1. Autofahrt

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Levin:
Alles was ich jemals wollte war es von zuhause wegzukommen.

Zuhause.

Unter diesem Wort verstehen  die meisten den Ort, wo sie geboren sind. Doch ich bin nicht wie die meisten.

Eigentlich bin ich alles andere.

Seitdem ich denken kann, will ich weg. Weg von dem Ort, den ich seit meiner Geburt selten verlassen habe.
Das erste Mal kam ich als kleines Kind auf  den Geschmack, während meines ersten Urlaubes mit meiner Familie. Schon da wurde mir klar, dass die Welt nicht nur aus unserem kleinen Grundstück am Stadtrand besteht. Später störte mich nicht nur die Umgebung, sondern auch ihre Bewohner.

Meine Mentalität war immer eine andere. Zumindest anders als ihre.

Ich kann nicht behaupten oft in meinem Leben bewusste Entscheidungen getroffen zu haben. Wenn ich versuchte Ziele zu erreichen, tat ich es meistens nicht meiner Begeisterung wegen, sondern weil meine Gesellschaft es so vorschrieb.
Meine Eltern wollten ihr fürs Lesen begeisterte Kind aufs Gymnasium schicken, ich tat es.
Es wurde mit 17 Jahren von mir erwartet den Führerschein zu machen, ich tat es.
So ließ ich mein ganzes Leben von Meinungen und Einflüssen anderer bestimmen.

Vielleicht aber nicht bei dieser Entscheidung...

06:31

Erstes Licht am Horizont vertrieb die Dunkelheit von der Straße. Die Autobahn war, wie von mir erwartet, bis auf wenige Lastwagen leer. Es war früh. Normalerweise nicht die Zeit des Tages, an der ich gut gelaunt bin. Doch ich mochte dieses Gefühl: über die fast leere Straße in den Morgengrauen zu fahren.

In mein neues Leben.

Wien, 310km

Einige Meter hinter dem Schild beschloss ich anzuhalten, um eine Pause zu machen. Ich atmete tief durch. 

310km entfernt lag mein neuer Lebensabschnitt.

Und doch schmeckte die frische Luft,  welche hereinbrach als ich das Fenster öffnete, nach dieser Stadt. Sie rief nach mir.
Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, die Entscheidung in Wien zu studieren, allein getroffen zu haben. Es wurde nämlich von mir erwartet als guter Schüler mit Gymnasiumabschluss studieren zu gehen. Natürlich tat ich es. Nicht weil meine Eltern darauf bestanden, sondern weil es sich richtig anfühlte.

Es fühlte sich das erste Mal in meinen 20 Jahren Leben verdammt noch mal richtig an.

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Das  war das 1. Kapitel. Da es meine erste Geschichte ist und ich mir sehr viel Mühe gebe, würde ich mich über ein Feedback und konstruktive Kritik freuen. :)
Ich lade regelmäßig neue Kapitel hoch, viel Spaß weiterhin! :)
Nachtleben

ReflectionsWhere stories live. Discover now