Fünf Jahre waren vergangen. Fünf friedliche Jahre.
Keine Monster.
Keine Tore.
Keine schwarzen Augen.
Nur Leben.
Die neue Küstenstadt war inzwischen größer als die alte geworden. Moderne Häuser standen auf erhöhten Fundamenten über dem Wasser. Holzstege verbanden die Straßen miteinander, und überall blühten Blumen zwischen den neu gebauten Häusern. Direkt am Rand der Bucht stand ein kleines weißes Haus mit einer großen Veranda. Ihr Haus.
Kathalea liebte es. Besonders morgens. Wenn die Sonne über dem Wasser aufging und Javier noch verschlafen versuchte, Kaffee zu machen.
„Das riecht verbrannt."
„Das nennt man Röstaroma."
„Das nennt man Feuergefahr."
„Du bist gemein."
Kathalea lachte. Noch immer bekam Javier dieses warme Gefühl in der Brust, wenn sie lachte. Als würde er sich daran niemals gewöhnen. An diesem Morgen stand sie am Fenster und blickte hinaus aufs Meer. Eine Hand ruhte auf ihrem Bauch. Ein kleines Lächeln lag auf ihren Lippen. Sie hatte es vor zwei Tagen erfahren. Und seitdem wusste sie nicht, wie sie es ihm sagen sollte. Javier bemerkte ihren Blick.
„Du grinst verdächtig."
„Tue ich nicht."
„Doch."
„Beweis es."
„Schon wieder?"
Sie musste lachen. Dann griff sie nach seiner Hand. Langsam. Vorsichtig. Und legte sie auf ihren Bauch. Zuerst verstand er nicht. Dann, erstarrte er. Seine Augen wurden größer.
„Kath..."
Sie nickte.
Tränen standen bereits in ihren Augen.
„Ja."
Für einen Moment sagte Javier überhaupt nichts. Gar nichts. Er starrte sie nur an. Dann zog er sie plötzlich in seine Arme. So fest, dass sie lachen musste.
„Javi!"
„Wir bekommen ein Baby?!"
„Offensichtlich!"
„Wir bekommen ein Baby!"
„Ja!"
„Ein echtes Baby?!"
„Nein, ein imaginäres."
„Sehr lustig."
Kathalea konnte nicht aufhören zu lachen. Und Javier konnte nicht aufhören zu grinsen.
DU LIEST GERADE
What the sea left behind
FantasySie glaubten, alles hinter sich gelassen zu haben. Fünf Jahre nach der Sturmflut führen Kathalea und Javier endlich das Leben, von dem sie immer geträumt haben, ein Zuhause am Meer, eine gemeinsame Zukunft und ihre Tochter Alamea. Doch als diese beg...
