Obi-Wan wälzte sich im Bett hin und her, wimmerte, fing schließlich an zu weinen. Er hatte einen Alptraum, dass war Anakin sofort klar, als er ihr Zimmer betrat, welches sie sich während ihrer Mission teilten. Eigentlich war es ihm schon vorher klar. Obi-Wan war früher in ihr Zimmer gegangen, um sich schlafen zu legen, während Anakin noch mit seiner alten Freundin Padme gesprochen hatte. Ihm war aufgefallen, dass Obi-Wan die beiden nicht gerne zusammen sah, er konnte sich jedoch nicht erklären warum, aber das war jetzt auch unwichtig. Anakin hatte durch ihre Verbindung gespürt, dass etwas nicht stimmt, er hat die Angst gespürt, die von Obi-Wan ausging. Daraufhin hat er sich sofort auf den Weg in ihr Zimmer gemacht. Und nun, nun stand er vor dem Bett und versuchte Obi-Wan zu wecken, es wollte ihm aber einfach nicht gelingen und das tat ihm weh, zuzusehen wie sein ehemaliger Meister litt.
„Ich kann dich nicht verlieren...“ weinte Obi-Wan auf einmal. Anakin musste eingreifen, er kannte die Art der Alpträume seines Meisters schon. Obi-Wan hatte schon öfter solche Alpträume gehabt, wo er davon träumte Anakin zu verlieren und Anakin fiel gerade auf, dass es meistens zu Zeitpunkten war, wenn sie auf die Senatorin Padme Amidala trafen.
War Obi-Wan etwa eifersüchtig?
Anakin begann Obi-Wan nun etwas kräftiger an der Schulter zu rütteln, aber nichts. Er setzte sich neben ihn auf das Bett, welches sie sich teilten, „Obi komm schon, wach auf, das ist nur ein Traum alles gut.“ Obi-Wan wachte zwar nicht auf, aber er wurde ruhiger und das war schon ein Fortschritt.
Anakin beschloss, seine Taktik zu ändern. Er zog sich die Schuhe aus und legte sich neben Obi-Wan, um ihn in den Arm zunehmen und tatsächlich, Obi-Wan beruhigte sich, und der Alptraum schien zu Ende zu sein.
Obi-Wan drehte sich nun zu Anakin um, so dass dieser ihm in das nun friedliche Gesicht schauen konnte. Anakin konnte es nicht leugnen, er liebte es, Obi-Wan beim Schlafen zuzusehen, er kam so selten in den Genuss, war Obi-Wan doch ein absoluter Frühaufsteher, während er gerne ausschläft.
Und trotzdem wäre es ihm lieber, wenn Obi-Wan wach wäre, sie über die Alpträume reden könnten, und danach zusammen kuscheln könnten.
Anakin machte es sich bequem, gab seinem Freund noch einen Kuss auf die Stirn und schlief schließlich selbst ein, mit dem Hintergedanken morgen mit seinem Freund, mit seinem Obi-Wan über diese Träume zu reden.
Wie jeden Morgen, war auch Obi-Wan vor Anakin auf den Beinen, als Anakin aufstand, war der Tisch bereits gedeckt, bereit für ein Frühstück für zwei und Obi-Wan saß am Tisch und starrte gedankenverloren aus dem Fenster, seine Kaffeetasse in der Hand.
„Guten Morgen, was ist los Obi?“ war der Satz mit dem Anakin auf sich aufmerksam machte und damit Obi-Wan aus seinem Traumzustand weckte. „Nichts, nichts, Liebes, komm frühstücken.“ Anakin konnte spüren, dass sein ehemaliger Meister log und es tat weh. Vertraute er ihm nicht?
„Es ist nicht nichts, Obi-Wan, vertraust du mir nicht, oder warum kannst du mit mir nicht darüber reden?“ „Natürlich vertraue ich dir! Das weißt du. Ich habe mir nur über was Gedanken gemacht, das es nicht wert ist. Etwas was dich nicht belasten soll, weil es so unwichtig ist.“ Währenddessen war Obi-Wan aufgestanden und lief zu Anakin ans Bett, um sich neben ihn zu setzen. „Nichts ist so unwichtig, dass ich es nicht wissen möchte, wenn es dich betrifft. Und wenn es dich so belastet wie es anscheinend der Fall ist, ist das Thema auch nicht unwichtig, sondern für mich im Moment das Wichtigste!“ „Es ist aber lächerlich, Anakin!“ Obi-Wan wollte wieder aufstehen und sich von Anakin wegbewegen, aber Anakin war schneller, hielt seinen ehemaligen Master sanft am Arm fest und zog ihn wieder zu sich aufs Bett.
