Kapitel 1

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Die Sonne brannte auf Tokyos Straßen hinab und schien alles und jeden mit ihren Strahlen versenken zu wollen. Wind wehte den Abfall der Menschen die Wege entlang, während diese weiter abseits den Hauptstraßen zu ihren Arbeitsplätzen und den Orten, zu welchen sie wollten, folgten.
Masa wurde schlecht bei dem Geruch von Nahrung, Lebensmitteln aus Milch und Tierfleisch, Gemüse und Obst. Für einen Moment hörte sie ihren eigenen Herzschlag in ihrem Ohr pochen, bevor sie sich die Kapuze ihres Parkas tiefer ins Gesicht zog und sich mit dem Handrücken den Schweiß von der Stirn wischte.
Es war viel zu warm, um sich im zugeknöpften Parka durch Tokyos erhitzte Gassen zu schlagen, doch sie hatte keine andere Wahl. Je mehr Leute ihr Gesicht kannten, desto schlimmer. Es war zu einfach zu gefährlich.
Ein Schrei in der Ferne weckte ihre Aufmerksamkeit. Die Nase in den Luft reckend versuchte sie die genaue Richtung zu bestimmen, trottete dann langsam los, verschwand in den wenigen Schatten, die die Häuser warfen, trotz des hellen Sonnenlichts.
Bald schon wehte auch ihr der metallene Geruch von Blut um die Nase und sie spürte, wie ihre Augen begannen zu brennen. Schnaufend lehnte sie sich an die nächste Hauswand und kniff die Augen zusammen, ihr Herz wummerte stark in ihrer Brust und sie spürte, wie ihr das Wasser im Mund zusammen lief. Sie hasste dieses Gefühl.
Sie lief weiter, folgte dem Geruch, bis sie endlich die Menschenmasse sah, welche panisch umher irrte. Es kam ihr vor, als würden diese Leute alles beäugen, beobachten und fürchten, was auch nur ansatzweise anders aus sah. Ja, sie kannte diese Blicke. Es war die Angst, die sie immer zeigten, wenn sie etwas gegenüber standen, dem sie nicht gewachsen waren. Sie mussten angegriffen worden sein. Von Jemandem wie ihr - einem Ghul.
Ihr wurde bewusst, dass es hier keine Möglichkeit geben würde, etwas abzubekommen. Also würde sie wohl oder übel selbst jagen müssen.
Ihr Herz machte einen Sprung, als sie das dachte.
Auf dem Absatz drehte sie sich um und schlenderte erst langsam weg, bis sie dann immer schneller wurde, durch die Gassen rannte. Sie sollte schleunigst verschwinden, denn überall, wo es zu einem solchen Vorfall kam, tauchten innerhalb kürzester Zeit Ermittler auf. Tauben, wie sie sie nannten, die nur dafür da waren, Ghule wie sie zu vernichten.
Sie stockte und viel beinahe, als ihr zwei neue Gerüche in die Nase stiegen. Der eine süß und sanft, der typische Geruch eines Kindes. Und der andere rauchig, finster und metallisch - der Geruch eines Ghuls.

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Hunger (Tokyo Ghoul Fanfiktion)Stories to obsess over. Discover now