Artemis
Ich war kaum bei Bewusstsein. Alles was ich spürte war der harte Stoff unter mir und die Schritte der Gestalten um mich herum.
Scott hatte uns zu ihnen gebracht. Oder waren sie zu uns gekommen? Es kostete mich immens viel Energie, diese Gedanken zu denken. Ich wollte loslassen. Wollte schlafen. Wollte endlich meinen Frieden.
Nein
Die Stimme schnitt durch den Nebel in meinem Kopf, und für einen Moment sah ich klar. Ich durfte noch nicht gehen. Ich musste bleiben. Doch bevor ich den Grund erfassen konnte, drohte ich schon wieder, in meinem eigenen Kopf zu ertrinken.
Die Stimmen in meinem Kopf waren merkwürdig ruhig. Anstatt mich in voller Lautstärke zusammenzubrüllen, vernahm ich ein Flüstern, das vorsichtig an der Kannte meines Bewusstseins zupfte.
Dann ein Summen. Erst jetzt wurde mir klar dass ich anscheinend auf den Boden gelegt wurde. Es war kalt. So unglaublich kalt...
Als ob etwas mich gehört hätte, spürte ich ein leichtes Ziehen unter meinem Brustbein, auf das eine plötzliche Schwerelosigkeit folgte. Ich wurde aufwärts gezogen, sanft und langsam.
Und erneut ertönte die Stimme. Wage nahm ich war, dass sie nach außen etwas anderes fragte, aber alles, was ich hörte, war:
Willst du hier bleiben?
Ja, lautete meine Antwort.
Was hätte sie denn sonst sein sollen?
Danke
Ein plötzlicher Schmerz durchfuhr meinen ganzen Körper. Gepaart mit einer unglaublichen Menge von Energie. Genug jedenfalls, um mich meine Augen öffnen zu lassen.
Alles was ich sah war eine Decke aus schwarzem Stein.
Dann veränderte sich meine Position. Ohne dass ich irgendetwas spürte, dass die Rotation hätte herbeiführen können, befand ich mich plötzlich in einer vertikalen Position.
Sanft wurde ich der Levitation entlassen und stand bald schon auf meinen eigenen zwei Beinen.
Um mich herum waren mehrere verhüllte Gestalten versammelt, und doch hatte ich das Gefühl ich kenne sie alle. Die Figur vor mir trat vor und schlug ihre Kapuze zurück. Zum Vorschein kam ein sanft geschwungenes Gesicht, mit leicht angedeuteten Sommersprossen und Augen wie dunkler Schokolade. Seine gelockten Haare, die so blond waren dass sie fast weiß schienen, waren ein wenig durcheinander, was ihm ein noch freundlicheres Aussehen gab.
Scott.
Er lächelte.
"Willkommen im Orden Darksides.", verkündete er laut und förmlich, und fügte dann leise hinzu "Willkommen zuhause."
Plötzlich durchfuhr ein so enormer Schmerz meinen Kopf, dass ich mir sicher war jemand hätte sich von hinten angepirscht und mir den Schädel mit einer Axt gespalten.
Ich schrie auf und krümmte mich, die Hände gegen meine Schläfen pressend.
Dann realisierte ich, was der Auslöser der Agonie war. Tausende von Stimmen, hoch und schrill oder tief und wütend, schrieen in meinen Gedanken um die Wette, zerfetzten alles, was ihnen unter die Nase kam und hämmerten gegen meinen Schädel, bettelnd ich wolle sie doch hinauslassen.
Ich wusste nicht was zu tun. In dem Moment packte jemand meine Handgelenke und zerrte mir so die Hände von den Ohren. Ich starrte in die braunen Augen, und registrierte wage, dass auf mich eingeredet wurde, aber durch die Hunderte von Stimmen, einschließlich meiner, nahm ich kein Wort war.
Dann spürte ich einen kurzen Stich, der schmerzhafter war, als alles was ich je ertragen hatte zusammen, irgendwo in der tobenden Schlacht, die in meinem Kopf stattfand und ich fiel. Noch bevor irgendjemand mich auffangen konnte, hatte ich die Verbindung zur Realität schon längst verloren.
—————
Es klingt irgendwie merkwürdig. Ich wollte darstellen, dass sie nach ihrer Reanimation so viel aufnimmt wie möglich, aber so richtig zu Frieden bin ich nicht. Wie immer eigentlich. Naja. Hoffe euch wird dieses Buch genau so freuen wie mich, am besten sogar noch mehr, und wir sehen uns im nächsten Kapitel.
Trinkt genug
Revivemis
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Orden
Science FictionDer Widerstand zerschlagen und verstreut, die Garde und damit die ganze Stadt ohne wirklichen Anführer, ein gutes Drittel der Bevölkerung verschwunden, und jetzt auch noch mysteriöse Morde, die alle zu einem kleinen Laden zurückzuführen sind, währen...
