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"Lukas, er hat doch gesagt, du musst das nicht machen." Ich seufze leise und lasse mich auf die Matratze fallen, die in dem sonst noch leeren Zimmer liegt, während ich meinen Blick nicht von ihm abwende. Doch er sieht mich nur an und zieht die Augenbrauen hoch.

"Ich will ihm nichts schuldig bleiben. Charlie lässt mich bei sich wohnen und da... da ist das das Mindeste, was ich tun kann..." Ich seufze leise und fahre mir durch die Haare. Sehe Lukas an und weiß, jedes meiner Worte ist zwecklos. Er wird es tun, wird für Charlie ticken und wer weiß, wo es ihn enden lässt. 

"Du weißt, wie es bei mir geendet hat... Ich will nich-" Er lacht kurz auf und sieht mich amüsiert an. 

"May, no front. Aber glaubst du nicht, dass es da einen feinen Unterschied gibt." Ich schlucke, weiß, dass er Recht hat. Doch will es am Liebsten nicht wissen. Lukas seufzt leise und sieht mich einige Sekunden lang an, ehe er tief durchatmet.

"Mach bitte keinen Scheiß, May. Ich... - Pass auf dich auf, kay?" Ich nicke und zwinge mir ein Lächeln auf.

"Du wirst mir fehlen... Die letzten Wochen... Es war..." So anders. Nie habe ich mich ihm so nah gefühlt. Nie hatte ich das Gefühl, dass wir so gute Freunde wären. Doch während er bei mir gewohnt hat, haben wir - logischerweise - so viel Zeit miteinander verbracht. Wir haben gelacht, getrunken und waren high. Haben geredet, geträumt. Und geweint, irgendwie. 

"Du tust ja so, als würde ich auswandern..." Ein Seufzen kommt über Lukas' Lippen und ich zucke mit den Schultern, nicht wissend, was ich darauf jetzt sagen sollte. Ich werfe einen kurzen Blick auf mein Handy und stehe auf.

"Wir sehen uns dann wohl am Montag in der Schule..."

"Hast du Toms Party morgen vergessen?", fragt er scherzend und wackelt amüsiert mit den Augenbrauen. Oh... Ich beiße mir auf die Lippen und zucke mit den Schultern.

"Dann wohl morgen Abend", verbessere ich mich und er nickt, zieht mich in eine kurze Umarmung und klopft mir aufmunternd auf die Schulter. 

"Wir sehen uns doch eh gefühlt jeden Tag..." Trotzdem. Ich würde gerne so viele Worte sagen, doch tue es nicht. Schweige lieber. Ich gehe aus dem Zimmer und treffe im Flur auf Charlie, der mich mit hochgezogener Augenbraue ansieht und an die Tür hinter sich gelehnt ist. Die Stimmung zwischen uns ist... seltsam. Natürlich.

"Ich pass schon auf ihn auf." Er fährt sich durch die Haare und lacht amüsiert auf, doch wird schneller wieder Ernst, als mir lieb ist. 

"Wie läuft's bei dir... und Emir?" Er sieht aus, als hätte er in eine Zitrone gebissen. Und ich verstehe es, natürlich tue ich das. Ich beiße mir auf die Lippe und zucke mit den Schultern. 

"Gut... denke ich", murmele ich leise. Ich spüre seinen Blick auf mir, vermute, dass er gerne so viel sagen würde. Doch er tut es nicht. 

Wir verabschieden uns und ich verlasse die Wohnung, in der ich mich einst zuhause fühlte, doch jetzt fühle ich mich so fremd. 

***

Morgen Abend kam schneller, als ich erwartet hätte und so sitze ich in dem mir bereits bekannten Wohnzimmer. Ich nippe an meinem Glas und schaue in die Runde, sehe Lukas, der sich breit grinsend mit Phil unterhält. Es bringt mich zum Lächeln, ihn so unbeschwert zu sehen. Ohne den Einfluss von Jannik.

Ich glaube, dass er niemandem gut getan hat. Zumindest würde mir niemand einfallen. Ich habe schon einige Shots intus - neben all den anderen Getränken, die wir geleert haben. Ich schaue auf mein Handy, würde mir wünschen, dass mir Emir schreibt. Doch ich bekomme keine Nachricht. Und eigentlich sollte ich mich nicht wundern, aber ich tue es. Wir haben uns gestritten. Wie schon öfters in letzter Zeit. Immer wieder stellt er mir dieselbe Frage. Will wissen, wieso ich mir so viele Gedanken über Jannik mache. Er unterstellt mir, dass ich noch Gefühle für ihn hätte.

Side Character || Buch 3Stories to obsess over. Discover now