Liv
Das Klirren von Geschirr verriet mir, was gerade geschehen war. Ich sah nach unten und fluchte leise. Die Tasse, die mir runtergefallen war lag nun zerbrochen am Boden und der Kaffee, der sich noch zuvor in der Tasse befunden hatte, war auf meinen weißen Turnschuhe gelandet. Nocheinmal fluchte ich so, dass mich der Gast nicht verstanden haben konnte. Das Tablett in meiner Hand stellte ich auf dem Tisch ab, der rechts neben mir stand und ich hockte mich hin um die Scherben aufzuheben. Im Augenwinkel sah ich wie der junge Mann, dem ich den Kaffee bringen sollte, aufstand und ging. Ich wusste nicht wohin, da ich zu sehr mit den Scherben beschäftigt war, aber ich hoffte, dass er nicht gegangen war, denn ich wollte mich noch entschuldigen und nicht dafür verantwortlich sein, dass ein Gast das Café einfach so verlassen hat. Nachdem ich die letzte Scherbe von dem Boden in meine Hand gelegt hatte, stand ich auf, um in die Küche zu gehen, wo ich dann die Scherben in den Müll schmiss. Dabei musste ich mich geschnitten haben, denn als alle im Mülleimer lagen, sah ich einen langen Schnitt in meiner Hand, aus der Blut lief. Ich zischte kurz, denn es war schon schmerzhaft, begab mich dann aber zum Wasserhahn um die Wunde zu reinigen.
Als ich mir dann noch ein Tuch genommen hatte, das ich auf meine Hand legte, da ich kein Verband gefunden hatte, ging ich zurück zu dem Tisch um den Kaffee wegzuwischen. Doch wie ich feststellen musste, war er schon weg. Ich hatte keine Kollegin, die das hätte wegmachen können und der Koch war eben noch in der Küche, deshalb war ich so irritiert. Ich sah zu Tisch Nummer 3, wo ich den Kaffee hätte hinbringen müssen und stellte fest, dass der Gast sich wieder dort hingesetzt hatte und neben ihm lagen, mit Kaffee vollgesogene, Papiertücher aus den Toiletten. Er hatte den Kaffee weggemacht.
Nachdem ich eins und eins zusammen gezählt hatte, ging ich zum Tisch. "Haben Sie den Kaffee weggewischt?" fragte ich unsicher. "Ja, ich dachte, ich könnte dir ein wenig helfen." Er lächelte mich an, was mit seinen Hamsterbäckchen sehr süß aussah. "Danke, aber das hätten Sie nicht machen müssen. Es tut mir leid, dass ich ihnen solche Umstände gemacht habe." Mir war die gesamte Situation total peinlich, weshalb ich leicht errötete. "Ach, das habe ich doch gerne gemacht." sagte er, immer noch mit dem süßen Lächeln auf den Lippen. "Ok, dann hole ich Ihnen mal einen neuen Kaffee." sagte ich, während ich die Papiertücher einsammelte. "Moment! Warte. Kann ich doch lieber eine Cola haben?" fragte er schnell, während er sich seine schulterlangen, braune Haare aus dem Gesicht strich. "Oh, ja klar. Die geht natürlich auf's Haus." antwortete ich und ging zur Küche.
Mit der Cola in der Hand kam ich wieder und stellte sie dem Gast auf dem Tisch. Ich lächelte ihn an und wollte mich gerade umdrehen, als er mich auf meine Hand ansprach. Ich versicherte ihm, dass alles in Ordnung war und machte anstalten wieder zu gehen. "Setzt du dich zu mir?"
"Ähm, tut mir leid, aber ich darf keine Pause machen. Ich würde mich gerne zu Ihnen setzten, aber ich muss arbeiten. Und mein Chef, er ist ist ziemlich streng." sagte ich bedauernd. Ich wollte mich wirklich gerne zu ihm setzten, doch dafür war ich zu schüchtern, deshalb hatte ich mit dieser Ausrede angefangen. Eigentlich musste ich wirklich arbeiten, denn ich war die einzige Bedienung in dem Café und musste somit alles alleine machen, aber da nicht viel los war, war es egal, ob ich Pause machte oder nicht. "Ok, du hast Recht. Aber vielleicht können wir uns mal treffen? Hier, warte."
Er fing an in seiner Jackentasche zu kramen und zog letztendlich einen Zettel aus seiner Tasche. Er zeigte fragend auf den Stift, der an meiner Uniform klemmte. Ich verstand und gab dem Mann den Stift. Er schrieb seine Telefonnummer auf und gab mir den Zettel und den Stift.
"Rufst du mich an?" fragte er vorsichtig. Ich nickte kurz und steckte den Zettel in meine Schürze, die ebenfalls zu meiner Uniform gehörte. Ich sah ihm in die Augen. Er hatte wunderschöne, glasklare Augen. Das giftgrün passte perfekt zu ihm und allem anderen in seinem Gesicht.
"Ich heiße übrigens Manuel." er lachte kurz und sah mich dann erwartungsvoll an. Manuel. Das passte.
"Liv."
"Schön dich kennen zu lernen, Liv."
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Heii, das erste Kapitel ^^ Ich hoffe, es gefällt euch :)
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I want to go far away | GLP FF
FanfictionDie 17 jährige Liv arbeitet als Kellnerin in einem Café. Irgendwann lernt sie dort einen jungen Mann Namens Manuel kennen und bekommt ihn nicht mehr aus ihren Kopf. Aus dieser kleinen Begegnung entsteht etwas Grußes - eine Reise durch die USA, wo s...
