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Es regnete und ein kühler Wind blies. Knurrend zog ich meine Kapuze tiefer ins Gesicht. Der schwarze Lederumhang liess zum Glück kein Wasser durch, sonst wäre ich bestimmt schon klatschnass. Zügig ging ich durch das kleine Städtchen. Eigendlich wollte ich mir Vorräte und Werkzeug besorgen, aber ich hatte mal wieder ein Durcheinander mit den Wochentagen. Es war Sonntag, folglich hatte natürlich kein Laden offen. Seuftzend bog ich auf einen grossen Platz ein, in dessen Mitte eine Statue von irgendeinem Typen auf einem Pferd stand. Wahrscheindlich diente er als Marktplatz, aber bei diesem Wetter war natürlich niemand da. Ein Windstoss blies mir ins Gesicht und hätte mir fast die Kapuze runtergerissen. Vorsichtig zog ich sie mir wieder ins Gesicht, sodass die pechschwarzen, langen Hörner darunter verborgen blieben. Von mir aus muss niemand wissen, dass ich da war. Meine schwarzen Flügel hatte ich fest an den Körper gepresst, damit sie nicht unter dem Umhang hervortraten, den Schwanz hatte ich mir um die Tallie gelegt. Bedacht hielt ich den Kopf gesenkt, damit man die Schuppen auf meinen Wangen nicht erkennen konnte. Mein Mund war trocken, ich hatte seit meiner Abreise nichts getrunken. Ich blieb kurz stehen und sah mich nach einer Bar um. Es waren nur wenige Leute unterwegs. Schnellen Schrittes liefen die durch den prasselnden Regen, die Kapuzen tief ins Gesicht gezogen oder einem zerfleddertem Regenschirm haltend. Schliesslich entdeckte ich eine heruntergekommene Bar am Ende des Platzes. Ich fasste meinen Umhang fester und steuerte darauf zu. Das Haus war zimlich verlottert. Die Fenster waren verstaubt, die Farbe blätterte in grossen Stücken ab und die Buchstaben des Barschildes waren so verwittert, dass man sie kaum entziffern konnte. Diese Mühe machte ich mir gar nicht erst. Ein letztes Mal zog ich mir die Kapuze tief ins Gesicht, dann trat ich ein. Die Luft im Pub war stickig, es roch nach verschüttetem Bier und verdorbenem Alkohol. Angewidert zog ich die Nase kraus. Als Halbdrache hatte ich einen ausgezeichneten Geruchssinn. Das fahle Licht kam von ein paar ramponierten Petroleumlampen und Fackeln, die an den Wänden befestigt waren. Aus einer Ecke ertönte besoffenes Johlen. Vier Männer, die aussahen als seien sie seit Freitagabend hier, sangen alte Kriegslieder und prosteten sich so heftig zu, dass das Bier in den Krügen durch den ganzen Raum spritzte. Unter einem der zahlreichen Holztische lagen zwei Männer mit einer jungen Frau. Was die dort trieben wollte ich lieber nicht wissen. Eine Schlampe und ihre Freier..., dachte ich angeekelt. Wie erbärmlich. Ich setzte mich an einen Tisch, wobei ich darauf achtete, genug Abstand von den anderen Leuten zu haben. Ein paar Tische weiter waren ein paar Männer in ein Pokerspiel vertieft. "Nu' no' ein Bierchen Har'y.", lallte ein bärtiger Mann an der Theke. Der Wirt schüttelte den Kopf. "Das wär' dein elftes, Nick. Du bist so betrunken, kannste froh sein, dass du überhaupt noch bei Bewusstsein bist." Dieser Harry war ein stämmiger Mann im mittleren Alter, mit wenig Haar und stattlichem Bierbauch. Er hatte sich eine schmuddelige, ehemals weisse Schürze umgebunden und wirkte, trotz dem etwas schlägermässigen Aussehen, einigermassen sympathisch. Er bemerkte meinen Blick, trat hinter der Theke hervor und schob seinen massigen Körper zwischen den Stühlen und Tischen hindurch. "Was darfs'n sein?", brummte er. Ich überlegte kurz, dann erwiederte ich: "Bring mir 'nen starken Whisky." Meine Stimme klang so rau, als hätte ich sie seit Wochen nicht mehr benutzt. Harry nickte kurz, dann verschwand er hinter den Tresen und kam wenige Miniten später mit einem grossen Krug Whiskey wieder. Ich zahlte ihm 60 Jewels und nippte an dem starken Getränk. Genüsslich spürte ich, wie das Gebräu meinen Hals runter rann und zog eine zerknitterte Landkarte aus der Manteltasche. Ich strich sie auf dem staubigen Tisch glatt. Wenn ich mich nicht irre, müsste ich irgendwo hier sein... Genau. Da., überlegte ich und tippte den Marktplatz auf der Karte an. Dann müsste die Gilde auch nicht weit sein. Da. Das grosse eingezeichnete Gebäude war fein säuberlich angeschrieben. Fairy Tail in Magnolia. Zufrieden nickte ich und verstaute die Karte wieder in meinem Umhang. Eine halbe Stunde Zugfahrt und ich bin am Ziel. Dann leerte ich den Whiskykrug und wollte gerade aufstehen, als mir jemand plump eine Hand auf die Schulter legte. Erschrocken fuhr ich herum. Der bärtige Nick grinste mich sturzbetrunken an. Seine Zähne waren schmutzig gelb, von seinem Mundgeruch wurde mir übel. "Ha- haste schon ge'ört?", lallte er, "Die Dimidraco soll' in der Nä- Nä'e sein." Ich schluckte. Hat sich das so schnell herumgesprochen? "A-ach ja?", fragte ich und versuchte so überrascht wie möglich zu klingen. "Ja! Ha- haste die Zeitung nich' geles'n?" Er hielt mit eine schmuddelig-feuchte Zeitung unter die Nase. Es war das örtliche Haljions Tagblatt. Ich nahm sie ihm aus der Hand und Überflog die Titelseite.
CZYTASZ
Fairy Tail - Ein ungleiches Team (pausiert)
FanfictionArtis Harez, ein junger und eher unauffälliger & zurückhaltender Magier, ist vor wenigen Monaten der wohl bekanntesten Magiergilde Fiores beigetreten: Fairy Tail. Doch das Finden neuer Freunde und besonders eines Teams fällt ihm schwer. Obwohl von a...
