Prolog

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"Du bist schon seit drei Tagen in deinem Zimmer. Du hast nichts gegessen und ich wette, dass du nicht geschlafen hast. Komm da jetzt raus verdammt!" "Nein! Lass mich in ruhe und geh!"

Stille. Ein leises Seufzen von der anderen Seite der Tür war nur noch zu hören. Man hörte die leisen Schritte die sich entfernten. Sie legte ihr Gesicht in ihre Hände und weinte. Leise und schmerzvoll weinte sie in der kleinen Ecke ihres Zimmers. Sie hatte seit drei Tagen weder geschlafen noch wirklich was gegessen, da hatte ihre Freundin schon recht, doch die kraft dies zu ändern fehlte ihr an Unmengen. Sie ist verzweifelt, will nicht mehr aus ihrem Zimmer raus. Will nur noch alleine sein, in ihrem verdunkeltem und vor der Welt geschütztem Zimmer. Und genau so alleine will sie auch sterben. Sie will ihn vergessen. Die schönen Momente, seine sanften Küsse und die Worte, die er zu ihr gesagt hatte. Die ganzen Versprechen, die jetzt alle keine Bedeutung mehr haben. Sie will sein schönes Gesicht, dass immer vor ihren Augen erscheint, wenn sie diese schließt, vergessen. Das Lächeln, dass er ihr immer zeigte und seine Umarmungen, die sie so glücklich machten. Sie möchte alle diese schönen Erinnerungen an ihn vergessen und wieder atmen können.

Leise wimmernd zog sie ihre Beine an sich und legte ihren Kopf auf diese ab. Schützend wickelte sie ihre Arme um die Beine und ein leiser Schluchzer verließ ihre Lippen. Sie spürte wieder die Tränen ihre schon rauen und brennenden Wangen runterlaufen und wieder wimmerte sie vor sich hin. Die Tränen schienen nicht auf hören zu wollen ihre Wangen runter zu fließen und so vergrub sie ihren Kopf weiter an ihren Knien und weinte all den Schmerz, der tief in ihrem Herzen saß, aus ihr raus. Gefühlte Stunden saß sie so, ohne sich bewegt zu haben, nur das leichte zittern ihrer Schultern und das ständige Wimmern, dass sie von sich gab, ließen darauf hinweisen, dass sie noch am Leben war. Kurz seufzte sie, die Tränen hörten auf wie Wasserfälle ihr Gesicht runter zufließen und trockneten an der schon gereizten Haut ihrer Wangen.

Sie wischte sich mit ihrem Ärmel durchs Gesicht, locker steckte sie ihre fettigen Haare in einen Zopf und stand auf. Mit wackeligen Beinen bewegte sie sich vorerst auf ihr großes Bett zu und ließ sich darauf fallen. Sie legte ihre Hände in ihr Gesicht und atmete einmal schwer ein und wieder aus.

Sollte sie raus gehen?

Wäre das beste.

Noch einmal schwer ausatmend stand sie auf und ging auf ihre weiße Tür zu. Vor ihr blieb sie stehen. Ihr Herz schlug in einem unregelmäßigen Takt und ihre Hand fing an zu zittern, als sie diese auf die kalte Türklinke legte. Sie öffnete ihre Augen, drehte den Schlüssel einmal im Schloss und öffnete die Tür einen Spalt, dann noch einen, noch einen und noch einen bis die Tür halb offen war und das grelle Licht aus dem Flur sie blendete. Ruckartig schlug sie ihre Augen wieder zu und öffnete sie wieder nach kurzer Zeit. Sie gewöhnte sich stockend an das helle Licht und blinzelte daher noch ein paar mal, bis sie aus der Türschwelle trat und nun ganz im Flur stand.

