Das Glas der zerbrochenen Fensterscheibe durchschnitt mit seinem Klirren die Stille. Tyler, die so eben das hintere Fenster des verlassenen Supermarktes eingetreten hatte, hielt inne, lauschte ob nicht von irgendwo her das verräterische Stöhnen eines Untoten zuhören war. Zu gerne ließen diese abscheulichen Kreaturen von Geräuschen anlocken, und sie war nicht gerade leise gewesen. Allerdings war das Zerbrechen der Scheibe ein notwendiges Übel gewesen. Den Vordereingang des Supermarktes hatte sie bereits überprüft, aber die dicke Eisenkette, die den Haupteingang verriegelte war ein unüberwindbares Hindernis für das Mädchen. Den Supermarkt links liegen zu lassen war ebenfalls keine Option, dazu war die Aussicht auf Lebensmittel viel zu verlocken. Ein Magenknurren verriet, dass sie wohl schon eine längere Zeit nichts mehr zu essen gehabt hatte. In dieser Zeit nichts Außergewöhnliches.
Dass Tyler nicht die Einzige war, die sich diese Stadt als Ziel ausgesucht hatte um ihre Vorräte aufzustocken, das konnte sie nicht wissen. Rick, Glenn und Maggie hatten die Farm der Greenes bereits verlassen und befanden sich auf dem Weg in die wenige Kilometer entfernte Stadt. Niemand wollte untätig herumsitzen und Vorräte zu beschaffen war eine der wichtigsten Dinge überhaupt. Auch wenn es nicht mehr viel gab.
Rick saß am Steuer eines Hyundai Tucson und brachte den Wagen mitten auf der Straße zum Stehen. Es achtete niemand mehr darauf, ob man ordentlich parkte oder nicht, wichtig war nur, im Notfall wieder schnell wegzukommen. Nacheinander stiegen die drei aus dem Wagen, und als Rick die Tür zufallen lies, ging sein Blick wachsam umher.
„Sieht ruhig aus." stellte der ehemalige Sheriff fest ohne dabei die Umgebung aus den Augen zu lassen. Er konnte jedoch tatsächlich keinen Beisser ausfindig machen. Sein Blick fiel auf den verlassenen Supermarkt, und auch Glenn und Maggie entging diese Chance nicht. Ein kurzes Kopfnicken, die Waffen gezückt, steuerten sie auf das verlassene Gebäude zu. Rick prüfte kurz die Eingangstür, die schwere Metallkette hielt alles gut verriegelt.
„Die haben sicher ein paar von den Biestern eingesperrt, oder nicht?"
Auf Glenns Worte hin klopfte Rick gegen die Tür, wartete einen Moment ab und lauschte. Glenns Verdacht bestätigte sich, denn kaum hatte Rick innegehalten dröhnte das typische Stöhnen der Beisser durch die verschlossene Tür. Angelockt von Ricks Klopfen hatten sich diese zur Tür gewandt und versuchten an die drei heranzukommen.
Wieder ein paar eindeutige Handzeichen von Rick. Sie waren ein eingespieltes Team. Maggie und Glenn traten zurück, die Messer gezückt und gaben Rick das Zeichen, dass sie bereit waren, während dieser sich an der Kette zu schaffen machen. Mit dem passenden Werkzeug war es ein leichtes, und rasselnd ging die schwere Eisenkette zu Boden. Jetzt war es an ihm, die Beisser nach und nach nach draußen zu lassen, damit die anderen beiden sie mit einem gezielten Messerhieb zwischen die Augen erledigen konnten.
Tyler war nicht entgangen, dass sich noch jemand an dem Gebäude zu schaffen machte und da sie den Vordereingang gewählt hatten, vermutete sie, dass es mehrere Leute waren. Mit der entsprechenden Ausrüstung. Es war an der Zeit sich zu beeilen, damit das alles hier nicht umsonst gewesen war. Sollten die anderen ihr zuvor kommen, dann würde sie erneut mit leeren Händen dastehen, oder hatte ganz andere Probleme.
Lautlos hatte sie sich durch das zerbrochene Fenster in das Innere des Supermarktes hineingleiten lassen. Zu ihrem Glück waren die Untoten mit der Unruhe an der Vorderseite so beschäftigt, dass sie das Mädchen gar nicht bemerkten. Umso besser und dennoch durfte sie nicht unvorsichtig werden, denn diese Monster waren noch immer sehr gefährlich.
Leise schlich sie zu den hinteren Regalen, stopfte in ihre Taschen was sie nur kriegen konnte. Dabei war es egal was, Hauptsache es war essbar. Der Boden unter ihren Füßen knarrte, doch dem schenkte sie keine Beachtung. Sie ahnte nicht, wie morsch hier alles war und im nächsten Moment verlor sie den Boden unter den Füßen. Das Holz war eingebrochen, und mit einem Aufschrei landete sie unsanft eine Etage tiefer. Schmerzverzerrt verzog sie das Gesicht. Sie spürte einen stechenden Schmerz in ihrem linken Bein, ihr Knöchel musste etwas abbekommen haben. Glücklicherweise schien er nicht gebrochen zu sein, allerdings verriet das Ächzen und Stöhnen welches aus der Dunkelheit vor ihr kam, dass sie weniger Glück hatte. Ihre Hand ging zu ihrem Bogen, doch hier unten war es viel zu eng um ihn zu nutzen, stattdessen stolperte sie rückwärts, weg von dem Beisser, der auf sie zu stolperte.
YOU ARE READING
The Walking Dead - Please don't die
AdventureNach dem Ausbruch einer Seuche kämpft eine Gruppe Überlebender gegen die Toten. Als wäre das nicht genug, haben sie mit ihren eigenen kleinen Problemen zu kämpfen.Ein Kampf um das Überleben, die Liebe und Freundschaft.
