Kapitel 5: Im Schützengraben

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In diesem Kapitel wird endlich der letzte (und bei Weitem interessanteste) der drei Protagonisten eingeführt. Auch endet hier endlich die Schlacht, sodass ich danach an der Entwicklung der Story arbeiten kann, genauso wie ich euch Gelegenheit geben kann, die Charaktere besser kennenzulernen.

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Jay umklammerte nervös seine Energie-Schrotflinte, eine der wenigen Waffen, die sie aus den Überresten der Revenant gerettet hatten.

Sie hatten es allein Crazys Flugkünsten zu verdanken, dass sie den Absturz überlebt hatten. Er hatte es geschafft, die Revenant in einem größtenteils geraden Winkel auf dem Boden kommen zu lassen, und sie waren kilometerweit über den Sand gerodet, während das Schiff zunehmend auseinandergefallen war, bis sie zitternd zum Halt gekommen waren. Das Problem: Sie waren ganz in der Nähe der Xeno-Basis gelandet. Sobald sie das Schiff Hals über Kopf verlassen hatten, wobei sie alles mitgenommen hatten, was sie unterwegs hatten greifen können, hatten mächtige, rote Schüsse auch schon die letzten Überreste der Revenant zerstört. Die Druckwelle hatte Anna, die näher dran gewesen war als alle anderen, heftig erwischt. Sie war nicht allzu schwer verletzt, aber sie konnte sich kaum noch auf den Beinen halten. Crazy hatte sie hinter eine Ansammlung von Felsen gezerrt, die die Xeno-Basis umgaben, während Jay ihm mit der Waffe gefolgt war, bereit, auf angreifende Soldaten zu schießen.

„Leg sie dort ab!", rief er Crazy zu, während er selbst schwer atmend hinter dem Felsen in Deckung ging. Der Pilot musterte ihn besorgt. „Sie werden gleich einen Trupp herschicken, um uns zu töten", sagte er. „Ich weiß", antwortete Jay, wobei seine Stimme leicht zitterte, „Aber es gibt nichts, was wir sonst tun können. Unsere Armee ist viel zu weit weg, und zwischen uns und ihnen sind sowieso eine ganze Menge Xenos. Alles, was wir tun können, ist, hier zu bleiben, durchzuhalten, und zu hoffen, dass rechtzeitig Verstärkung kommt" Aber der Blick, den er Crazy dabei zuwarf, stellte klar, dass er sich keine allzu großen Hoffnungen machen sollte. Sie waren verloren.

Wegen der Scheibe vor seinen Augen hörte er seinen Atem viel zu deutlich. Vor der Bruchlandung hatte sich jeder eine Atemmaske geschnappt, um in der lebensfeindlichen Atmosphäre von Kaiden überleben zu können.

Jay sah sich kurz Anna an. Ihre Augen waren wässrig vor Schmerz, und ihr Blick spiegelte Hoffnungslosigkeit. „Alles wird gut", versprach er ihr, obwohl er natürlich selbst nicht dran glaubte. Die Frau erwiderte den Blick überraschend beherrscht: „Ich bin nicht dumm. Ich weiß, dass wir gleich sterben werden. Wir haben den Absturz überlebt, nur um dann von den verdammten Xenos niedergemetzelt zu werden..." Jay wandte den Blick ab. Ja, sie waren verloren. Aber er wünschte, er hätte etwas tun können, um Anna zu trösten...

„Sie kommen", warnte Crazy, der gerade zur Basis gespäht hatte. Sie sah aus wie ein übergroßer, schwarzer Bunker, durchzogen von roten Linien. „Wie viele?", fragte Jay. „Etwa ein Dutzend" „So viele können wir nicht abwehren" Crazys Blick war ungewöhnlich finster, als er das Maschinengewehr fester griff, das er aus der Revenant gerettet hatte. „Mal sehen", sagte er.

***

Lyla Johnson beugte sich über den verletzten, bewusstlosen Soldaten. Die Schlacht um sie herum war ohrenbetäubend, aber sie blendete sie einfach aus. Hier im Schützengraben war sie sicher, solange sie geduckt blieb.

Der Computer in ihrem Anzug scannte den Patienten. Er hatte eine üble Schusswunde im Torso. Aber es gab noch Hoffnung. Es gab...

Da wurden die Ergebnisse des Scans auf ihrem Bildschirm angezeigt, und Lyla erkannte, dass der Verletzte es nicht schaffen würde. Sie hob den Kopf und sah sich um. Der Schützengraben war voller Soldaten, sowohl Tote als auch Lebende. Die Meisten kauerten innerhalb des schützenden Grabens und feuerten ab und zu darüber hinweg, um den Feind auf Distanz zu halten. Während dieser wenigen Sekunden waren sie allerdings verwundbar. Etliche waren dabei getroffen worden. Aber sie mussten es weiterhin tun, sonst würden die Xenos sie einfach überrollen. Selbst so war es nur eine Frage der Zeit. Die Verstärkung war verdammt spät dran. Seit die Gear viele Kilometer weiter abgestürzt war und die Erde hatte beben lassen, war die Moral der Soldaten drastisch gesunken. Ihre letzte Hoffnung war es, dass die Raumschlacht im Orbit zu Gunsten der Allianz endete, und die Verstärkung abgesetzt werden konnte.

Extreme Conditions Elite Force #SpringAwards2018Where stories live. Discover now