𝑽𝒐𝒓𝒘𝒐𝒓𝒕

7.6K 151 20
                                        

𝓙𝓾𝓷𝓲 𝟐𝟎𝟐𝟔

Dieses Buch begleitet mich seit über zehn Jahren.

Die erste Version von Gefangen von einem Werwolf  schrieb ich 2015. Seitdem wurde es unzählige Male überarbeitet, verworfen, neu geschrieben und wieder zusammengesetzt. 

Ehrlich gesagt habe ich irgendwann aufgehört zu zählen, wie oft ich von vorne angefangen habe.

In diesen Jahren habe ich nicht nur an dieser Geschichte gearbeitet, sondern auch an mir selbst. Ich habe Schreibblockaden erlebt, Fehler gemacht, Kritik bekommen und lernen müssen, dass Schreiben nicht nur aus Leidenschaft besteht, sondern auch aus Handwerk.

Als ich mit fünfzehn oder sechzehn angefangen habe zu schreiben, wusste ich nicht einmal, dass es so etwas wie Schreibhandwerk gibt. Ich dachte, Geschichten entstehen einfach. Entweder man hat Talent oder man hat es nicht.

Heute sehe ich das anders.

Viele Kritikpunkte an meinen früheren Versionen kann ich inzwischen nachvollziehen. Manche davon waren schwer zu hören, manche haben wehgetan. Aber rückblickend haben sie mich als Autorin weitergebracht.

Ob man sich Autor nennen darf, darüber werden Menschen wahrscheinlich noch lange diskutieren. Für die einen ist man Autor, sobald man ein Buch beendet hat. Für andere erst, wenn man davon leben kann oder einen Verlagsvertrag besitzt.

Meine eigene Antwort ist nach all den Jahren deutlich einfacher geworden:

Wenn du immer wieder zum Schreiben zurückkehrst, obwohl niemand es von dir verlangt. Wenn Figuren und Geschichten dich nicht loslassen. Wenn du Jahre später noch das Bedürfnis hast, dieselbe Geschichte erneut zu erzählen, dann darfst du dich Autor nennen.

Dieses Buch ist keine Anleitung für das echte Leben.

Es ist eine Geschichte.

Fiktion erlaubt uns, Dinge zu erkunden, die wir in der Realität niemals akzeptieren würden. In der Realität könnte ich keinem Menschen verzeihen, der mir meine Autonomie nimmt. Aber ich bin nicht Alexis.

Und Alexis ist nicht ich.

Vielleicht ist genau das der Grund, weshalb mir dieses Buch oft so schwergefallen ist. Weil es von Kontrolle, Freiheit, Entscheidungen und Grenzen erzählt. Von Dingen, die in Geschichten faszinierend sein können und im echten Leben schmerzhaft sind.

Trotz allem bin ich immer wieder zu dieser Geschichte zurückgekehrt.

Vielleicht, weil manche Geschichten nicht fertig sind, nur weil man aufhört, sie zu schreiben.

Und vielleicht, weil diese hier mich nie ganz losgelassen hat.

Viel Spaß beim Lesen.

Gefangen von einem WerwolfStories to obsess over. Discover now