TEIL 1
Prolog
Lillian
Im sanften, fast meditativen Rhythmus des Regens, der beharrlich gegen die Fensterscheiben der Universität peitschte, fand ich mich wieder. Ich saß dort, verweilte in diesem Raum, wo die gedämpften Klänge des Niederschlags eine Aura von Gelassenheit und Kontemplation schufen. Mein Kugelschreiber glitt bedachtsam zwischen meinen Fingern hin und her, ein stummer Begleiter meiner Gedanken, die sich wie schimmernde Schleier vor mir ausbreiteten. Die Fenster waren beschlagen, die Welt draußen verschwommen, gehüllt in einen nebligen Schleier, der sie entrückt und doch so nah erscheinen ließ. Doch trotz dieser äußeren Dämmerung verweilte ich hier drinnen, eingetaucht in meine eigenen Überlegungen.
Vor mir lag mein Notizblock, seine Seiten leer und unberührt, ein stummes Zeugnis meiner Gedankenwelt, bereit, mit den Antworten meiner inneren Suche gefüllt zu werden. Jede Seite ein unbeschriebenes Kapitel, das darauf wartete, mit der Tinte meiner Reflexionen und Erkenntnisse beschriftet zu werden. Es war ein Tag wie jeder andere, und doch trug er eine Atmosphäre der Stille und Einsamkeit in sich, die mich dazu trieb, tiefer in meine eigenen Gedanken einzutauchen. Gedanken, die wie Schmetterlinge um meine Seele flatterten, auf der Suche nach Antworten, die mir helfen würden, in der Welt der Psychologie zu glänzen.
Aber das war nicht meine Welt. Das war nicht das, was ich mir für mein Leben erträumt hatte. Es war die Welt, die meine Eltern für mich gewählt hatten, eine Welt, in der ich gefangen war, obwohl ich stets zu entfliehen versuchte.
Ein leises Rascheln riss mich aus meinen Gedanken und meine Augen erhoben sich vom leeren Blatt Papier vor mir, als sich die Tür des Saals langsam öffnete. Ein unerwarteter Besucher betrat den Raum und mein Herz machte einen Sprung. Es war Blake Hayes. Die bloße Präsenz von ihm löste einen Wirbelwind von Emotionen in mir aus. Mein Herz begann schneller zu schlagen und ein Gefühl der Unsicherheit kroch durch meine Adern.
Es war seltsam, wie sich die Zeit in seiner Gegenwart verlangsamte. Jeder Blick, jedes Wort zwischen uns schien eine Welt voller Bedeutung zu tragen. Trotz der unterschiedlichen Wege, die wir in unseren Studien eingeschlagen hatten, blieb die Verbindung zwischen uns spürbar, ein unsichtbares Band, das uns unablässig aneinander zog. Die Erinnerungen an vergangene Begegnungen und ungesagte Gefühle tauchten plötzlich wieder auf, und ich fragte mich, ob er sie ebenfalls spürte. Wahrscheinlich eher nicht, wenn ich bedachte, was zwischen uns passiert war.
Meine Hände begannen unmerklich zu zittern, als ich versuchte, meine aufgewühlten Emotionen zu kontrollieren. Kein starkes Zittern, nur ein leichtes Beben, das von außen kaum wahrnehmbar war, aber das ich bis in meine Fingerspitzen spürte. Es war die Art von Zittern, die die innere Unruhe verriet, die Sehnsucht, die ich so lange unterdrückt hatte.
Blakes tiefe, durchdringende Augen bohrten sich in meine Seele und ließen mich die Kontrolle über meine Gedanken verlieren. Es war, als ob die Luft um uns herum elektrisch geladen war, gefüllt mit ungesagten Worten und unterdrückten Emotionen, die nach Freiheit strebten.
Ich versuchte verzweifelt, den Sturm in meinem Inneren zu bändigen, die Leidenschaft zu unterdrücken, die in mir brannte und mich wie ein Flammenmeer umgab. Doch in diesem Moment der Konfrontation, dieser unerwarteten Begegnung, war es schwer, die Flammen der Sehnsucht zu ersticken, die in mir loderten und meine Gedanken in einen wilden Strudel aus Emotionen zogen. Jeder Atemzug schien von ihm erfüllt zu sein, und mein Herz schlug schneller, als ich versuchte, meine aufgewühlten Gefühle zu verbergen.
Blake schlängelte sich durch die Tür, seine imposante Statur und sein wohlgeformter Körper fielen sofort ins Auge und ließen mein Herz einen verzückten Purzelbaum schlagen. Seine braunen Haare umrahmten sein markantes Gesicht, doch von hier oben konnte ich seine Augen nicht sehen – die Augen, die so oft meinen Verstand betäubt und meine Sinne betört hatten. Dennoch erinnerte ich mich lebhaft an ihre Schönheit: wie sie im Sonnenlicht schimmerten, eine Mischung aus Haselnussbraun mit einem Hauch von Grün, und wie sie mich in vergangenen Momenten der Vertrautheit und Nähe gefangen genommen hatten. Diese Augen hatten mich schon oft in ihren Bann gezogen, und auch jetzt, in dieser unerwarteten Begegnung, übten sie eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf mich aus, eine Anziehungskraft, die meine Knie weich werden ließ und mein Herz wild pochen ließ.
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Mein Beinahe: Du und Ich, immer fast
RomanceBlake und Lillian sind in einem endlosen Strudel der Gefühle gefangen. Sie waren immer kurz davor, fast etwas zu sein. Niemals nichts gewesen, nie etwas gewesen. Doch nachdem Blake Lillians Herz in tausend Stücke zerschlagen hat, bringt das Schicks...
