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Das Wiedersehen

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Es gibt Menschen, die behaupten, man würde sich irgendwann an den Druck gewöhnen.

An die Kameras. An die tausenden Gesichter auf der Tribüne. An die Schlagzeilen, Interviews, Erwartungen. An das Gefühl, dass jeder Schritt beobachtet wird. An die verschiedenen Meinungen von den Fans und den verschiedenen Edits in Sozialen Medien.

Ich glaube ihnen kein Wort.

Vier Jahre als Profifussballer hatte mir vieles beigebracht. Wie man Interviews gab, ohne wirklich etwas zu sagen. Wie man mit Neiderlagen umging. Oder nach einer sich wieder aufrappelt, obwohl man am liebstens einfach nur verschwinden möchte. Wie man Schmerzen ignoriert, oder zumindest wie man mit Verletzungen weiterspielte, ohne es zu verschlimmern.

Aber an den Druck gewöhnte man sich nie.

Man lernt nur mit ihm um zu gehen, oder zumindest wie man ihn besser versteckt.

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Ich schob meine Kopfhörer etwas fester über die Ohren und lehnte den Kopf gegen die Fensterscheibe des Mannschaftsbusses. Draussen zogen sich Palmen, hohe Glasgebäude und Polizeifahrzeuge vorbei. Fast an jeder Kreuzung standen Fans, die vor Freute die Arme in die Luft hoben, oder sich den Mund zu hielten, vor Ehrfurcht. Manche trugen England-Trikots, andere hielten die Fahne hoch oder Schilder mit unseren Namen und Text dazu, den wir kaum lesen konnten.

Denn die Weltmeisterschaft hat begonnen.

Schon als kleines Kind hatte ich davon geträumt.

Nicht vom Geld oder Ruhm.

Sondern genau hiervon:
Die Hyme
Das Nationaltrikot
Die Löwen auf der Brust
Das riese grosse Stadion
Und für England einzulaufen und zu Spielen.

Im Bus war es ungewohnt ruhig. Manche hörten Musik, andere starrten auf ihre Handys oder unterhielten sich leise miteinander. Vorne lachte Bukayo über ein Video, das Trent ihm zeigte, während Declan halb schlafend gegen die Fensterscheibe hing.

Harry Kane sass zwei Reihe vor mir und studierte mit unserem Trainer Thomas Tuchel bereits wieder irgendwelche Spielanalysen auf einem Tablet

Business as usual.

Jeder bereitete sich auf seine eigene Weise auf das harte Training für den World-Cup vor.

Ich schloss kurz die Augen, atmete einmal tief durch und lies meine Playlist weiter laufen, ohne das ich Bewusst wahrnahm, welches Lied gerade lief.

Der Flug war lang gewesen und anstrengend, trotz erste Klasse.

Wir waren seit 05:30 Uhr morgends unterwegs. Direkt nach der Landung waren wir durch den Flughafen geschleust worden. Sicherheitskräfte, Presse, Sponsoren, Fans. Alles ging Schlag auf Schlage. Anschliessend gab es eine kurze Besprechung im Bus und nun die Fahrt ins Mannschaftshotel.

Erholung war noch weit entfernt, denn unser Trainer Thomas Tuchel hatte unseren gesamten ersten Tag bereits bis auf die Minute durchgeplant.

Kaum würden wir unsere Zimmer bezogen haben, warteten das Mittagessen und eine erste Besprechung über die kommenden Tage auf uns.

Danach standen Videoanalyse, Mobilitätstraining und Termine bei den Physiotherapeuten auf dem Plan. Erst am Abend blieb uns ein wenig Zeit für uns selbst.

Vorausgesetzt, wir gingen früh genug schlafen. Denn morgen begann der nächste Tag bereits um 07:15 Uhr, direkt nach dem Frühstück.

Jeder Tag während eines Turniers war fast identisch.

Und genau das machte solche Wochen gleichzeitig anstrengend und beruhigend.

Der Bus bog langsam auf die abgesperrte Zufahrt des Hotels ein.

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