„Dann lass uns über deine Alpträume reden, Liebling.“ sagte Anakin sanft, mit dem Hintergedanken, dass Obi-Wans aktuelle Stimmung damit zu tun hat. Sein Freund blieb still und schaute auf seine Füße. „Kann es sein, dass du Angst hast mich zu verlieren? An jemand anderen?“ Anakin sparte es sich, Padmes Namen zu nennen, das musste er nicht. Als Obi-Wan plötzlich aufsah, mit weit aufgerissenen Augen und ihn traurig in die Augen sah, wusste Anakin, er hatte mit seiner Vermutung ins Schwarze getroffen. „Woher...“ „Obi, ich bin nicht blöd, ich bekomme deine Träume mit, und deine Gefühle. Aber hab ich dir je einen Grund gegeben, mir nicht zu vertrauen, dass du nicht mit mir reden kannst.“ Anakin war verletzt, nicht von der Tatsache, dass Obi-Wan dachte, er könnte eine Affäre haben, nein. Er verstand nicht, dass sein Freund, mit dem er seit nun einem Jahr zusammen war, nicht mit ihm redete.
„Liebes, du weißt, dass ich dir vertraue, ich weiß doch auch nicht, warum ich so eine Angst habe, dich zu verlieren.“ „Darum geht es nicht Obi-Wan, warum redest du nicht mit mir darüber? Ich meine, wie lange plagt dich das denn schon?“ Stille von seinem ehemaligen Meister war die Antwort. „Weißt du was, ich frühstücke mit Padme. Vielleicht vertraust du mir irgendwann genug, damit ich es würdig bin, dir zuhören zu dürfen.“ Während Anakin dies sagte, war er aufgestanden und Richtung Tür gelaufen. Er war schon fast draußen als er Obi-Wan „Nein, warte...“ sagen hörte, doch er ging weiter. Er war sauer und enttäuscht. Er musst mit jemanden reden und Padme schien ihm dafür geeignet. Auf dem Weg fühlte er durch die Macht-Verbindung zwischen ihm und seinem Freund, die Trauer und Besorgnis von Obi-Wan, er bekam sie volle Kanne ab. Obi-Wan versuchte also gar nicht, seine Gefühle abzuschirmen, Anakin konnte nur ahnen, dass sein Freund weinte, aber er wusste nicht, wie recht er hatte.
Obi-Wan saß auf dem Bett, bekam anfangs gar nicht mit wie ihm langsam die Tränen über das Gesicht liefen, er starrte wie paralysiert auf die Tür durch die Anakin gerade noch gestürmt ist. Irgendwann, als die Tränen immer mehr wurden legte er sich aufs Bett und rollte sich zusammen, es roch noch nach Anakin. Die Angst ihn zu verlieren, wuchs ins Unendliche, Obi-Wan konnte sich ein Leben ohne seinen geliebten Anakin nicht mehr vorstellen. Und genau diesen hatte er verjagt, weil er nicht mit ihm gesprochen hatte, weil er gedacht hatte und immer noch dachte, dass Anakin enttäuscht wäre, würde er erfahren, dass Obi-Wan eifersüchtig war, aber vielleicht mussten sie wirklich darüber reden. Nein Obi-Wan musste darüber, ohne vielleicht. Er wusste nur nicht wie. Weder wusste er, ob Anakin ihn überhaupt zuhören möchte und wann dieser wieder bei ihm wäre. Eine Frage, welche Obi-Wan aufschluchzen ließ, kam ihm in den Sinn. „Ob er wohl je wieder zu mir zurück kommt?“ Die Angst, die er dabei verspürte, ließ die Tränen wieder erneut aufsteigen. Er wusste nicht wie lange er weinte, aber irgendwann war er wieder eingeschlafen.
