Vorwort

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Mit Soziopathen ist das so ein Ding. Wir sind hinterhältig, weil wir uns, anders als es bei den Psychopathen der Fall ist, selbst dazu entschieden haben, nicht zu fühlen. Nein, das wäre eine falsche Aussage. Lass mich das etwas genauer erklären. Wir wurden nicht emotionslos geboren. Stattdessen haben wir uns dazu entschieden, emotionslos zu sein. Die meisten Soziopathen waren in ihrer Vergangenheit solch einem Schmerz ausgesetzt, dass es kaum auszuhalten war. Und auch, wenn es offensichtliche Ausnahmen gibt und nicht jeder Mensch mit einer traumatischen Vergangenheit zu einem Soziopathen wird, bin ich keine Ausnahme.

Soziopathen empfinden Emotionen. Nur entscheiden sie sich bewusst dazu, diese Emotionen tief in sich zu verschließen und sie nicht zu spüren. Es ist eine Art Schutzmechanismus. Ich habe es genauso getan. Und das nicht, weil ich all meine Traumata inzwischen akzeptiere und mit ihnen leben kann. Nein, es ist eher das komplette Gegenteil. Ich befinde mich auch heute, viele Jahre später, immer noch in meiner ganz persönlichen Hölle. In meinem persönlichen Albtraum. Nur gibt es bei der ganzen Sache mit dem Unterdrücken der Emotionen ein fatales Problem. Es mag zwar so wirken, als hätte ich meine Lage mit dem Unterdrücken besagter Emotionen verbessert, doch das ist falsch. Die Erinnerungen sind immer noch da. Auch der Schmerz ist noch da. Und dieser Schmerz muss irgendwohin.

Während sich einige Menschen bei seelischer Überlastung selbst verletzen, wählt ein Soziopath, wie ich zum Beispiel einer bin, einen anderen Weg. Die seelische Überlastung, der Schmerz, welcher konstant überkocht, wird nicht dadurch abventiliert, dass sich der Soziopath selbst verletzt, sondern indem er anderen Menschen Schmerzen zufügt. Vielleicht bin ich deshalb, in dem, was ich heute tue, auch so unfassbar gut. Ich wollte nie so werden. Und ich wurde auch nicht so geboren. Ein Mensch wird selten als Monster geboren und wird stattdessen zu einem gemacht. So war es auch bei mir. Vor vielen Jahren wurde ich zu dem Monster, welches ich heute bin. Ich habe mich in diesen Jahren nicht um meine Mitmenschen geschert. Stattdessen habe ich Menschen, die mir nahe stehen, verletzt und über Jahre hinweg psychisch gefoltert, nur damit mein eigener Schmerz abnimmt. Inzwischen fühlt es sich jedoch anders an.

Emotionen, die ich lange in mir verschlossen habe, drängen an die Oberfläche zurück und machen mir das Leben schwer. Meine Dämonen suchen mich heim und die Stimmen in meinem Kopf werden lauter. Mag zwar sein, dass ich ein Soziopath bin, doch dahinter steckt noch viel mehr. Eine lange, schmerzhafte Geschichte.

Eine Geschichte, die ich lange verborgen gehalten habe.

Eine, die mich zu dem Monster gemacht hat, das ich bin.

Ich bin Leonardo Fucking Alonzo und das ist meine Geschichte.

»Ich bin ein Monster.«
»Ich bin ein Monster.«
»Ich bin ein Monster.«
»Ich bin ein Monster.«

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