Ich wusste es nicht doch, all meine Wege führten zu dir

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Freitag der 9

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Freitag der 9. Dezember
~ Joanna ~
Kaum waren die Türen der Straßenbahn geöffnet zwängte ich mich zwischen den Menschen hindurch.
Zu Spät, zu spät, zu spät!
Die S-Bahn die ich jeden Morgen zur Schule nahm fährt 7.16 also in 35 Sekunden.
Die Treppen hoch und ein kurzstrecken Sprint. Anscheinend war der Fahrer einer der freundlichen den obwohl er jetzt fahren müsste, wartete er bis ich ganz hinten angekommen und eingestiegen war. Wie immer setze ich mich in die zweite Reihe von hinten auf die linke Seite entgegen der Fahrtrichtung. Ich sitze hier gerne weil hier nicht so viel Menschen sind, die mich anstarren können. Um ehrlich zu sein bin ich fast immer allein hier hinten.
Der Zug fährt wie immer erst eine, dann die nächste und die nächste Haltestelle. Und ich fahre wie immer bis zur Endhaltestelle durch, genug Zeit um für die bevorstehende Klausur zu lehren.
An der vierten Haltestelle machen die meisten Fahrer 2 Minuten Kaffeepause, oder was auch immer.
So auch Mister Freundlich, auch ich beschließe eine kurze Pause zu machen und sehe zu meiner linken aus dem Fester. Sofort fiel mir eine sehr bizarre aussehende Situation ins Auge.
Neben mir mitten im Gleisbett stand ein älterer Mann mit gezücktem Revolver und zielte auf einen anderen der Mitte 30 war. Irgend etwas sagt mir das ich nicht wissen will warum dieser Mann sterben soll. Der eben erwähnte, am Boden liegende, redet mit flehender Miene auf den über ihm stehend ein.
Doch der alte lacht nur und schoss, Kopfschuss, verblüffend präziser und genau.
Sogar durch die Plexiglasscheibe der S-Bahn war der Schuss ohrenbetäubend laut. Mein Blick ging von der Leiche zu dem Mann mit dem Revolver und zurück.
OKAY, der ist tot, so richtig tot.
Fahr weiter Bahn, fahr verdammt!
Das letzte was ich wollte war beim Starren erwischt werden und selbst wenn ich den Blick abgewandt hätte, die Leiche liegt praktisch neben dem Fenster an dem ich sitze. Ich überlege kurz ob ich aufstehen und mich woanders hinsetzen sollte, aber eine Bewegung hätte nur unnötig Aufmerksamkeit erregte.
Vielleicht hätte ich es lieber gemacht oder auch nicht? Keine 10 Sekunden nach dem Schuss, trat ein extrem attraktiver Junge neben ihn, betrachtet die Leiche und sagt etwas. Während sie eine Konversation über Mr. Tot führen, was ich jetzt einfach mal daraus schließe das sie auf die Leiche zeigten, erklingt dieses typische Ding, Dang, Deng vor einer Ansage. Eine monotone Frauenstimme erklingt: „Sehr geehrte Fahrgäste, auf Grund eines medizinischem Notfalls verspätet sich der Zug um 5 Minuten. Wir bitte um ihr Verständnis." Medizinischer Notfall?
Äh, hier wurde gerade jemand umgebracht, vielleicht nehmen sie die Leiche freundlicher Weise gleich mit? „Nächster Halt Jungfarn Turm, voraussichtliche Ankunft 7.27 Uhr." Antwortete die monoton sprachige Lady auf meine ungestellte Frage, mir entweicht ein Seufzer und mein Blick geht wieder zur Leiche. Ich betrachte sie eine Weile mit Interesse und Faszination, als ich meinen Blick wieder hebe blicke ich in dunkelblau Augen. Erstaunt stelle ich fest das sie zu Hottie gehören, er ist groß, muskulös, hat rot-braune Haare und ist mindestens 1.80 groß, kurz ein Traumtyp. Hottie stößt den älteren Mann neben sich leicht an und deutete mit seinem Kinn auf mich, okay ich nehme alles zurück, er ist ein Arschloch, ein sexy Arschloch.
Starrwettbewerb! Die beiden Männer sehen mich an ich sehe sie an, ich wende meinen Blick zu der Leiche, ich hebe mein Blick nur um fest zu stellen das Opa nicht sonderlich glücklich aussieht und Hottie hat immer noch den selben Blick drauf wie gerade eben. Mein Blick geht wieder zur Leiche, dann Hottie und dann zu Opa. Leiche-Hottie-Opa, Leiche-Hottie-Opa, Leiche-Hottie-Telefon, Telefon?

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