„Willst du darüber reden?" fragte er so ruhig wie möglich, sein Blick wurde warm und am liebsten hätte ich mich von ihm drücken gelassen. Um Himmels willen, ich führte mich schon auf wie ein kleines Mädchen!
„Sehe ich so aus?" schnappte ich und kniff meine Zähne zusammen, um einen zu lauten Ton zu verhindern.
Luke sagte kurz nichts, er sah mich noch immer an und atmete tief durch.
„Du weißt, dass du immer mit mir reden kannst..." er sah mich vorsichtig an, ich schüttelte meinen Kopf und schluchzte.
„Danke, aber ich habe kein Bedürfnis." Gab ich stur zurück und schloss meine Augen. Konnte ich mich nicht einfach von hier wegbeamen? In eine andere Zeit vielleicht? Vielleicht in die Zeit der Dinosaurier, da gab es zumindest keine Menschen.
„Ist es wegen Tess? Hast du sie gesehen?" fuhr Luke fort und ich schloss meine Augen. Konnte er nicht einfach seine Klappe halten?
„Komm schon Kumpel, das ist ein Jahr her! Irgendwann musst du loslassen!"
Wow, wirklich wow. Er war mir wirklich eine große Hilfe.
„Scheiße, halt deine Fresse!" Ich schlug seine Hand weg, die auf meinem Arm lag.
„Du hast mit einer rumgemacht, oder? Ist doch gut, das ist ein Fortschritt!"
Was laberte er da?
„Ich hab mit keiner rumgemacht, und das alles geht dich sowieso einen Scheißdreck an!"
„Klar. Und deshalb ist deine Hose auch offen und den Knutschfleck hast du von der Luft bekommen." Auf Lukes Lippen bildete sich ein höhnisches Grinsen, erst jetzt bemerkte ich, dass meine Hose tatsächlich noch offen war.
„Ich bin über sie hinweg." Sagte ich ruhig und schloss meinen Gürtel. Dann wischte ich über mein rechtes Auge. Konnte dieses eklige Salzding nicht schneller trocknen?
„Das glaubst du doch selbst nicht, Ashton..." Luke schüttelte seinen Kopf, er atmete tief durch und schob sein Lippenpiercing zwischen seine Zähne.
Ich schloss meine Augen, nahm selbst einen tiefen Atemzug und senkte meinen Kopf.
Ich war mir nicht sicher, ob ich mich Luke gegenüber wirklich öffnen sollte. Klar, er war einer meiner besten Freunde, und ich wusste, dass ich ihm vertrauen konnte. Aber normalerweise hatte ich solche Sachen immer mit Tyler besprochen. Selbst als ich damals Tys Schwester betrogen hatte und mir klar war, dass er mich umbringen würde, war ich trotzdem zu ihm gegangen und hatte auf seine Hilfe gehofft. Egal was für ein Arschloch er manchmal sein konnte, war er trotzdem der beste Freund gewesen, den man sich wünschen konnte. Er hatte mir immer geholfen, egal was für eine Scheiße ich angestellt hatte. Dafür war ich ihm wirklich etwas schuldig.
Aber jetzt war Tyler ja nicht mehr hier, und seit beinahe einem Jahr hatte ich alles einfach nur in mich hineinfressen lassen. Und es hatte mich ruiniert.
Ich hatte mich selbst von meinen restlichen besten Freunden entfernt, ich war Luke, Calum und Michael so oft wie möglich auf dem Weg gegangen und auch wenn wir zusammen waren, hatte ich mich ihnen gegenüber echt scheiße benommen. Das wusste ich, aber ich konnte es auch nicht mehr ändern. Ich verstand überhaupt nicht, warum sie überhaupt noch etwas mit mir unternahmen, denn ich war nichts als ein psychisches Wrack. Ein psychisches Wrack, das nichts als die Hölle verdient hatte.
„Luke...ich...ich weiß einfach nicht, was ich tun soll." Begann ich und schluckte einen schweren Kloß, der sich in meinem Hals gebildet hatte.
„Du musst loslassen. Sie ist glücklich, Ashton. Hast du nicht gesagt, dass das dein einziger Wunsch ist? Dass sie glücklich ist?"
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Unavoidable ~ With Or Without You
Teen Fiction❝ Narben erinnern uns an das Erlebte, aber sie definieren nicht unsere Zukunft ❞- Mark Twain Das Leben ist kein Wunschkonzert, soviel ist Tess im letzten Jahr mehr als klar geworden. Denn noch vor einem Jahr hatte sie alles, ihr Leben schien per...
Epilog
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