Währenddessen war Anakin im Speisesaal Padmes angekommen, seine beste Freundin saß bereits am Tisch, eine Tasse Kaffee vor sich und schaute auf, als Anakin in den Raum kam. „Guten Morgen Anakin.“ Sie bekam ein Grummel zur Antwort. „Was ist denn los? Und wo ist Obi-Wan, sonst trennt ihr euch nie so einfach?“ Sie zog bei der Frage eine Augenbraue in die Höhe. Sie merkte, man konnte auch sagen fühlte, dass irgendwas nicht stimmte. Sie kannte Anakin nun schon lang genug. „Wir hatten Streit.“ war die gemurmelte Antwort. „Willst du drüber reden?“ Anakin hatte sich inzwischen neben sie gesetzt. Traurige blaue Augen schauten Padme an, als Anakin anfing vom Streit zu erzählen. Wie verletzt er durch Obi-Wans Verhalten war, durch das Schweigen. Padme hörte aufmerksam zu und blickte ihn verständnisvoll an.
„Anakin, Obi-Wan hat Angst. Ich kenne ihn nun auch ganz gut, und weiß, dass er viele geliebte Personen verloren hat. Und er hat Angst, darüber zu reden. Obi-Wan war lange alleine, er hatte vor dir soweit ich weiß niemanden zum Reden. Er hat vielleicht Angst davor, dich wegzustoßen, wenn er mit dir darüber redet. Bevor du mich unterbrichst, ich will nicht sagen, dass sein Verhalten richtig ist, Ani, ich will sagen, dass ich es verstehen kann, genauso gut wie ich dich verstehe. Ich glaube ihr müsst ganz dringend an eurer Kommunikation üben.“ Anakin nickte, er verstand es zwar nicht so ganz, aber es dämmerte bereits ein wenig. „Die Alpträume, die er hat, nehmen auch mich mit, Padme. Ich glaube er hat Angst mich an eine andere Person zu verlieren, oder generell zu verlieren.“ „Wann hat er denn die Träume, Anakin?“ Padme war neugierig geworden und wollte den beiden unbedingt helfen. Sie kannte die beiden mittlerweile so gut und lange. Sie kannte sie bevor sie ein Paar geworden sind und konnte sich an die Veränderung der beiden erinnern, die Anakin und Obi-Wan gemeinsam durchlebt haben. Sie sind so viel glücklicher geworden seitdem die beiden sich haben. „Meistens, wenn wir uns mit dir treffen...“ murmelte Anakin. „Willst du andeuten, Obi-Wan könnte auf mich eifersüchtig sein? Ich meine, ihr habt so hart dafür gekämpft, dass ihr zusammen sein könnt, die ewigen Diskussionen mit dem Jedi Rat. Und jetzt soll er eifersüchtig auf mich sein, eine Freundin, die du quasi schon immer hattest?“ „Ich weiß, das erscheint surreal, aber bedenke, was du vorhin gesagt hast, Padme. Er hat viele geliebte Menschen verloren. Und wir beiden haben ein sehr enges Verhältnis zueinander.“
„Ich glaube, du musst jetzt mal zurück zu deinem Geliebten, wenn er solche Angst hat dich zu verlieren, wird es nicht besser, wenn du nach einem Streit einfach gehst, Ani.“ Anakin sprang sofort von seinem Stuhl auf, natürlich. Er wollte, dass Obi-Wan mit ihm sprach und dann ging er nach dem Streit einfach, ließ ihn zurück, obwohl er schon wusste, was Obi-Wan bedrückte. Er rief noch ein „Danke“ Richtung Padme und lief dann schnellst möglich zurück in ihr Zimmer. Zurück blieb eine Senatorin, die plante, ihr Haus demnächst zu verlassen, um dem Paar eine Zeit zu zweit in Ruhe zu ermöglichen.
Schon auf dem Weg, als Anakin seine Schutzschilde, die er während dem Gespräch hochgefahren hat, wieder runter fuhr, spürte Anakin die Angst, die Trauer. Nicht seine, nein. Obi-Wans. Sie war schlimmer als gestern. Und das zerbrach Anakin das Herz, das hatte er nicht gewollt. Diese Tatsache, veranlasste Anakin noch schneller zu laufen, als er es eh schon tat.
