5. Ein blonder Engel plant den Mord an fünf Milchbubis

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Kapitel 5: Ein blonder Engel plant den Mord an fünf Milchbubis

   Arschloch. Was für ein Waschlappen. Dummkopf. Wichser. Wut kochte über als ich die Titelseiter der Tageszeitung las. Mit vor Wut zusammengekniffenen Augen starrte ich die Überschrift an, die einem sofort ins Auge sprang. Neben dem Text, der sich über die ganze Titelseite erstreckte waren zwei kleine Bilder abgedruckt. Meine Hände zitterten und ich hatte Mühe, nicht lauft aufzuschreien und das Café in Schutt und Asche zu zerlegen.

   Da hatte sich der Penner doch tatsächlich das Leben genommen. Einfach so! Ich knallte für ihn diesen Perversling ab und er brachte sich um. Damit hatte er alles schlimmer gemacht. Seine blöde Sekretärinnen-Schlampe würde nicht verhaftet werden und er würde seine Familie nicht zurück bekommen. Da hatte ich einmal Herz gezeigt und hatte die Fotos von Templesmith seiner Frau untergejubelt und mein Klient brachte sich um. Wie kam das denn jetzt rüber? Wenn ich verhaftet werden würde, würde ich auch noch für einen Mord eingebuchtet, den ich gar nicht begangen hatte.

   Dick und fett stand es in der Zeitung. Das Leben von Donald Gotha, so hieß mein Klient, wurde in vollen Zügen in der Zeitung ausgebreitet. Und dann wurde der Tod von Templesmith erwähnt, dass die Polizei angenommen hatte, es sei seine Geliebte gewesen, doch der Abschiedsbrief von Gotha, enthielt die Beichte, dass er es war, der Templesmith ermordet hatte. Das Mordmotiv war, laut Brief, Liebeskummer und Eifersucht gewesen.

   Ich schnaubte wütend und drückte die Titelseite so fest auf die Tischplatte, dass meine Fingerknöchel weiß heraustraten. Die Rückseite war auch nicht besser. Von dem großen farbigen Foto, das die obere Hälfte des Blattes einnahm, grinsten mich die fünf Schwachköpfe an. „Grr“, fauchte ich und zerknüllte wütend die Zeitung und warf sie achtlos gegen das Schaufenster.

   Die junge Kellnerin warf mir einen entsetzten Blick zu, wagte es aber nicht rüber zu kommen und mich zu Recht zu weisen. Sie war ein hübsches Ding, wahrscheinlich Studentin, mit natürlich gebräunter Haut, blonde Haare, die zu einem hohen Zopf zusammengebunden waren. Sie war klein und besaß eine sportliche Figur, wahrscheinlich machte sie viel Sport. Sie war freundlich und nett, sagte ihre Meinung, blieb bei mir aber stumm. Sie kannte so was wie Respekt und wusste, wer solchen verdient hatte und wer nicht.

   Nett lächelnd winkte ich ihr zu und ich sah, wie es ihr widerstrebte mir nahe zu kommen. Anscheinend rechnete sie, dass ich erneut einen Wutanfall bekam und ihr den Kopf einschlug. Auch aus der Entfernung sah ich, wie sich ihre Lippen leicht bewegten, als sie sich selbst Mut zusprach. Mit federnden Schritten und einem aufgesetzten Lächeln kam sie auf mich zu.

   „Was kann ich für Sie tun?“, fragte sie und ich hörte den ängstlichen Unterton in ihrer Stimme, den sie versuchte zu unterdrücken.

   „Wären Sie so freundlich und würden mir noch einen Pfefferminztee machen?“, lächelte ich sie an und ließ meine Reihe gerader, weißer Zähne aufblitzen.

   „Zwei Beutel, zwei Süßstoff, richtig?“, fragte sie vorsichtig nach und ergriff meine leere Tasse.

   „Richtig“, sagte ich bemüht freundlich. Nur weil diese Typen sich gegen mich verschworen hatten, musste ich das nicht an ihr auslassen. So einen freundlich gesinnten Tag hatte ich heute einmal. „Und tut mir leid für meinen kleinen Wutausbruch. Ich hatte einen schlechten Tag.“ Sie nickte nur schnell, warf mir einen verständnisvollen Blick zu und verschwand dann hinter der Theke.

   Wütend griff ich wieder nach der Zeitung und entknüllte sie. Wieso musste es ausgerechnet die größte Boyband dieser Zeit sein, die mich aus meiner misslichen Lage befreite? Und dann auch noch ausgerechnet seine bescheuerte Boyband. Wie schwer konnte es schon sein, eben mal so fünf naive Kerle über den Haufen zu schießen, hatte ich gedacht. So leicht würde es mir bei keinem anderen werden, hatte ich gedacht. Wie leicht es werden würde. Leicht! Das ich nicht lachte. Es war schwer.

Mission Kills (Finish)Where stories live. Discover now