Kapitel 1

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❝Malen ist die vollkommene Erholung

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Malen ist die vollkommene Erholung. Ich kenne nichts, das den Geist vollständiger in Anspruch nimmt, ohne den Körper zu erschöpfen.❞

//Raven's POV\\

TRÄUMEN WIR NICHT alle insgeheim davon von unserer Leidenschaft leben zu können? Jeder Mensch will doch genau das machen, was ihn glücklich macht. Aber was ist, wenn man nicht wirklich weiß, was einen zufrieden und vollkommen macht? Niemand wacht einfach morgens auf und hat seine Leidenschaft gefunden. Es schaut auch niemand tagelang in die Luft und entdeckt auf einmal seine Leidenschaft. Leidenschaft findest du nicht – du erschaffst sie.

Und ich habe sie definitiv durch meine selbstgezeichneten Bilder erschaffen.

Für mich selber war das Zeichnen schon immer der Mittelpunkt meines Lebens. Schon oft wurde ich gefragt, was mich am Malen so fasziniert und wieso ich überhaupt meine ganze Zeit darin so sehr investiere. Viele Menschen in meiner Umgebung wollen verstehen, wie überhaupt ein paar lausige Bleistiftstriche mein Leben so dermaßen auf den Kopf stellen können. Um ehrlich zu sein, habe ich keine genaue Antwort auf diese Frage. Eigentlich weiß ich es selber nicht.

Die Faszination des Zeichnens kann man nicht in Worte fassen. Es gibt so etwas wie einen Malvirus und wer von ihm befallen ist, kommt davon nicht mehr so schnell wieder los. Die Kunst verleiht mir sozusagen Flügel. Wenn ich male, verlasse ich das Gestern, denke nicht an morgen und verliere mich im Augenblick.

Das ist genau der Moment, in dem ich mich lebendig fühle und die ganze, klare Wahrheit erkenne. Meine Wahrheit. In meinen kleinen und größeren Werken erzähle ich meine Geschichte und gebe ein Teil von mir in die Welt zurück. Von der Sehnsucht zur Schöpfung und schließlich zum wahren Sein – mit Worten, in Bildern, mit den Augen, Händen und insbesondere mit Herz und Seele.

Die größte Inspiration dabei ist das Leben selber – in all seinen Facetten. Die Natur, die Menschen, der Weltschmerz, meine Fragen und persönlichen Wunden und oftmals die ganz kleinen Dinge. Bei denen sich meist herausstellt, dass sie letztlich die ganz Großen sind.

Und deshalb muss man auch manchmal für seine Träume bestimmte Dinge aufgeben. Vielleicht stellt sich genau das, als Fehler heraus. Aber in diesem Moment konnte ich nicht anders. Ich musste es tun. Es hat sich in diesem Moment einfach richtig angefühlt. Ich habe mit der Schule aufgehört und bin von einem Tag auf den anderen nach New York gezogen. In die Stadt, die niemals schläft. In die Stadt, in der deine Träume wahr werden.

Die Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten.

Meine Eltern waren natürlich nicht gerade von meinem Vorhaben begeistert. Welche Eltern würden auch bei so einem Vorhaben für ihr eigenes Kind vor Begeisterung mit den Händen klatschen?

Sie waren fuchsteufelswild und ich bin mir eigentlich sicher, dass ich meine Mom noch nie so enttäuscht gesehen habe. Ihre glasigen Augen haben mir ja schon förmlich gezeigt, dass ich ihr Bild von der guten, vorbildlichen Tochter vollkommen zerstört habe.

Draw MeHistorias para obsesionarse. Descúbrelo ahora