Er erreichte ihr Zimmer völlig außer Atem und riss die Tür auf. Obi-Wan lag auf dem Bett, das Gesicht Richtung Tür, so dass Anakin das Gesicht seines Freundes nur zu deutlich sehen konnte. Und es schmerzte. Das Gesicht seines geliebten Obi-Wans war tränenüberströmt und gerötet. Er musste sich in den Schlaf geweint haben.
Anakin eilte zu ihm und kniete sich vor ihn auf den Boden, er nahm Obi-Wans Hand in seine, führte sie zu seinem Mund und drückte einen Kuss darauf. „Bitte, verzeih mir Obi.“ flüsterte er. Als Anakin wieder aufblickte, sah er in zwei traurige blaue Augen. „Das müsste ich sagen, Ani.“ Obi-Wan setzte sich auf und zog Anakin in seine Arme. „Wenn du willst, reden wir. Ich sag dir alles. Nur lass mich nicht alleine Ani, bitte. Ich liebe dich.“ Bei dem traurigen, flehenden fast schon verzweifelten Ton seines Freundes, stiegen Anakin selbst die Tränen in die Augen. „Ich würde dich nie verlassen. Obi-Wan ich liebe dich auch. Jetzt erzähl, was dich so belastet, ich höre zu. Es ist alles gut.“ Anakin drückte Obi-Wan noch einen sanften Kuss auf die Lippen bevor dieser anfing zu erzählen. Und er erzählte, was für eine riesige Angst er hat, Anakin zu verlieren, an jemand anderen, jemand, der besser wäre als er, jemand der Anakin mehr bieten könnte, als Obi-Wan. Was hätte er denn schon zu bieten, war eine Frage, die Anakin einen Stich versetzte. Er hatte nie mitbekommen, wie groß die Selbstzweifel seines ehemaligen Meisters und Freundes waren.
„Was du zu bieten hast? Obi, du gibst so viel, du liebst mich, du würdest dein Leben für mich geben. Du bist alles was ich je wollte und will. Ich liebe dich und niemanden anders. Hörst du! Du bist perfekt genau so wie du bist. Genau so liebe ich dich! Ich werde dich nicht verlassen, für niemanden werde ich dich je verlassen.“ Er zog Obi-Wan wieder zu sich und küsste ihn zärtlich, versuchte alle seine Liebe für seinen Freund in diesen Kuss zu legen und durch ihre Verbindung zu schicken. „Ich liebe dich, mehr als mein Leben, Ani.“ flüsterte Obi-Wan, während einer Atempause, an seinen Lippen. „Und ich dich erst.“ Und dann sagten beide für längere Zeit nichts mehr. Sie küssten sich und kuschelten mehrere Stunden miteinander, das Wichtigste war gesagt und das war für diesen Tag erst mal genug. Der Streit hatte beide mitgenommen und so schliefen sie relativ früh am Tag zusammengekuschelt ein. Obi-Wan war an Anakins Brust gekuschelt, ein Arm besitzergreifend um den Jüngeren, während Anakins Kopf auf seinem ruhte und er ebenfalls besitzergreifend von Anakin festgehalten wurde. Die Beine der Beiden waren ineinander verknotet.
Genau so fand Padme die Beiden auf, als sie nach ihnen schauen wollte. Es war also alles wieder gut.
Padme freute sich für das Paar, hatte sie doch alle Strapazen miterlebt. Die Diskussionen mit dem Jedi Konsul. Die Vorurteile der anderen Jedis am Anfang der Beziehung vor über einem Jahr. Und doch waren sie zusammen geblieben. Die Liebe der beiden war stark. Padme würde sogar sagen, dass die beiden Seelenverwandte sind und sie hoffte irgendwann auch so jemanden zu finden. Jemand der immer für sie da ist, so wie Anakin und Obi-Wan immer für einander da waren. Ja sie war ein wenig eifersüchtig und neidisch, nicht auf eine Person, sonder auf das Paar, auf die Liebe. So etwas wollte sie auch, ja das mochte selbstverliebt klingen, aber wer wünscht sich so etwas nicht? In erster Linie war sie aber glücklich für ihre beiden Freunde. Padme wollte den beiden eigentlich mitteilen, dass sie morgen Mittag den Planeten verlassen würde, Anakin und Obi-Wan aber gerne in ihrem Haus bleiben durften bis ihre diplomatische Mission auf Naboo beendet war. Das musste dann eben bis morgen früh warten. Sie seufzte leise, dreht sich um und schloss die Tür leise hinter sich, darauf bedacht das Paar nicht zu wecken. Padme machte sich auf den Weg in ihre eigene Schlafkammer, mit dem Wunsch, eines Tages auch so zu lieben und geliebt zu werden.
