Nervös schritt Daria durch ihre Wohnung. In ihrer Brust pochte nichts als Herzrasen, das mit dem Klingeln an der Tür nur noch stärker wurde. Jeder Schritt im Flur ließ das Gefühl wachsen, dass ihr Herz gleich aus der Brust springen würde.
Dann stand er plötzlich vor ihr...ihr Kindheitsfreund, Luan.
Er trat ein, ruhig, seine Bewegungen sicher und sanft, weder hastig noch ungeduldig. Sein Blick war ernster als früher, doch in seinen Augen lag diese unbeschreibliche Ruhe, diese Sanftheit, die sie schon als Teenager beruhigt hatte. Die dunkelbraunen Augen trafen ihre sofort, warm und durchdringend, als könnten sie sie lesen, als könnten sie jede Unsicherheit erkennen, ohne dass ein Wort fiel.
„Daria..." sagte er, seine Stimme ruhig und sanft, wie ein beständiger Fluss. Kein Drängen, keine Eile, nur die Gewissheit, dass er da war, um ihr in dieser Trennung beizustehen.
„Luan..." brachte Daria heraus, fast wie ein Flüstern, obwohl es freudig klang. Seltsam, als wären all die Jahre wie weggeblasen, und doch stand jetzt ein Mann vor ihr, nicht mehr das Kind, das sie kannte. Sein Lächeln war noch da, vertraut, aber schwerer, und seine Augen trugen diese Ernsthaftigkeit, in der selbst die Vertrautheit unterging.
Die beiden umarmten sich, als gäbe es kein Morgen. In seinen Armen fühlte Daria sich sicher, geborgen, als könnten all ihre Sorgen für einen Moment verschwinden. Sein Herz schlug ruhig gegen ihres, und sie ließ sich völlig darauf ein, spürte die Vertrautheit, die sie seit ihrer Kindheit miteinander verband.
Schweren Herzens lösten sie die Umarmung, gezwungenermaßen, und gingen gemeinsam zur Couch. Jeder Schritt dorthin war von einem stillen Verständnis begleitet, von einem Gefühl, das Worte nicht fassen konnten. Sie setzten sich nebeneinander, fast berührend, doch noch nicht ganz, als würde allein die Nähe schon ausreichen, um das Schweigen zwischen ihnen mit Bedeutung zu füllen.
Nervös spielte Daria an ihrem Ärmel, während sie Luan den Grund der Trennung erzählte. Sein Blick schien sie zu durchdringen, und sie spürte, wie schwer es war, ihm standzuhalten. Instinktiv wich sie seinen Augen aus, so gut sie konnte.
„Wieso guckst du mich nicht an?" fragte Luan leise lachend.
„Nur so", murmelte Daria, weiter am Ärmel spielend.
Sein Lächeln wurde breiter. „Mache ich dich etwa so nervös?"
Daria sah ihn schockiert an. Ihre Hände begannen vor Aufregung leicht zu zittern. „Ne..." brachte sie hervor, doch er wusste genau, dass sie log.
Sie konnte ihn noch nie wirklich anlügen, und es lag tief in der Natur ihrer Freundschaft, dass keine von beiden etwas verheimlichte.
Luan rückte langsam näher, während Daria instinktiv immer ein Stückchen zurückwich. Ein leises Spiel aus Nähe und Abstand, bei dem sie beide die Spannung spürten, ohne ein Wort zu verlieren.
„Magst du mich etwa nicht?" fragte Luan schließlich, die Stimme ruhig, fast herausfordernd, und doch sanft. Er wusste genau, was er tat, wie er sie schwach machte, genau ihr Typ, und gleichzeitig ihren Widerstand prüfte.
Daria spürte, wie ihre Knie leicht weich wurden. Sie konnte nichts sagen, konnte nur den Blick senken, während ihr Herz schneller pochte.
„Ich... ich habe versucht, für dich perfekt zu werden", flüsterte Luan, seine Stimme ruhig und warm. „Alles, was du mir damals erzählt hast, alles, was du dir von deinem Traummann gewünscht hast... ich hab's mir gemerkt."
Daria spürte, wie ein Kribbeln durch sie lief. Luan rückte noch ein Stück näher und legte vorsichtig seine Hand über ihre. Instinktiv glitt ihre Hand über seine weiche, warme Haut, streichelte leicht, als hätte sie keine Kontrolle über die Bewegung.
Ihre Blicke trafen sich, tief und intensiv. Es war, als könnten sie durch diese Augen alles sehen, Gedanken, Gefühle, die unausgesprochenen Worte.
Und dann, aus purer Nervosität, senkte Daria ihren Blick, brach den Moment ab, als könnte sie die Intensität nicht länger ertragen.
Daria stand auf, die Hände nervös in den Ärmeln vergraben, und begann langsam im Raum auf und ab zu gehen. Ihr Herz klopfte laut, jeder Atemzug schien den Raum zu füllen. Die Nähe zu Luan war überwältigend, und doch spürte sie dieses Drängen in sich, das sie wegstoßen wollte, gleichzeitig wollte sie ihn nicht missen.
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Between His Hands
RomanceDaria trifft nach Jahren wieder auf Luan, ihren Kindheitsfreund. Aus dem Jungen von damals ist ein Mann geworden, dessen Nähe gleichzeitig vertraut und unergründlich wirkt. Nach einer frischen Trennung spürt Daria die Sehnsucht und das Verlangen, da...
