Teil 1

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Müde und völlig ausgebrannt von der letzten Trainingseinheit schritt Deidara durch das unter der Erde liegende Tunnelsystem der Akatsuki, seufzte leise auf und strich sich den Staub von seinem schwarzen Mantel mit den roten und vertrauten Wolken

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Müde und völlig ausgebrannt von der letzten Trainingseinheit schritt Deidara durch das unter der Erde liegende Tunnelsystem der Akatsuki, seufzte leise auf und strich sich den Staub von seinem schwarzen Mantel mit den roten und vertrauten Wolken. Der Blonde ignorierte den hopsenden Tobi, der ihm entgegenkam, während er auf dem Weg in die Küche war, um möglichst einen starken Kaffee zu trinken. "Senpai", blieb der Maskenträger geknickt stehen, sah dem Iwa-nin schmollend nach und doch hopste er ihm wieder bis in die Küche hinterher und setzte sich frech neben ihn. Deidara rollte genervt mit den Augen, nahm sich seine Tasse und würdigte ihn eines kurzen Blickes. "Tobi, was willst du, un?", verlangte er zu wissen, nahm den ersten Schluck des schwarzen Gebräus und ließ sich tiefer in den Stuhl sinken. "Tobi wollte fragen, ob Deidara und er baden wollen." Tobi hat Wasser eingelassen", quietschte er vergnügt und wartete auf die Reaktion des blonden Künstlers, welche jedoch nicht gerade freundlich ausfiel, wenn nicht sogar etwas mürrisch klang. "Nein, ich will jetzt nicht baden. "Wenn dann dusche ich", knurrte der Blonde sichtlich gereizt, da er eigentlich nur seine Ruhe wollte, um sich nach seinem Training etwas zu entspannen. Das war doch nicht zu viel verlangt! Warum konnte Tobi ihn nicht mal in Ruhe lassen? Seufzend blickte der Blonde in seine Tasse, beschloss nach längerem Überlegen, in sein Zimmer zu gehen, und erhob sich von seinem Platz.

Noch immer lag der Rotschopf in seinem Bett und wusste nicht, dass es die Zeit war, aufzustehen. Langsam öffnete es seine klaren Seelenspiegel und ließ sie zur Uhr wandern, die über der Tür zum Flur hing. Sasori setzte sich auf und stieg aus dem Bett, rieb sich noch kurz die Augen und warf sich dann in seine Kleidung. Sogleich trat er zur Tür. Kaum hatte er sie geöffnet und war herausgetreten, schon zog er sie sanft hinter sich zu und ließ ein leises Einrasten der Tür ertönen. Er lief den kühlen, gestalteten Flur entlang und warf einen kurzen Blick in die Ecke, in der eine etwas größere Zimmerpflanze stand, bevor er abbog. Kaum war er in der Nähe von der Küche angelangt und hörte den Anderen fröhlich quietschend etwas sagen, wollte er sofort wieder zurück in sein Zimmer, um nur diesem Gequietsche aus dem Weg zu gehen. Deidara konnte ihn schon gelegentlich leid tun, aber im Grunde war es ihm ja doch schon egal, Hauptsache, Tobi ging IHM nicht nach. Sasori seufzte und ging trotz Tobi an die Küchentür und lehnte sich an den Türrahmen. Sogleich erblickte er den Blondschopf und den etwas hyperaktiven Tobi. Auch wenn Tobi nicht wirklich hyperaktiv war, aber ab und zu kam er so rüber. Er beobachtete für eine kurze Zeit Deidaras Reaktionen gegenüber des anderen und bemerkte, wie sich dieser dann langsam erhob. Sasori sah, wie der Maskenträger ihn nicht wirklich beachtete, also gab er sich einen Ruck und ging in die Küche zum Kühlschrank und stöberte darin, obwohl er nicht wirklich Hunger empfand in diesem Moment. "Hast du irgendetwas schon von Hidan gehört? Wegen eines neuen Auftrags oder Ähnlichem?", meinte dann Sasori gerade noch so, bevor Deidara aus der Küche verschwinden wollte. Kaum sagte er dies und schon hatte er den Kühlschrank wieder zugemacht, wandte sich Deidaras Richtung zu und blickte ihm ins Gesicht.

Sasoris Erscheinen im Türrahmen war Deidara vorerst entgangen, riss sich lieber zusammen, Tobi nicht an die Gurgel zu springen und diese frech umzudrehen. Da hatte er sich beim Training so ausgepowert, dass selbst Kakuzu jetzt nervig sein könnte, aber der saß drüben im Gemeinschaftszimmer und zählte wie so oft das liebe Geld. Als gäbe es nichts anderes. Seufzend stand er auf, drehte sich um und sah nun Sasori, wie dieser sich durch den Kühlschrank nach etwas Essbarem kruschelte. Ein seltener Anblick, wie er fand, denn eigentlich aß sein Danna so gut wie nie etwas. Überhaupt fragte er sich, ob dieser je etwas gegessen hatte, ob er sowas wie Hunger überhaupt empfand. Langsam trat er auf den Rothaarigen beim Verlassen der Küche zu, blieb vor ihm genau stehen und lauschte gespannt seiner Frage. "Hidan liegt noch im Bett, un. Sicher steht er vor Mittag wieder nicht auf, aber sie können ihn ja versuchen zu wecken", erlaubte sich der Blonde einen kleinen Scherz, zog seinen Danna liebend gern etwas auf. Meist waren es jedoch nur kleine Sachen, nie etwas, das richtig böse war, eben nur, um ihm mal ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Vergeblich ... Man konnte tun, was man wollte, das Lächeln fiel fast immer aus.