Als Anakin diesen Morgen aufwachte, lag er noch in den Armen Obi-Wans. Langsam schlug er die Augen auf und blickte genau in ein blaues Augenpaar, welches ihn sanft anschaute. Auf Obi-Wans Lippen lag ein zärtliches Lächeln, das seine Augen zum Strahlen brachte. „Ich liebe dich“ war alles was Anakin sagen konnte, als er seinen ehemaligen Master so nah vor sich sah. Obi-Wan lehnte sich vor und drückte einen sanften Kuss auf Anakins Lippen, der sofort erwidert wurde. „Und ich dich erst Ani.“ Die Sonne war schon aufgegangen, das konnte Anakin sehen, aber es störte ihn beim besten Willen nicht, trotzdem mit seinem Geliebten im Bett zu bleiben. Es war Wochenende und auf diplomatischen Missionen, war das eine Zeit für sie, ohne Verpflichtungen. Und nachdem sie den gestrigen Tag mit Streiten vergeudet hatten, nahm Anakin sich vor den heutigen Tag mit Obi-Wan zu genießen. Und er hatte vor Obi-Wan zu verwöhnen. Und somit hatte er auch das Bett nicht so schnell zu verlassen. Aber Obi-Wan hatte andere Pläne. „Ani, Liebes, wir sollten aufstehen. Wir könnten was frühstücken und dann spazieren, es ist so schönes Wetter.“ „Und wenn ich viel lieber hier bleiben will, mit dir.“ „Das können wir auch noch heute Abend, ich würde gerne mit dir spazieren gehen, Liebes. Und dann vielleicht auch noch über uns reden. Ich glaube, das sollten wir ganz dringend mal machen.“ „Mhmm...“ Obi-Wan rollte seine Augen, wie er es schon so oft getan hatte, wenn er sich ein wenig über Anakins Sturheit lustig machte. Das sanfte Lächeln wurde zuerst breiter und schließlich zu einem überlegenem Grinsen, was Anakin sofort Alarm gab. Obi-Wan hatte etwas vor. Und das war nicht unbedingt von Vorteil für Anakin, das wusste er, Anakin wusste nur nicht genau was passieren würde. Und während er darüber nachdachte war es schon zu spät. Obi-Wan begann ihn durchzukitzeln. Anakin versuchte sich zu wehren, bald war das ganze so ausgeartet, das Obi-Wan auf Anakin lag um ihn fest zu pinnen.
„Obi…. Bitte…. Hab doch… Erbarmen mit mir.“ „Und was habe ich dann davon?“ fragte Obi-Wan während er weiter kitzelte. „Wir … gehen sp… spazieren… du… du hast… gewonnen… Bitte Obi.“ „Da kann ich doch nicht nein sagen, Liebes.“ Obi-Wan hörte auf, Anakin zu kitzeln und beugte sich nun vor, um Anakin zu küssen. Dabei wurde sein Nacken direkt von zwei starken Armen umschlungen, die ihn noch näher an Anakin zogen. So lagen sie mehrere Minuten sich küssend auf dem Bett, bis ein Räuspern aus Richtung der Tür sie auseinander schrecken ließ.
„Ich will euch zwei ja wirklich nicht stören, aber ich müsste mit euch reden, vielleicht wollt ihr mit mir frühstücken?“ Padme stand in der Tür und machte einen recht amüsierten Eindruck. „Wir kommen“ antwortete Obi-Wan und das war Padme Antwort genug, sie nickte den beiden noch einmal zu, drehte sich um und schloss bei hinausgehen die Tür hinter sich. „So, dann sollten wir jetzt wohl aufstehen, oder was meinst du mein Lieber Ani?“ Wieder bekam Obi-Wan nur ein Grummeln zur Antwort, während er aufstand.
