Meine Beine trugen mich automatisch. Schnelle Schritte, die mich über die nassen und dreckigen Straßen Londons führten. Meine Handinnenflächen waren schwitzig. Ich wischte über meinen Mantel, was kaum half, da er vom Regen durchnässt und völlig eingeweicht war. Deshalb versteckte ich meine vor Nervösität zitternden und schwitzenden Hände in meinen Jackentaschen und ballte sie zu Fäusten um das Zittern zu minimieren. Ohne jeglichen Erfolg. Ich nahm einen Kopfhörer aus meinen Ohren und ließ ihn herab baumeln während ich mit meinem rechten Kopfhörer meine Tat fort führte und der zarten Stimme Lana Del Reys lauschte.

Ein Platschen in einer Pfütze machte sich hinter mir bemerkbar.
Ich dachte es wäre der Regen. Oder ein Auto, welches mit schneller Geschwindigkeit über die Straße fährt und das angesammelte Wasser weg spritzt.
Ich bog in eine Seitenstraße ein, stoppte aber sofort. Ich schaute nach oben gen Himmel, bemerkte dass es längst aufgehört hatte zu regnen. Ich streifte meine Kapuze wieder ab und schaute hinter mich. Noch bevor ich auch nur einen Blick erhaschen konnte, grabschte eine Hand nach meinem Mund und hinderte mich daran zu schreien. Eine zweite Hand griff nach meinem Handgelenk und drehte es um. Es schmerzte, aber ich schrie nicht. Ich schnappte nur nach Luft, die feucht war. Es roch nach Nikotin. Aber der stinkende Geruch des nassen Teers übertönte das Nikotin.
Die fremde Hand auf meinem Handgelenk rammte etwas spitzes und scharfes in meinen Arm. Im ersten Moment dachte ich, es sei ein Messer. Aber wie sich herausstellte, war es eine Spritze mit Betäubungsmitteln gefüllt. Ich spürte wie sich meine Pupillen weiteten und mein Körper die Kontrolle über das Zittern verlor. Ich kämpfte dagegen an, wehrte mich mit all meiner Willenskraft. Aber die Hand presste mich an meinem Hemd Kragen an die dreckige Wand, und beschmutze mit sehr hoher Warscheinlichkeit meinen Mantel, und schlug mit einer Faust gegen mein Gesicht. Nochmal. Nochmal. Nochmal.
Ich spürte warmes Blut meine Schläfe hinunter laufen, mein Auge pochen, mein Wangenknochen pumpen. Dieses jagte mir jede restliche Wachheit aus meinem Körper und meine Augen flatterten wie die Flügel eines verletzten Schmetterlings zu.

He Hurt Me But It Felt Like A KissStories to obsess over. Discover now