Spaziergang im Regen

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Tropfen benässten meine bleiche Haut. Die braunen Haare sträubten sich in alle Richtungen. Graue, ausgewaschene Augen ohne Lebensfreude blickten stur grade aus, um nicht in die nächste Pfütze zu laufen.
Es hatte angefangen zu regnen. Eigentlich schon vor Stunden, aber es kam mir so vor wie Sekunden. Mittlerweile war meine dunkelblaue Joggingjacke komplett durchnässt und in meinen Chucks hatten sich kleine Pfützen gebildet, welche bei jedem Schritt schwappten und ein platschendes Geräusch von sich gaben. Die Kapuze hatte ich mir tief ins Gesicht gezogen. Nur wenn ich nach oben sah gab es Regentropfen die von meiner Kapuze aus auf meine Nasenspitze tropften und sich von dort aus einen Weg hinunter bahnten. Ich liebte den Regen. Sobald ich nur den Regen auf meiner Haut spüren konnte, war ich zufrieden. Er passte zu mir. So dunkel, so bedrückend, so kalt und trotzdem manchmal so befreiend...
Als nach 3 Stunden der Regen immer noch nicht aufgehört hatte, beschloss ich traurigen Herzens meinen Heimweg anzutreten. Heute war so ein schöner Regentag, aber leider war ich jetzt schon komplett durchnässt und würde mir eh, wenn ich nicht bald nach Hause liefe, eine Erkältung einfangen.
Wär eh nicht allzu schlimm, denn ich fühl mich in meinem Bett eh am wohlsten, aber die fucking Schule macht einem ja immer einen Strich durch die Rechnung.
Ein Schauer durchfuhr mich, als eine Windböe an mir vorbei huschte, vielleicht war es mit Einbruch der Dunkelheit doch schon etwas kalt geworden...

Als ich das Haus betrat wurde ich direkt von meiner Mutter abgefangen, welche mich besorgt musterte.
Anschließend setzte sie eine vorwurfsvolle Mimik auf, worauf hin ich die Augen verdrehte.
„Schatz, du weißt doch, dass du bei Regen nicht so lange draußen bleiben sollst. Was hast du überhaupt die ganze Zeit lang gemacht? Warst du bei Maximilian?"
„Nein, ich war nicht bei Max. Ich war spazieren und ich wär länger draußen geblieben, wäre es nicht so kalt geworden." , antwortete ich ihr genervt.
„Na los. Geh warm duschen und zieh dir trockene Sachen an, bevor du krank wirst."
„jaja hatte ich eh grad vor. Du musst mir nicht immer alles vorsagen. Ich kann auch alleine denken." mit diesen Worten zog ich meine Schuhe aus und stellte sie unter die Heizung. Meine Jacke hängte ich darüber. Danach trat ich den Weg die Treppen hinauf an und verschwand schließlich im Bad. Ich schloss die Tür ab. Ich schließe immer die Tür ab, immer hin muss ja niemand sehen, wie ich in Wirklichkeit aussehe....

Allein.Where stories live. Discover now