15 Minuten später saßen die drei in Padmes Speisesaal und frühstückten, als Padme das Wort ergriff. „Ich freue mich, dass ihr zwei euch wieder vertragen habt, wirklich. Ich hätte euch gerne noch etwas Zeit gelassen heute morgen, aber es gibt etwas, das ich mit euch besprechen muss.“ Eine kurze Pause folgte, in der Obi-Wan und Anakin sich kurz ansahen ihre Aufmerksamkeit jedoch sofort wieder Padme schenkten. „Ich werde heute Abend abreisen, man braucht mich als Senatorin für diplomatische Zwecke auf Caamas. Ich weiß, dass ihr hier noch für mehrere Wochen seid, ich werde euch gerne hier wohnen lassen wenn ihr das wollt. Ich selbst werde auch für mehrere Wochen abwesend sein.“ „Das ist sehr nett von dir, Padme. Bist du sicher, dass es dir nichts ausmacht, wenn Obi-Wan und ich noch hier bleiben?“ „Ach nein, Ani. Ich vertraue euch.“ Als Padme Anakin mit diesem Spitznamen ansprach huschte ein dunkler Schatten über Obi-Wans Gesicht, er hatte seinen Gesichtsausdruck jedoch schnell wieder im Griff, allerdings nicht schnell genug. Padme hatte die Veränderung sofort bemerkt, hatte sie doch irgendwie darauf abgezielt und Obi-Wan bei diesem Satz extra beobachtet. „Ich glaube euch beiden tut ein wenig Zweisamkeit auch ganz gut.“
Nach dem Frühstück machten Anakin und Obi-Wan sich auf den Weg zu einem Spaziergang um den See, sie hatten versprochen zum Mittagessen um 13:00 Uhr zurück zu sein, um noch alles mit Padme besprechen zu können.
Die ersten Meter verliefen schweigend, beide gingen Hand in Hand einfach nebeneinander her, genossen die Nähe zu einander. „Es tut mir Leid, dass ich nicht sofort mit dir gesprochen habe, Ani. Ich hatte nur so eine Angst, dich dann wirklich zu verlieren.“ „Obi-Wan, du musst dich nicht mehr entschuldigen, das hast du gestern Abend schon genug getan. Nur erklär mir bitte warum du so eine Angst hast mich zu verlieren. Vor allem an jemand anderen. Ist es nicht deutlich, dass ich dich über alles liebe Obi?“ „Ich frag mich nur immer wieder warum. Du könntest jeden haben und hast dich für mich entschieden. Ich hab doch gar nichts an mir, was dich so sehr an mich binden könnte und Padme...“ „Du bist also tatsächlich eifersüchtig auf Padme.“ stellte Anakin mit einem Grinsen fest, während Obi-Wan das Gefühl hatte, er sähe aus wie eine Tomate und auf seine Füße starrte. Als keine Antwort kam fuhr Anakin fort „Ich habe es dir schon gestern gesagt, du bist du und damit schon Grund genug, warum ich dich liebe und niemanden sonst. Padme und ich sind gute Freunde mehr nicht Liebling, du musst dir keine Sorgen machen. Für niemanden in diesem Universum würde ich dich verlassen. Ich liebe dich und zwar nur dich.“ Obi-Wan antwortete darauf nicht mehr, sie liefen wieder schweigend neben einander her. Es war aber keine unangenehme Stille, es war eine beruhigende. Sie genossen die Nähe zueinander. Sie kamen an einem kleinen Strand vorbei, als Obi-Wan plötzlich stehen blieb. Anakin der gedankenverloren auf ihre ineinander verflochtenen Hände geschaut hatte, blickte nun auf, direkt in Obi-Wans Gesicht. Dieser lächelte ihn zärtlich an, beugte sich nach vorne, stellte sich dabei auf die Zehenspitze – war Anakin doch ein Stück größer als er – und küsste ihn zärtlich. „Lass uns ein wenig an den Strand setzten, was meinst du Liebes?“ flüsterte er ihm zu. Anakin lächelte breit und nickte, ja dass war eine gute Idee.
