Dunkelheit breitete sich im Reich aus. Langsam nur, doch stetig, zerfrass sie alles und jeden, gleich einer unaufhaltsamen und tödlichen Seuche. Sie drang ein in die Köpfe und Seelen der Menschen und liess sie von innen her verfaulen. Die Boten dieser Dunkelheit waren die Rok'Karrh - blutlüsterne, schwarz gefiederte Krähenmenschen, die vor all den Jahren zu Beginn der Magierhetze ins Reich gekommen waren. Sie hassten die menschliche Rasse und gehorchten einzig dem König, dessen grausame Vollstrecker sie nur geworden waren, da sie sich so ihrem Durst nach menschlichem Blut ungehemmt hingeben konnten. Mit ihrer schwarzen Magie verbreiteten sie Schrecken und Verwüstung wo immer es ihnen auch danach war. Doch Flucht war für die Menschen keine Lösung, da die Rok'Karrh die Grenzen des Reiches ständig überflogen und mit ihren drei feuerrot leuchtenden Augen jeden zu erspähen vermochten und niemanden raus noch rein liessen. Und je mehr Zeit verstrich, desto mehr Menschen begannen zu glauben, wie es der König stets sagte, dass dies alles nur zu ihrem Schutz geschah. Schutz, nämlich, vor den vertriebenen Magiern, welche sich noch immer irgendwo zusammenrotten würden und die Zerstörung des Reiches und all seiner Bewohner planten.
Noch lag die Nacht still über der Hauptstadt und die drei Silhouetten auf dem höchsten Turm der Festung waren kaum auszumachen gegen die vorherrschende Dunkelheit, nur ihre leuchtend-roten Augen durchstachen die Nacht, wie unheilverkündende Dolche aus glühendem Eisen. Ihre Sinne waren geschärft und sie waren bereit. Bereit für die Jagd. Bereit für Blut. Sie sprachen kein Wort, während der schwache Wind sanft und anmutig über die Stadt und leise raschelnd durch ihr borstiges Gefieder strich. Es war soweit. Ihre Krallen lösten sich eine nach der anderen knirschend aus dem kalten, harten Stein des alten Gemäuers und die drei Schatten erhoben sich beinahe lautlos in den Himmel. In einem weitläufigen Bogen um die pechschwarzen Mauern der Festung gleitend, gewannen sie beachtlich schnell an Höhe. Mit einem ohrenbetäubenden und schier nicht mehr enden wollenden, heiseren Krächzen, welches noch lange abscheulich durch jeden Winkel der gesamten Stadt hallte, wie der vernichtende Schrei des Todes selbst, schwanden sie gegen Norden hin in die nächtlichen Wolken.
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Thaali und der Hüter der Dunkelheit
FantasyBald nach seinem sechzehnten Geburtstag sieht sich Thaali - Sohn des mächtigen Magiers Eisfinger - einer Gefahr gegenüber, welche sein Leben für immer verändern wird. Gejagt und in Angst beginnt seine Reise durch die weiten Lande des Königreichs und...
