wenn man starb wurde man selbst zu so einem Monster. Und genau dies wollte ich nie werden. Hier und jetzt war nur das reine Überleben wichtig, mehr nicht, nun machte man sich keine Gedanken mehr wie hübsch man aussah oder ob man endlich Heiratete. Nun zählte nur noch Nahrung zu finden, um weiter zu machen. Aber mit was? Mit diesem Leben konnte man doch nicht glücklich werden, das konnte ich mir einfach nicht vorstellen. Vor allem nicht wenn man so einsam wie ich durch die Straßen umher lief.

Nach einigen Minuten hatte ich mich zum Glück wieder beruhigt, die Fragen waren zwar immer noch in meinem Kopf, aber meine Tränen waren weg gewischt. Dann stieg ich von dem toten Beißer runter und lief wieder weiter. Es wunderte mich, dass nicht noch mehr Beißer gekommen waren, immerhin war mein Aufschrei ziemlich laut gewesen. Plötzlich sah ich aber von weitem ein riesiges Tor und eine Mauer das um ein Gelände ging. Aus Neugier lief ich direkt darauf zu und entdeckte an dem Tor ein Schild, dies war zwar bereits verblasst aber man konnte immer noch lesen was darauf stand "Willkommen in Alexandria",  diese Worte klangen so unglaubwürdig als ich diese leise über meine Lippen hörte. Ich lief darauf zu, den ich wollte wissen ob diese kleine Stadt noch existierte oder auch nur wieder eine Geisterstadt war. Doch dann hörte ich Stimmen im inneren, mein Atem stockte, den ich konnte es kaum glauben. Gab es wirklich noch ein Leben während dieser Apokalypse? Ich fasste meinen Mut zusammen und klopfte gegen das Tor, mit der Hoffnung das ich nicht in die Falle der Saviors tappte.

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