So liefen sie Hand in Hand das letzte Stück zum Strand und ließen sich in den weichen Sand nieder. „Das du dich überhaupt nicht beschwerst im Sand zu sitzen Ani.“ stellte Obi-Wan amüsiert fest. „Das ist anders. Der Sand ist weicher, nicht so grob. Außerdem habe ich noch eine ganz besondere Person neben mir sitzen.“ Anakin und Obi-Wan lächelten sich an, bis Anakin es sich mit seinem Kopf auf Obi-Wans Schoss bequem machte. So saßen sie noch eine Stunde am Strand redeten über Kleinigkeiten, tauschten Liebesbekundungen aus und kuschelten miteinander. Die meiste Zeit, streichelte Obi-Wan Anakin durchs Haar. Nach einer Stunde machten sich die Beiden auf den Weg zu Padmes Haus. Dort klärten sie den Rest und verabschiedeten sich herzlich von Padme.
Die nächsten Wochen verliefen ruhig für die beiden Verliebten, nach zwei Wochen war ihre diplomatische Aufgabe auf Naboo erledigt. Es überraschte sie beide, als der Jedi Rat fragte, ob sie nicht länger dort bleiben wollten, so etwas wie Urlaub hatte Mace gemurmelt. Sie hatten sich nicht beschwert und genossen noch zwei weitere Wochen Zweisamkeit, sie redeten viel und hatten nun einige Regeln – wenn man es so nennen wollte – aufgestellt, die helfen sollten ihre Kommunikation untereinander zu verbessern. Aber sie redeten nicht nur, sie kuschelten auch viel und gingen immer wieder spazieren, meistens zu dem kleinem Strand in der Nähe von Padmes Haus. Nach den zwei Wochen ging es erst mal zurück nach Coruscant, es gab neue Missionen, die Sith mussten immer noch besiegt werden.
Das Ganze war jetzt drei Jahre her.
Obi-Wan und Anakin sitzen auch heute am kleinen Strand auf Naboo. Mittlerweile wohnen auch die beiden auf dem Planeten, sind sogar verheiratet. Sie würden sich heute mit Padme, ihrem Mann und ihrer Tochter treffen, die kleine Leia hat heute ihren zweiten Geburtstag. Aber noch sitzen sie zu zweit am Strand, glücklich. Der Krieg ist mittlerweile seit zwei Jahren beendet. Anakin hatte Darth Sidious getötet. Die beiden sind immer noch Jedi, Obi-Wan trainierte Schüler vor allem im Meditieren und Anakin trainierte im Fliegen. Er bastelt auch immer noch an Droiden. Das würde er wohl auch nie aufgeben. Nach dem Krieg stand es den Jedi zu ihren eigenen Lebensort zu wählen, behielten aber ihre Räume im Tempel, falls sie mal wieder länger dort hin müssen.
„Onkel Obi, Onkel Ani“ rennt ein kleiner Wirbelwind auf sie zu. Die beiden lösen sich voneinander und lösen sich auch von der Erinnerung in der sie schwelgten. Sofort war Leia auf Anakins Schoss gelandet. „Happy Birthday, Kleine.“ sagten die beiden parallel. Kurz danach sind auch Padme und ihr Ehemann Pablo bei ihnen angekommen, lächelnd blicken sie auf das Bild vor ihnen. Sie setzen sich zu ihnen und genießen den Tag. Es gibt allerdings noch was Wichtiges zu besprechen. Obi-Wan und Anakin hatten Padme erzählt, dass sie darüber nachdachten, ein Kind zu adoptieren oder eine Leihmutter hinzuholen. Padme hat anschließend lange mit ihrem Mann geredet, sie wollte ihren beiden Freunden den Gefallen tun und Pablo war einverstanden damit, das will Padme den Beiden nun mitteilen. Sobald die Kleine eingeschlafen ist – sie braucht den Mittagsschlaf einfach noch – reden die beiden Paare über das Thema. Und schließlich einigen sie sich darauf, dass Padme die Leihmutter werden soll. Sie wollen nicht festlegen, wer der Vater ist. Sie wissen nur auch noch nicht, dass sie in einem Jahr nicht nur ein Kind haben werden, sondern mit Zwillingen an diesem kleinen Strand sitzen würden. Mit Luke und Ben. Was sie schon wissen ist, dass sie sich auf ihre Zukunft freuen, dass sie tolle Freunde haben und dass sie für immer für einander da sein würden. Und das Wichtigste, dass sie über alles reden können.
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