Sasori sah noch immer zu seinem Partner und kaum hatte er einen Augenblick getan, stand der andere vor ihm und gab ihm einen Scherz am Rande zurück als Antwort. Danna blickte ihm tief ins Auge und verzog dabei kein bisschen mit dem Mundwinkel. Der Seelenspiegel des anderen sah ihn so klar und deutlich an, dass es ihn fast schon berührte, wie der andere ihn ansah. Wieder mal in kurzer Zeit fiel ihm auf, wie gut Deidara eigentlich aussah, und seufzte leise in sich hinein. "Na ja, dann hab ich wenigstens Zeit für meine Kunst", meinte er tonlos und wirkte zugleich auch leicht gelangweilt, obwohl er sonst immer ziemlich begeistert war in Bezug auf seine Puppen, dabei linste er kurz zu Tobi, der noch immer erwartungsvoll Deidara anstarrte, in der Hoffnung, er würde doch nachgeben. Er warf dann nochmals Deidara einen Blick zu und schritt an ihm vorbei aus der Küche, ging dabei auch noch am Gemeinschaftszimmer vorbei, wo noch immer der andere sein ach so geliebtes Geld zählte. Wieder mal ging er den langen, kalten Flur entlang, bog die Ecke ab, wo noch immer diese Zimmerpflanze in der Ecke stand, und ging an seinem Zimmer vorbei, bis zum Ende des Flurs. Dort befand sich noch eine Tür, die ziemlich mitgenommen und morsch aussah. Er öffnete diese und trat in die dunkle Tiefe, die sich dahinter verbarg, und schloss die Tür wieder hinter sich. Kaum stand Sasori im Dunkeln, suchte er mit der rechten Hand nach dem Lichtschalter, den er auch nach kurzem fand, und machte das leicht grün wirkende Licht an. Er ging die knarrenden Stufen hinab und sah sich kurz um, ob auch alles noch da lag, wo es liegen sollte. Zufrieden ging er zu einer geräumigeren Kiste und begutachtete seine Puppenteile.

Sichtlich verwirrt, dass der Rothaarige so ruhig auf seinen Scherz reagierte, sah Deidara ihn an, konnte aber den Blicken nicht wirklich standhalten und wandte ihn daher wieder ab. Er war es nicht gewohnt, so angeschaut zu werden, erst recht nicht von seinem Danna, und das behagte ihm doch sehr. "Machen Sie das. Ich geh' in der Zwischenzeit duschen, klebe wie ein altes, liegengelassenes Bonbon und fühle mich etwas unwohl", grinste der Blonde etwas schief, legte aber sofort die Stirn in Falten und wunderte sich über den langweiligen Ton in Sasoris Stimme. Was war denn mit dem los? Sonst überschlug er sich, wenn es um seine Kunst ging, und jetzt diese Gleichgültigkeit? Das passte so rein gar nicht, aber darauf ansprechen wollte er ihn auch nicht, ignorierte lieber Tobis Gehopse und sah kurz noch seinem Danna nach, wie dieser an Kakuzu vorbeiging und in Richtung Keller. Deidara mochte diesen nicht, er war dunkel, modrig und es roch übelst nach Schimmel. Kurz schüttelte er sich bei den Gedanken, wimmelte den Maskenträger ab und suchte sich kaum später im Zimmer frische Kleidung zusammen, mit welcher er rasch ins anliegende Badezimmer verschwand. Dieses glich einer kleinen Oase, war hell und freundlich in einem hellen Grünton gehalten, die Badewanne war sogar groß genug für zwei, und von hinten grün unterleuchtet. Pflanzen standen in den Ecken, warme und flauschige Teppiche zierten den weißen Marmorboden und zwei große Spiegel zierten die Wand über dem Waschbecken. Seufzend entledigte sich der Blonde seiner Kleider, stellte sich unter die geräumige Dampfdusche und brauste sich ab. Das warme Wasser auf der Haut zu spüren tat richtig gut, der Iwa-nin begann, sich zu entspannen, sich einzuseifen und vom Schmutz zu befreien. Fast eine Stunde verbrachte er unter der Dusche. Nach dem Abtrocknen zog er sich seine sauberen Sachen an und verzog sich, nach Verlassen des nun wieder aufgeräumten Badezimmers, in sein Bett, um noch ein wenig zu lesen.

Vorsichtig durchstöberte der Rothaarige seine Kiste. Er behandelte jedes Stück Holz, ob schon fertig verarbeitet oder einfach nur angefangen und nicht aufgehört, wie einen kostbaren Schatz, der durch jede falsche Berührung zu zerbrechen drohte. Fein säuberlich legte er jedes einzelne Stück seines Schatzes auf einem breiten Holztisch, den er immer zum Arbeiten benutzte, aus. Lange betrachtete er jedes einzelne Stück seiner noch unvollkommenen Kunst. Doch der sonst so große Eifer und die Begeisterung, eine neue, nie alternde Schönheit zu schaffen, blieben aus. Auch wenn der Suna-nin es sich erst nicht eingestehen wollte, er hatte seine Leidenschaft für die ewig lebende Kunst und die nie zerbricht, unter ihrem Alter verloren. Müde setzte er sich auf einen Hocker und streichelte sanft über einen noch unvollkommenen Arm. "Wie bedauernswert, ich habe meine Leidenschaft für meine Kunst verloren", sagte er kalt und schloss für einen Moment seine Augen. Er wollte sie wiederhaben, diese Leidenschaft, einem Objekt zu ewiger Schönheit zu verhelfen und nicht, wie sein blonder Partner, sofort wieder zu vernichten.

 Er wollte sie wiederhaben, diese Leidenschaft, einem Objekt zu ewiger Schönheit zu verhelfen und nicht, wie sein blonder Partner, sofort wieder zu vernichten

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Ewige JugendWhere stories live. Discover now