"Ana." Seine Stimme war so ruhig. Fast so als wäre nichts passiert.
Langsam setzte ich einen Fuß nach dem Anderen auf den alten Dielenboden. Das gequälte Quietschen der Dielen brach die Stille.
Große Schritte machten sich auf den Weg in meine Richtung.
Mein Herz hämmerte gegen meinen Brustkorb. Es fühlte sich so an als würde es jeden Moment zerspringen. Ein schmerzhaftes Druckgefühl breitete sich in mir aus.
Ich musste es nur aus dem Haus schaffen. Aus meiner ganz persönlichen Hölle. Dann würde ich ihn nie wieder sehen. Das Monster, das alles zerstörte hatte.
Barfuß machte ich mich auf den Weg zur Treppe. Ich schaute noch ein letztes mal in mein Zimmer. In das Zimmer in dem er es geschafft hatte, dass ich mich von der einen auf die andere Tat vor mir selber ekelte. Als mein 'Nein' nichts mehr zählte.
Er warf die Möbel um. Man konnte hören wie das Holz zerbrach.
Ich schlich die Treppe runter und sah sie. Tränen schossen mir in die Augen, so dass meine Sicht verschwamm. Ich wusste trotzdem was für eine Tragödie sich hier abgespielt hatte.
Ihre leicht geöffneten Augen waren glasig, das sonst so schön strahlende Blau war verblasst. Das linke Auge wurde von lila, rot und blau umrandet, ebenso ihre Wange. Auf ihrer Stirn war ein kleines Loch. Unscheinbar und sehr sauber eingetreten. Getrocknetes Blut klebte rundherum, bis zu ihrem Haaransatz. Ihre braunen Haare klebten wegen dem Blut aneinander, das auch an ihrer blassen Haut herunter lief. Sie wirkte wie in sich zusammengefallen.
Er hatte sie ihrer Schönheit, ihrer Freude und nun auch ihres Lebens beraubt.
Meine Beine zitterten immer stärker. Ich hatte nicht mehr genug Kraft mich am Geländer festzuhalten und fiel die letzten beiden Stufen herunter. Meine Knie schlugen auf dem Boden auf.
Ein Wimmern entkam mir.
Ich griff nach der Hand des leblosen Körpers und drückte sie an mich. Mein schwacher Körper lehnte sich über sie. "Es tut mir so unendlich leid..." meine Stimme brach ab. Ich schloss ihr die Augen. An meinen Fingern war nun ihr Blut. Das Blut meiner Mutter.
Immer mehr Tränen bahnten sich ihren Weg an die Oberfläche. Ich kniff meine Lippen aufeinander, doch ich konnte es nicht mehr aushalten und so brach ein verzweifelter Schrei aus meiner Kehler.
Dafür würde ich ihm eigenhändig die Eingeweide heraus reißen.
Ein leises klicken erregte meine Aufmerksamkeit. Langsam drehte ich mich um, nur um das zu sehen was ich geahnt hatte. Er stand da, grinsend, mit einer Pistole.
"Oh meine wunderschöne Anastasia..." Seine dunklen Augen funkelten mich amüsiert an.
Früher oder später werde ich sie ihm ausstechen.
Das Adrenalin, das sich durch meinen Körper pumpte ließ mich etwas tun, dass mich selber überraschte.
Ich richtete mich auf. Auf wackeligen Beinen flüchtete ich zur Haustür.....
Mit dem Blut meiner Mutter an den Händen zog ich die Eichentür auf.
Es fing schon an zu dämmern. Der Himmel tauche sich in wunderschöne rot und orange Töne. Es sah fast so aus als würde er brennen. Uns so wäre es wahrscheinlich auch besser gewesen.
Niemand hier könnte mir helfen. Er würde sie alle nach einander auf barbarischste Weise töten.
Meine Beine trugen mich in den Wald. Das dichte Blattwerk ließ, desto tiefer ich in den Wald lief, immer weniger Licht durch.
Beinahe machte sich ein Gefühl der Sicherheit in mir breit, als ich einen Schuss hörte.
"Es reicht !" Eine verärgerte Stimme schallte durch den Wald die drohte mich zu erschlagen.
Noch ein Schuss.
Mein Bein knickte weg und ich fiel auf den weichen Waldboden. Er hatte mich getroffen. Blut rannte meinen Oberschenkel runter Der Schmerz entlockte mir widerwillig einen Schrei. Meine Lunge zog sich zusammen.
Nein ! Nein ! Nein !
Er stapfte zu mir.
Ich konnte ihm jetzt genau in die Augen schauen.
Dem Mörder meiner Mutter, der eigentlich versprochen hatte auf ewig bei ihr zu bleiben und sie vor jedem Unheil zu bewahren. Der Mann der in unserem Familienalbum mit mir, direkt nach der Geburt vor der Kamera meiner Mutter posierte. Das Monster, dass nicht seine Grenzen kannte. Das permanent betrunken auf uns losging und uns dann so übel zugerichtet hatte, dass wir über mehrere Wochen im Krankenhaus lagen.
Jetzt würde sich das Monster rechen.
Dafür, dass wir das getan haben was wir schon vor Jahren hätten tun sollen. Wir haben uns gewehrt.
Die Polizei würde in diesem Moment meine Mutter, seine Frau tod im Wohnzimmer finden.
Er wird für alles büßen was er uns und jeder anderen Frau angetan hatte.
"Wieso zwingst du mich dazu ? Du weißt genau so gut wie ich, dass es keinen Ausweg für dich gibt." In seinen Augen war klar zu erkennen, dass er sich freute mich so zu sehen. Schwach.
"Für mich ist es längst zu spät...aber du...Sie werden dich kriegen und dann bekommst du dass was du verdienst ! " Ich lachte hämisch und versuchte stark zu wirken. Mir wurde schwindelig. Ein schwarzer Rahmen verkleinerte meine Sicht. Krampfhaft versuchte ich mich selber zu beruhigen, wissend dass ich gerade mein Todesurteil unterzeichnet hatte.
Seine Mine verfinsterte sich.
Unter Tränen atmete ich ein letztes mal tief ein, schloss die Augen und bereitete mich darauf vor es über mich ergehen zu lassen. Es ist okay...gleich bist du frei... wiederholte ich in Gedanken.
Er holte aus und schlug mich mit der Waffe nieder.
"Oh meine hübsche Ana..." die Stimme meines Vaters war das letzte was ich noch wahrnahm...
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Hard to break
HorrorIch lachte hämisch und versuchte dadurch stark zu wirken. Mir wurde schwindelig. Ein schwarzer Rahmen verkleinerte meine Sicht. Krampfhaft versuchte ich mich selber zu beruhigen, wissend dass ich gerade mein Todesurteil unterzeichnet hatte.