Schwer atmend und mit wackeligen Beinen ging sie in das, direkt neben ihrem Zimmer anliegende Bad. Hinter sich schloss sie noch die hell graue schon fast weiße Tür ab und drehte sich zum Spiegel, der sich über dem Waschbecken befand. Als sie sich dort drinnen erblickte, stockte ihr Atem. Sie sah schrecklich aus, nicht nur das, sie sah einfach nur noch tot aus, mit ihrer Porzellan blassen Haut, den dunklen Schatten unter ihren braunen Bambi Augen die ihren fröhlichen Glanz verloren hatten, den klar hervorstehenden Wangenknochen und den ungepflegten Haaren, die sie zuvor in einem Zopf versucht hatte zu bändigen.

Ein leiser Seufzer verließ ihre Lippen als sie den Wasserhahn auf schraubte und das kalte Wasser in ihr Gesicht beförderte. Ungeschickt griff sie nach rechts um das dunkelblaue Handtuch von der Wandheizung zu nehmen und ihr Gesicht damit ab zu trocknen. Sie hob wieder ihren Blick zum Spiegel und betrachtete sich darin. Die erhoffte Erfrischung, die sie erwartet hatte, nach dem das kalte Wasser ihr Gesicht berührte, war nicht vorhanden. Sie war immer noch Leichenblass und der müde Gesichtsausdruck hatte sich auch nicht gebessert.

Sie seufzte, drehte sich zu der fast weißen Tür und öffnete diese. Schwer atmend ging sie durch die Tür und machte sich auf den Weg zu dem Zimmer ihrer besten Freundin, die schon seit Wochen vor ihrer Tür stand und versucht hatte sie aus dem dunklen traurigen Raum zu befördern, was jedoch jedesmal erfolglos endete.

Langsam legte sie ihre Hand an die Cappuccino braune Tür, sie hob einmal ihre zu einer Faust geballten Hand und klopfte an der Tür. Stille. Dann schnelle Schritte, die sich auf die hölzerne Tür zu bewegten und diese dann aufrissen. "Kathy?!" Ihre überraschte und geschockte Art lies sie stocken. Sie nickte leicht. "Oh man. Wie siehst du aus?" Bedrückt lies Kathy ihren Kopf hängen und antwortete nicht auf die Frage ihrer besten Freundin. Ihr schien der laminierte Boden plötzlich viel interessanter als die Tatsache, dass sie seit Wochen wieder vor ihrer Freundin stand.

Sie öffnete kurz ihren Mund, um was zu sagen, schloss diesen dann aber wieder. Minuten vergingen in denen sie nichts gesagt hatten. Kathy spürte den durchbohrenden Blick von ihrer Freundin auf sich. Unangenehm spannte sich ihr Körper an. Langsam hob sie wieder ihren Kopf und blickte in das Gesicht ihrer Freundin.

"Ich....ich" seufzend brach sie ab. Es war schwer die richtigen Worte zu finden um das Geschehene, was sich die letzten Wochen abgespielt hatte, zu beschreiben.

"Julia, ich... Es tut mir leid." Still schweigend standen sie nun da. Kathy immer noch den Blick auf den Boden gesenkt und Julia sie perplex anstarrend. "Was tut dir leid?" Verwirrt ging Julia auf das traurige Mädchen vor ihr zu. Langsam hob sie ihre Hand und strich sanft ihren Arm rauf und runter. "Das ich dich nicht mehr an mich ran gelassen habe und ich weiß nicht. Es tut mir einfach alles leid." Sie hob ihren Kopf und sah direkt in die blau-grünen Augen ihrer lebenslang besten Freundin. Diese umarmte Kathy bloß und strich beruhigend über den Kopf der Kleineren.

Ein leiser Seufzer verließ die Lippen von Kathy und sie klammert sich hilfesuchend an Julia, die sie nur fest hielt und immer wieder sanft über ihren Kopf strich.

"Alles wird gut, Süße. Ich bin doch da." flüsterte sie und drückte sie noch enger an sich.

∆ ∆ ∆

Hay ihr, das ist eine kleine Idee die ich habe die ich hier nieder geschrieben habe. Das hier ist bis jetzt 'nur' der Prolog. Wäre cool wenn ihr sagen würdet ob ihr vielleicht mehr wollt oder lieber nicht.

Naja bruhs. :p

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⏰ Last updated: Apr 23, 2020 ⏰

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