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,,Wir sind gekommen, um Abigail zu besuchen. Sie wissen schon... es ist wieder der eine Tag."

,,Mum, ich will nicht zu ihr. Sie ist so...komisch."

,,Evangeline! Sag sowas nicht. Sie ist immer noch deine kleine Schwester."

,,Das mag vielleicht so sein, aber ich gehe da trotzdem nicht rein."

Sie dachten ich würde sie nicht hören. Wie sie flüstern und sich gegenseitig ihre Sorgen um mich austauschten.
Wie sie mein neuestes Medikament miteinander besprachen und auf eine "Besserung" hofften.

Sie alle hatten keine Ahnung. Meine Familie, die Leidenden, wie ich sie gerne nannte, waren allesamt Heuchler.

Sie dachten wirklich, dass mir irgendein Medikamente helfen könnte. Sie dachten, dass ich "anders" war, nur weil ich nicht auf die selbe Art und Weise trauerte wie sie es taten.

Mein Hals schnürrte sich vor Wut und Frust zusammen. Ich krallte mit meinen langen spitzen Nägeln an meiner schon lila angelaufenen Haut.

Mit den ganzen Emotionen, die durch meinen Kopf flogen, kam ich nicht klar und die Worte, die mir in meinem Hals stecken blieben, wollte ich befreien. So unbedingt.

Doch es ging nicht.

Es hat noch nie geklappt. Das Einzige was mir übrig blieb, waren die Schrammen an meinem Hals und Stücke meiner Haut unter meinen Fingernägeln.

So war es schon seit fast fünf Jahren. Seit dem Tag an dem ich mich von allen weg gedreht hatte, und sie ausblendete.

Schon vorher konnte ich keinen von Ihnen ausstehen, wie denn auch, sie fanden immer einen Weg mich in die letzte Ecke des Hauses zu scheuchen.

Sie stießen mich ab, als wäre ich die Pest. Dabei bin ich es, die sie verachten sollte.

Die Tür öffnete sich und damit schien auch die einzige Quelle an Licht in den Raum.

,,Abigail?"

Ich saß mit den Knien unter meinem Kinn auf dem Bett und sah ins Nichts.

Beim Klang, ihrer Stimme kam wieder das Bedürfnis in mir, alles auszublenden und nichts zu fühlen.

Einfach taub da zu sitzen.

Die zwei Erwachsenen Frauen, die den Raum betraten, waren zum einen meine vorgeschriebene Ärztin und die Frau die mich dieser skrupellosen Welt aussaß.

,,Ich lass sie für einen Moment allein."

Mit diesen Worten verschwand Dr. Massala.

Eigentlich war sie ja eine liebenswürdige und sympathische Person und hätte ich sie unter anderen Umständen und an einem anderen Zeitpunkt kennengelernt, dann würde ich sie mögen.

Aber so beachtete ich sie nicht. Obwohl ich sagen musste, dass sie die einzige war, mit der ich ein wenig kommunizieren tat.

,,Abigail?"

Sie sprach meinen Namen mit Hoffnung und Vorsicht aus.

Hoffnung darauf, dass ich mit ihr sprach, mich ihr öffnete.

Und Vorsicht, weil sie wie jedes mal nicht wusste, was sie zu mir sagen sollte, was ich nicht schon wusste.

,,Athene?"

Mein Kopf schnellte in ihre Richtung und meine Augen wurden zu Schlitzen.

Diesen Name habe und wollte ich schon lange nicht mehr hören. Was fiel ihr ein ihn zu nennen?

Den verfluchten Namen, den mir mein Vater gegeben hatte. Und er war auch der einzige der ihn benutzte.

Meine Hände zitterten vor Wut und die Tränen drohten mir aus meinen Augen zu kommen.

Nie hatte sie ihn erwähnt, in den fünf Jahren die ich hier schon war, hatte sie ihn nie genannt. Und jetzt, was hatte sich an der Situation geändert?!

Ich stand von meinem Bett auf und sah sie Hass erfüllt an und ohne ein weiteres Wort, verschwand ich im Bad.

Sie wollte, dass ich reagiere und zu ihr sprach, aber das würde nicht passieren.

Nicht heute, weder morgen, nie!

Nach einer halben Stunde hörte ich Schritte und der Klang einer geschlossenen Tür.

Ich atmete tief aus und verließ das Bad.

Mit dem Blick zum Boden ging ich wieder auf mein Bett und setzte mich in meine vorherige Position.

,,Du wirst morgen einen neuen Betreuer bekommen."

Meine Fäuste schlossen sich krampfhaft zusammen und ich versuchte langsam und ruhig zu atmen.

,,Ich weiß nicht, was dein Problem ist, Abigail. Ich weiß es wirklich nicht und dabei habe ich, nein wir, so viel für dich getan, aber du undankbares Kind hast es nicht angenommen."

Sie wartete und wartete. Das Einzige was man im Raum hörte, waren unsere Atemzüge, die jeder von uns tat und das Ticken der Uhr.

,,Mach doch was du willst."

Und endlich ging sie, doch nicht ohne die Tür schwungvoll zu schließen. Und dieses mal war es endgültig.

So ist es schon immer abgelaufen und wie es sich herausstellte würde es sich auch nicht ändern.

Der Gedanke an einen neuen Betreuer ließ mir einen Schauer über meinen Rücken laufen.

Ich wollte keinen. Ich hatte einen nicht nötig.

Aber wer war ich schon, um irgend welche Entscheidungen zu treffen?

Ich meine, ich war ja gestört und Suizid gefährdet...

Not edited

xoxo blvckone16

Emerald Green Stories to obsess over. Discover now