Handy

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Ich saß in meinem Auto, so wie jeden Tag nach der Arbeit. Der Verkehr war recht flüssig, besser als sonst. Auf einmal Überholte mich ein Auto von rechts auf der Autobahn mit knapp 150 km/h. Von meiner linken zog ein weiteres Auto vorbei und wollte auf die mittlere Spur wechseln. Dieser hatte auch ca. 150 km/h drauf. Ich sah noch wie die zwei ineinander fuhren, es einen lauten Knall. Das blaue Fahrzeug, dass von links kam drehte sich einmal. Das rote Auto von rechts fuhr dem Fahrer genau in die Fahrertür hinein.  Ich konnte nur bremsen. Ich ging so in die Eisen, wie noch nie zuvor in meinem Leben. Als ich wieder zu mir kam, sah ich zuerst einmal nur schwarz. Außerdem hörte ich ein lautes rauschend und Fipsen. Nach und nach konnte ich immer besser den weißen Rauch vor mir sehen, der aus meiner Motorhabe kam. Spüren konnte ich kaum was, außer meinen Schädel, der extrem pochte. Ich fasste mir an die Stirn und fühlte etwas Warmes flüssiges an meiner Hand. Als drauf blickte sah ich Blut. Dunkel rotes Blut. Ich hatte Angst. Panische Angst. Ich dachte ich sterbe. Ich konnte mich immer noch nicht bewegen. Es war furchtbar, als sei es meine eigene Hölle. Ich hatte schon immer Angst vor Autounfällen und nun, nun ist es geschehen. Was habe ich nur getan das mir das passiert. Was nur? Ich hätte heute nicht früher freimachen dürfen. Dann wäre ich nie in so ein Schlamassel geraden.
Als ich mich etwas beruhig hatte, konnte ich auch nach und nach mehr meinen Körper spüren. Ich stand eindeutig unter Schock. Ich hörte auf einmal Geschrei. Es klag ängstlich und panisch. Wie von einem Kind. Es klang schlimm. Das machte meine Situation nicht gerade besser. Als ich mich dann langsam befreien konnte, merke ich wie wenig Zeit vergangen sein musste. Es waren noch keine Rettungskräfte da, geschweige denn die Polizei. Einige Autos zogen noch an uns vorbei und ich sah wie die Fahrer das Geschehen filmten. Ich fühlte mich entblößt. Die ersten Atemzüge die ich machte taten gut, sehr gut. Umso mehr ich von der Luft einatmete, desto mehr konnte ich mich beruhigen. Dass ich hier auf dieser Straße stehe, mitten auf der Autobahn, kommt mich so unwirklich vor, wie in einem schlechten Action Film. Ich ging langsam zu dem blauen Auto. Das Geschrei wurde immer lauter. Als ich auf den Rücksitz blickte saß da das schreiende Kind. Es schien ihm aber gut zu gehen. Das sah bei der Fahrerin anders aus. Alles war voller Blut. Es war ein reinstes Massaker. Ich konnte nicht sehen ob sie noch atmete, geschweige denn noch lebte. Ich ging um das Auto herum, um nach dem roten Auto zu sehen. Als ich dort ankam sah es nicht viel besser aus, als bei dem blauen Fahrzeug. Es sah so aus, als ob der Fahrer noch atmete. Umso näher ich dem Fahrzeug kam, desto laute wurde sein Atem. Langsames, gequältes Atmen. Es war nicht schön mit anzusehen. Ich gucke an seinem Körper hinunter und sah ein Handy in seiner fast leblosen Hand. Umso mehr ich das Blut sah und umso mehr wurde mir bewusste, was hier gerade passiert ist und umso schlechter ging es mir. Ich hörte aus der Ferne noch das Martinshorn, dass immer näherkam, bis meine Beine wegsackte und mir wieder schwarz vor Augen wurde.

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⏰ Last updated: Sep 30, 2020 ⏰

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