𝐞𝐢𝐧𝐬 -𝐆𝐥ü𝐜𝐤𝐬𝐛𝐫𝐢𝐧𝐠𝐞𝐫𝐢𝐧

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Ivana

In Bogotá war es mittlerweile Mitternacht.
Die Straßen pulsierten noch immer vor Lärm und die Menschen sprühten nur so vor Energie.
Ich stand vor dem Spiegel in meinem kleinen Apartment und musterte mein Spiegelbild.

Meine langen, schwarzen Haare fielen über meine Schultern, meine gebräunte Haut glänzte leicht, und meine blauen Augen wirkten in der Dunkelheit besonders intensiv.
Das enge, rote Kleid, das ich trug, saß wie eine zweite Haut. Es war viel zu kurz, aber genau das, was Álvaro von mir verlangt hatte.
„Zieh dein kürzestes Kleid an", hatte er gesagt. Meine Hände zitterten leicht, als ich den letzten Knopf schloss.

Álvaro, mittlerweile sechzig Jahre alt, zählte über viele Jahre hinweg zu meinen treuesten Kunden.
Er blieb mir stets loyal, zahlte immer pünktlich und versuchte nie, mich hinter das Licht zu führen.

Ich strich mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht und versuchte, das Unbehagen zu ignorieren, das in mir aufstieg. Ich war nicht das erste Mal die „Glücksbringerin" für einen Kunden, aber irgendetwas an dieser Nacht fühlte sich trotzdem anders an.

Ein Klopfen an der Tür riss mich aus meinen Gedanken. Ich nahm einen tiefen Atemzug und öffnete die Tür. Álvaro stand dort, seine braunen Augen blitzten vor Gier und Aufregung.
„Bist du bereit?" fragte er, seine Stimme triefte vor falscher Freundlichkeit.

Ich nickte wortlos, nahm meine Tasche und schlüpfte in meine durchsichtigen, hohen Schuhe. Schweigend folgte ich ihm in die düstere Nacht hinaus. Der schwarze Luxuswagen, der draußen parkte, schimmerte im Licht der Straßenlaternen. Er öffnete mir elegant die Tür und ich ließ mich in den Luxuriösen Innenraum gleiten.

Während der Fahrt sprach Álvaro wenig, seine Augen waren immer wieder mal auf mich gerichtet, mehr auch nicht.
Ich starrte aus dem Fenster und versuchte, meine Nervosität zu verbergen.

Warum ich das mitmachte? Er versprach mir das Doppelte von dem, was ich sonst von ihm bekam. Das bedeutete, dass ich an einem Tag mit zwei Männern weniger schlafen musste.

Als wir schließlich vor einem Gebäude anhielten, konnte ich das Pochen meines Herzens schon hören. Wir stiegen aus, ich hakte mich bei ihm ein, und gemeinsam machten wir uns auf den Weg hinein.

Das Casino war voll von gut gekleideten Männern und Frauen, deren Lachen und Gespräche die Luft erfüllten. Álvaro führte mich durch die Menge zu einem Tisch in einer abgetrennten Ecke des Raumes.
Dort warteten bereits mehrere Männer.

Ich setzte mich auf Álvaros Schoß und fühlte sofort die vielen Blicke, die auf mir ruhten.
Álvaro spielte gegen einen Mann namens
Adrian.
Er hatte blondes Haar, blaue Augen, ein muskulösen Körper und leicht gebräunte Haut. Er sah aus wie eine lebendige Ken-Puppe.
Rund um den Tisch saßen auch andere Männer und unterhielten sich.

Das Spiel begann, und mit jeder Karte, die gelegt wurde, spürte ich, wie sich die Schlinge um meinen Hals zuzog.

Álvaro verlor eine Hand nach der anderen, sein Gesicht wurde mit jedem Verlust düsterer.
Ich sah, wie Adrian sein triumphierendes Lächeln nicht verbergen konnte. Ich verstand die Bedeutung dieses Lächelns erst, als Álvaro seinen letzten Einsatz machte und verlor.

„Wie schade", sagte Adrian leise, während er seine Karten auf den Tisch legte.
„Es sieht so aus, als ob du alles verloren hast, amigo."

Álvaro schluckte schwer und nickte. „Ja, alles."

Ich sah ihn an, Verwirrung und Angst in meinen Augen. „Was bedeutet das?" fragte ich, meine Stimme bebte.

Adrian lehnte sich zurück und sah mich mit einem dreckigen Grinsen an.
„Es bedeutet, meine Liebe, dass du jetzt uns gehörst."

Ich spürte, wie mein Herz schneller schlug.
Panik machte sich in mir breit.
Ich konnte nicht glauben, was ich da hörte.
Uns?!
„Was?!"

Adrian zuckte nur mit den Schultern und blickte zu Álvaro.
„Er hat alles auf dich gesetzt und verloren.
Das war der Deal." Deal?! Dieser Bastard!

Ich drehte mich zu Álvaro um, meine Augen spuckten förmlich Feuer.
„Wie konntest du das tun?!" schrie ich, meine Stimme bebte vor Wut.
„Ich wusste, dass etwas nicht stimmte! Ich wusste es!"

„Álvaro ist ein beliebter Frauenhändler, wusstest du das nicht, meine Schöne?" gab Adrian provokant von sich.

„Er handelt mit Frauen?!" schrie ich fassungslos, während mich das Entsetzen durchfuhr.

Álvaro wagte es nicht, mich anzusehen.
„Ich hatte keine andere Wahl, Baby."

„Keine andere Wahl?!" schrie ich, meine Stimme überschlug sich.
„Du verdammter Mistkerl!"
Ich funkelte ihn an, meine Wut kochte über. Dann richtete ich meinen Blick auf den Mann, der aussah wie eine lebende Ken Puppe.
„Und mit dir werde ich ganz sicher nicht mitkommen!"

Adrian erhob sich und trat näher an mich heran, seine Augen funkelten kalt.
„Deal ist Deal."

Er packte meinen Arm fest und zog mich grob mit sich.
„Hör auf, dich wie ein verzogenes Kind zu benehmen", zischte er mir ins Ohr.
„Du weißt genau, dass du keine Chance gegen mich hast."

Meine Wut explodierte.
„Lass mich los!" schrie ich und riss wild an meinem Arm, versuchte zu treten und zu schlagen. „Ich gehe nirgendwohin mit dir!"

Doch meine Bemühungen waren vergeblich. Plötzlich tauchten mehrere Männer neben Adrian auf, die ihm halfen, mich festzuhalten.
„Na los, kämpf nur weiter", sagte Adrian belustigt.
„Du machst das Ganze nur unterhaltsamer."

„Ihr elenden Schweine!" brüllte ich, mein Körper bebte vor Zorn und Verzweiflung.
„Ihr werdet das bereuen! Ich lasse mich nicht so einfach unterkriegen!"

Zwei Männer von Adrians Truppe packten mich grob und zerrten mich zur Hintertür hinaus. Trotz meiner verzweifelten Gegenwehr schleppten sie mich zu einem großen schwarzen Van. Mit brutaler Gewalt zwangen sie mich hinein, banden meine Arme und Beine zusammen und versiegelten meinen Mund mit Klebeband.
Hilflos und voller Angst, saß ich dort, unfähig zu schreien, während sie die Türen des Vans mit einem lauten Knall schlossen.

Ich wusste, dass mein Leben sich von diesem Moment an für immer verändern würde.

Alejandro Sanchez | Dark RomanceLa tua prossima ossessione. Scoprilo ora