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Baekhyun Pov

Erwartungsvoll sahen wir alle Yebin, meine jüngere Schwester an. "Yebin, wir haben nicht den ganzen Tag Zeit, was willst du uns sagen?", platzte es nach ein paar Minuten der Stille aus meiner Mutter heraus.

"Ich werde heiraten."

Stille. Meine ganze Familie sah Yebin verwirrt an, da niemand wusste, dass sie überhaupt einen Verlobten, geschweige denn überhaupt einen Freund haben sollte. Vor ein paar Tagen erst war sie wieder aus Busan, wo sie für zwei Jahre gewohnt hatte, hierhergekommen. Als erster fand ich meine Fassung wieder und fing an, leicht zu lächeln. "Hey, das ist doch schön!" Ich stand von dem brauen Sofa auf und überbrückte die paar Schritte zu meiner Schwester, um sie in den Arm zu nehmen. Sanft drückte ich sie an mich und ließ sie nach ein paar Sekunden wieder los, da sich meine Eltern und mein jüngerer Bruder wieder gefasst hatten und nun selbst zu meiner Schwester gingen.

Sie war zwei Jahre jünger als ich, also 23 und war schon verlobt. Generell war sie gefühlt in jeglicher Lebenslage erfolgreicher als ich - sie hatte ihr Staatsexamen besser bestanden als ich, tanzte Ballett und hatte den schwarzen Gürtel in Taekwondo, war beliebter in der Schule gewesen und hatte eh nie irgendwelche Probleme. Sie arbeitete bald auf der Schule, in welcher ich als Lehrer tätig war.

Tja, und dann kam ich, ihr großer Bruder. Mit meinen 25 Jahren war ich gerade ein angehender Lehrer und hatte ziemlich für eine Stelle kämpfen müssen (die Yebin auch zugeflogen kam) und die einzigen Dinge, welche ich gut konnte, waren Klavier spielen und singen. So gesehen war ich Musiklehrer aus Leidenschaft. Und noch was; ich war schwul.

"Oppa? Hallo?" Yebin fuchtelte mit ihrer zierlichen Hand vor meinem Gesicht herum und sah mich fragend an, weshalb ich mich schnell wieder im hier und jetzt befand. "Kannst du Chanyeol in zwei Wochen vom Flughafen abholen? Eomma und Appa müssen alles vorbereiten, ich auch und Taehyung ist zu jung... Nur du kannst da am Nachmittag." Hätte sie mich nicht aus ihren Rehaugen so lieb angesehen, wäre meine Antwort ganz klar nein gewesen.

"Ja okay ich hol ihn ab~", willigte ich dann ein und seufzte laut, ließ mich dann wieder auf das Sofa fallen.

Chanyeol, so hieß auch mein Exfreund. Wir hatten uns in der Middle School angefreundet, waren dann ein Paar geworden. Ich hatte ihn meinen Eltern nie vorgestellt, sie wussten nicht einmal, dass es ihn gab, da er es nicht wollte. Ihm war es peinlich, schwul zu sein. Nun ja, genau deshalb hatten wir uns vor drei Jahren dann auch getrennt und nachdem er mich gebeten hatte, ihn zu vergessen, tat ich das auch. Naja, ich versuchte es zumindestens. Oft haben wir über eine Verlobung nachgedacht, er wollte aber nie und dann, als er auch noch als Lehrer in eine andere Stadt versetzt werden sollte, haben wir uns getrennt. In einem riesengroßen Streit, er kam nicht mal dazu, mir zu sagen, wohin er versetzt werden würde. Hoffentlich blieb er da und würde nie wieder nach Seoul zurückkommen.

Die nächste Stunde redeten wir mit Yebin, wie sie sich kennengelernt hatten, blabla. Kurzfassung: Sie hatte ein Praktikum an einer Schule in Busan, wohin sie vor einiger Zeit gezogen war, und hatte ihn in ihrer Schule kennengelernt. Danach hatte ich mich ausgeklinkt. Das letzte, was ich noch mitbekam, war, dass sie ihn ziemlich überreden musste, mit nach Seoul zu kommen.
Vielleicht hätte ich besser aufpassen sollen, dann hätte ich gewusst, dass dieser Chanyeol bis zur Hochzeit bei uns wohnen würde. Eigentlich wollten die beiden ja in eine eigene Wohnung ziehen, doch es gab irgendein Problem mit dieser, weshalb sie hier wohnen mussten.

Ich selbst wohnte noch im Haus meiner Eltern, aber im Keller und hatte fast eine eigene Wohnung, nur dass wir uns die Haustüre teilten. Zwar besaß ich meine eigene Küche, aß meistens aber trotzdem bei meiner Familie mit.

"Baekhyun? Hörst du uns überhaupt zu?" Eomma schnipste mit ihren Fingern vor meinem Gesicht herum, um meine Aufmerksamkeit zu bekommen. "Yebin und Chanyeol werden zu dir nach unten ziehen, und du in Yebins Schlafzimmer."
Sobald sie das gesagt hatte, wich mein Blick verdattert zu meiner Schwester. "Wieso sollte ich?" Nicht deren erst oder? "Weil die beiden ihre Ruhe haben sollen, und für ein paar Wochen kannst du in Yebins Zimmer wohnen." Meine Mutter sah mich mit ihrem strengen Blick an, welcher keinen Widerstand duldete. Niemals!

Zwei Wochen später war es mittlerweile, mein wichtiger Kram war in Yebins Zimmer untergebracht und sie hatte schon alles für ihn vorbereitet. Genervt parkte ich vor dem Flughafen, hatte schon zwanzig Minuten Verspätung, und machte mich auf den Weg, ihren Verlobten abzuholen.

Die letzten 14 Tage hatte ich mich nicht mehr wirklich mit ihr über ihn unterhalten, da schlichtweg auch die Zeit fehlte. Fast hätte ich es auch verpennt, ihn abzuholen, hätte sie mir nicht noch einmal geschrieben.

Zielstrebig quetschte ich mich durch die ganzen Leute am Incheon Flughafen und stellte mich mit meinem selbstgebastelten Schild (Yebin wollte mir ja ein Bild von ihm zeigen, ich hatte aber keine Lust gehabt, mir lauter Bilder von den beiden anzusehen) an den Ausgang. Er würde mich schon finden, hoffte ich mal. Und wenn nicht, war es nicht mein Problem. Trotzdem suchten meine Augen die Leute ab, auch wenn ich Chanyeol eh nie erkennen könnte. Ob er groß oder klein war? Brille trug? Gefärbte Haare hatte?

Nach ein paar Minuten war der größte Teil der Menschen verschwunden, genauso wie meine Nerven. Wo blieb dieser Ke-

Meine Gedanken wurden von jemandem unterbrochen, der mir von hinten auf die Schulter tippte. Erleichtert drehte ich mich um und sah erst einmal einen lilanen Pulli. Was war der so groß? Automatisch hob ich meinen Blick, und die Frage, ob er Chanyeol war, blieb mir wortwörtlich im Hals stecken.

***
Wieder eine Partnergeschichte von sugafreeecoffee und mir :')
Sie schreibt aus Chanyeols Sicht, ich aus Baekhyuns.
Viel Spaß  ^-^

Her Fiancé × ChanbaekStories to obsess over. Discover now