" Jo, Dillan!", rief Jeremia mich. Er saß an seinem einfachen Holzschreibtisch in der Lagerhalle und winkte mir zu, als ich schon fast mein Rad erreicht hatte. Die große Halle, in der sich sowohl de Bürotische, als auch die Regale mit den bereits abgegebenen Paketen befanden, war kalt und mein Atem warf kleine Wölkchen.
Ich drehte mich zu meinem Kollegen um. " Was gibt es?".
" Du bist spät dran, oder? Tut mir leid, ich will dich nicht aufhalten, aber es fehlen noch ein paar Lieferadressen von letzter Woche.", erinnerte er mich. Ich sah ihm an, dass es ihm Leid tat, mich ausgerechnet jetzt daran zu erinnern, aber er hatte ja recht.
Ein leises Seufzen entwich mir und ich nahm den Helm vom Lenkrad. Während ich ihn bereits aufsetzte, sagte ich zu ihm gewandt: " Ich trage sie später nach, wenn ich wieder hier bin.".
" Okay, bitte denk daran.". Jeremia ließ seinen Blick wieder auf die Dokumente vor sich schweifen und ließ seine Hand durch seine schwarzen Locken fahren. " Du bekommst Ärger vom Chef, wenn er das alles Prüft und deine Adresse schon wieder fehlen. Sieh mich an, ich sitze diese Woche am Schreibtisch und muss alles selber noch mal Prüfen, weil er mich nicht so gut leiden kann wie dich".
" Du hast aber eine komplette Adresse verloren und nicht einfach vergessen, sie aufzuschreiben. Das ist schon ein Unterschied.", lachte ich. Ich schloss meine Handschuhe noch ein mal neu.
Jeremia ging nicht mehr darauf ein und kritzelte irgendwas auf dem Dokument herum. " Sehen wir uns eigentlich später noch?", fragte er, als ich mein Fahrrad bereits richtung Ausgang bewegte.
" Ich weiß nicht, vielleicht.". Ich verabschiedete mich von ihm und schloss die Metaltür hinter mir, damit nicht zu viel von der kalten Luft in die Halle kam.
Ich setzte mich schon mal auf den Sattel, zog mein kleines Notizbuch aus meiner Jackentasche und ging die Adressen und Lieferungen durch, die ich heute machen musste. Heute war der erste Dezember, der erste Tag meines letzten Dauerauftrags diesen Jahres. Die Firma hatte einen Dauerauftrag von einer Leiferung täglich bekommen. Von einer Privatadresse zur Anderen, flexibele Lieferzeiten und keine festen Gewichtsangaben für die Pakete. Bezahlt war schon.
Ich hatte extra Fahrten getauscht, um jeden Tag bis Weihnachten fahren zu können und der Auftrag war mir gerade recht gekommen. Danach hätte ich genug Geld zusammen, um über die Feiertage und Neujahr zu kommen und am vierten Januar würde ich wieder mit der Arbeit beginnen.
" Okay.", sagte ich zu mir selber und tippte zwei mal mit dem Finger auf die erste Adresse für heute. Das Wetter war noch ganz gut, der Wind peitschte nicht so we letzte Woche und laut Wetterbericht sollte es auch erst mal so bleiben.
Die dritte Adresse auf meiner Liste heute war die des Auftraggebers für den Dauerauftrag. Es war eine große Wohnung im sechsten Stock, mitten in einem der besseren Viertel der Innenstadt. Hier kannte ich mich aus, wie in meiner Westentasche... wenn ich eine hätte.
Die meisten Aufträge kamen von Firmen und Privatadressen hier in der Nähe. Und da ich diesen Job schon machte, seit ich siebzehn war, kannte ich den gesamen Innenstadtbereich beinahe auswendig. Dennoch hatte ich meistens noch zusätzlich das Navi meines Handies eingeschaltet, falls Staus oder Baustellen aufkamen.
Ich hielt vor dem modernen Gebäude und sah noch mal nach dem Nachnamen, bevor ich abstieg und am entsprechenden Türschild klingelte.
" Hallo?", meldete sich eine männliche Stimme durch die Freisprechanlage.
Ich räusperte mich " Mr. Perez? Ich bin von Saint Couriers & co.KG. Sie haben einen Dauerauftrag bei uns aufgegeben?".
" Ah ja, super, dass Sie schon hier sind. Kommen Sie kurz hoch?".
ŞİMDİ OKUDUĞUN
24 PRESENTS ~ And The Last One Is Me
Kısa HikayeDillan ist ein Kurier und hoch motiviert bis Weihnachten zu arbeiten, um sich dann endlich eine wohlverdiente Pause zu gönnen. Chris' Familie hat eine etwas spezielle Art sich gegenseitig Weihnachtsgeschenke zu schenken, und dieses Jahr hat Chris'...
