Kapitel 1

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Georges PoV

,,George mein hübscher, wie geht es dir an diesem tollen Abend?'' ließ sich Nick auf dem Baumstamm neben mich fallen, ehe er seinen Arm um meine Schulter legte. Mein Gesicht verzog sich bereits, bevor Nick mich überhaupt vorwarnen konnte. Ich hatte ihn schon längst trotz der Menschenmenge gesehen, wie überheblich er sich zu Finn und Yanik mit Lorena natürlich an seiner Seite begab. Wir feierten eine kleine Party am Wasser in der Nähe vom Campus. Die gab es eigentlich wöchentlich, so gut wie jeder vom Campus war dort.

Ich war immer der Meinung an alles bereits gewöhnt zu sein, doch jeder Anblick von ihm ließ meinen Puls sofort wieder steigen. Es war egal, wie lange irgendetwas her war oder nicht, denn dieses Spiel hatte weder je wirklich begonnen noch je sein Ende gefunden. Es war ein nicht endender Kreislauf. Es war schwer zu erklären, was sich zwischen Clay und mir seit einem Jahr abspielte.

Wir hatten uns Anfang des Studiums kennengelernt. Zunächst waren wir einfach gute Freunde, bis mehr daraus wurde. Doch wir waren nie zusammen, diesen Status wollte er sich nie geben lassen. Das war jedenfalls meine Meinung. Denn jedes Mal, wenn ich ihn darauf angesprochen hatte, ging er dem Ganzen aus dem Weg und irgendwann hatte ich einfach die Schnauze voll. Damit hatte dieses beschissene Push And Pull Spiel begonnen.

Es machte mich wahnsinnig.
Es machte ihn wahnsinnig.
Es machte alle außenstehende wahnsinnig.
Unsere Freundesgruppe hatte sich teilweise dadurch gespalten. Sie bestand ursprünglich aus Clay, Karl, Nick und mir. Clay hatte sich als alles begann abgekapselt, seitdem war er mit Finn, Yanik und Lorena unterwegs. Karl versuchte sich zu spalten zwischen den Gruppen, doch er hatte es nicht ganz einfach. Er war meistens der, der sich zwischen uns stellen musste, damit nicht alles um uns herum in Brand fiel.

Ich hasste ihn, doch liebte ihn nach wie vor auch. Erklären konnte ich es mir selbst nicht. Manchmal würde ich ihm am liebsten eine verpassen und zugleich dazu auffordern seine verdammten Lippen auf meine zu pressen. Die, mit denen er mich gerade auch provokant wieder anstarrte, während er seinen Arm um Lorena legte. Zwischen ihnen lief nichts, das war auch so klar. Doch er liebte es mich mit allem zu provozieren, weil er wusste, dass es mich dennoch eifersüchtig machte.

Ich könnte sein lächerliches Spiel mitspielen und manchmal tat ich es auch, doch heute war ich dafür einfach nicht zu haben. Also wandte ich einfach meinen Blick von ihnen ab und riss Nick sein Bier aus der Hand, da ich aus meinem gerade den letzten Schluck getrunken hatte.
,,Gut, das nehme ich mal als Antwort, aber übertreib's nicht. Ich bin derjenige, der dich zurückschleppen muss'' erhob er eine Augenbraue.

Nick versuchte immer alles mit seinem Humor zu überspielen, doch er wusste genauso wie Karl, wie beschissen alles geworden war. Wie sehr ich eigentlich unter dem ganzen litt. Ohne Nick an meiner Seite würde ich wahrscheinlich alle meine Synapsen komplett verlieren. Er versuchte mich aufzumuntern, wo er es konnte, auch wenn es nicht immer klappte.

Es wäre gelogen zu sagen, dass man die alten Zeiten nicht vermisste, denn das tat ich - sehr sogar. Die Zeiten, in denen Clay und ich wie frisch verliebte waren. In denen uns nichts etwas anhaben konnte. Bis er sich vom einen zum anderen Tag dazu entschieden hatte zu ändern, mit mir zu spielen. Monate lang war ich ihm dumm und dämlich hinterhergerannt und wollte Antworten haben, dabei kannte ich sie bereits von Anfang an. Es war dumm von mir gewesen zu glauben, dass es für immer hätte sein können. Es war schon vorbei, bevor es überhaupt wirklich begonnen hatte.

Wir hatten sogar anfangs darüber gesprochen. Was wäre, wenn alles anders ausgehen würde. Doch niemals hätte ich geglaubt, dass es so eine Wendung nehmen würde. So hass erfüllt und zugleich besessen vom jeweils anderen. Ich hatte selber schon lange keine Ahnung mehr was das alles war. Manchmal glaubte ich, dass wir einfach nur noch toxische Menschen geworden waren. Mich selbst erkannte ich seit dem ganzen sowieso schon nicht wieder. Clay hatte mich mehr verändert, als ich es mir selbst zurecht denken könnte. Wir hatten uns zu etwas entwickelt, worin ich einfach nur noch Monster sah. Monster, die sich mit ihrem eigenen Gift gegenseitig erstickten.

Ich saß den ganzen Abend schon wie angewurzelt auf diesem Baumstamm und kippte mir das eine nach dem anderen Bier in den Rachen. Irgendwann stand ich auf und lief in Richtung des Wassers. Ich brauchte ein anderes Blickfeld, diese ganzen Menschen konnte ich gerade einfach nicht mehr ertragen. Aber natürlich war mein Blick wieder auf ihm hängengeblieben, ehe ich zum Wasser heruntergelaufen war. Wenigstens hatte Nick mich nicht gesehen, sonst wäre mir dieser direkt wieder hinterher gerannt und gerade wollte ich einfach alleine sein. Ich würde schon nicht ins Wasser fallen, egal wie sehr ich bereits taumelte.

Am Wasser war es definitiv etwas ruhiger. Die Musik und das ganze Gelächter dröhnte einem natürlich trotzdem in die Ohren, doch wesentlich ruhiger als direkt vor Ort. Das Geräusch vom Wasser beruhigte mich etwas, doch das änderte sich schlagartig als seine Stimme plötzlich neben mir ertönte.
,,Genug von der Party?''


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Aaaaa Leuteeeee, passiert das wirklich? Neue Storyyy? 👀

Die wird auf jeden Fall crazy



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⏰ Last updated: Mar 26 ⏰

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