Montag,
20.07.20 - spät am Abend.
Vllt auch schon nach 12
Nö.
Einfach nur nö.
Was soll ich denn sagen - außer nö.
Falls ich überhaupt was sage.
Nö.
Dienstag,
21.07.20
17.32 Uhr
Welch durchschlagender Erfolg!
Nach etwa drei Tagen gelang es mir endlich, die Wäsche aus der Maschine zu holen und sie aufzuhängen - irgendwann letzte Nacht gegen zwei, drei.
Hat sogar noch gereicht, die Bettwäsche, die etwa ein, zwei Tage auf dem Boden rumlag, direkt im Anschluss in die Maschine zu feuern.
Die hab ich vorhin aufgehängt.
Leider muss n Taschentuch an der Fahrt teilgenommen haben.
Weiße Fussel überall.
Hab sie nachlässig abgestreift und abgeschüttelt.
Das, was ab ging, liegt jetzt auf dem Boden.
Erinnert mich ein wenig an die kleinen Daunenfederhäufchen, die man unweit der Stellen findet, an der ein Vogel zu Tode kam.
Es wäre wohl ein leichtes, den Staubsauger zu nehmen, und wenigstens dieses Häufchen zu entfernen.
Isses
Aaaaaber
Nich.
Stattdessen latsche ich mit nackten Füßen immer mal wieder drüber, weil es mir nicht die Mühe wert ist, einen Ausfallschritt zu machen.
Das Häufchen verteilt sich somit peu a peu in der ganzen Wohnung.
Zum Teil schleppe ich es mit in das frisch bezogene Bett.
Ironie des Schicksals, möchte man meinen - ich schicke also die dreckige Bettwäsche in die Maschine, hole sie vollgefusselt raus, entfussle sie teilweise und schleppe die Fussel ins frisch bezogene Bett.
Ich dachte ja, dass ein frisch bezogenes Bett vielleicht einen positiven Effekt auf meine Stimmung haben könnte.
Ein gewisser, auf Zauberstäbe spezialisierter Einzelhandelskaufmann würde an dieser Stelle wohl sagen: "Offenbar ein Irrtum.", oder: "Oh nein, ein überdeutliches NEIN."
Ich persönlich tendiere ja eher zu einem unterdeutlichen "...nö...".
Beklagenswerterweise ist das kleine Baumwollsäckchen, in welches ich die Waschnüsse stopfe, nach wie vor verschollen.
Ich denke, es möchte wohl entschwunden bleiben.
Aber wenigstens habe ich jetzt den Dreh mit dem Obstnetz raus.
Ich musste drei Waschgänge machen, die damit endeten, dass sich die verknoteten Kordeln öffneten, (und die Waschnüsse machten Party....) um es zu lernen...
Bestimmt ziehe ich irgendwann mal eine aus ner Hosentasche.
Jetzt pfeife ich auf die Kordeln und Knote den Beutel einfach so zu!
Diesen wissenschaftlich äußerst bahnbrechenden Erfolg sollte ich dringend sämtlichen Universitäten im Umkreis melden - aber: Nö.
...
Manchmal wünschte ich, ich könnte die vielen Tabs in meinem Kopf einfach peu a peu schließen.
Im Moment kann ich aber nicht einmal sagen, wie viele offen sind.
Zwei?
Fünf?
Zehn?
Fünfzig?
Das einzige, was ich weiß, ist, dass sie sich allesamt aufgehängt haben. Egal, was ich anwählen sollte - im besten Fall wird mir eine halb geladene Seite und ein Ladekringel angezeigt.
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HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!
SIE SIND DER 1.000.000 NEGATIVE GEDANKE!
Schreiben sie ihre Adresse in das unten stehende Dialogfeld, damit wir ihnen einen Sack voll Scheiße und einen Handkantenschlag aufs Nasenbein zukommen lassen können.
Herzlichst,
Ihr
Dr. Is Epen-So
Feel-Blue-Inc.
Rezidive Straße drölf
626362 Fickmichtot
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Es ist ja schon traurig.
Es gäbe durchaus spannenderes zu berichten, als mein Versagen in Sachen Haushalt.
Oder meine kleinen Erfolge.
Tz.
Erfolge.
Auf dem Küchenboden drängen sich ein Häufchen Blumenerde und Zwiebelschalen um die Vorherrschaft, dreckiges Geschirr stapelt sich... letzteres war schon schlimmer, erstere habe ich vorgestern mit dem Besen in eine Ecke geschoben, direkt vor dem Kühlschrank war mir das doch etwas im Weg.
Ich würde ja über zwischenmenschliche Ereignisse berichten.
Aber ich habe absolut keine Lust mich damit auseinander zu setzen.
Ja, da scheint gerade auch einiges zusammen zu brechen.
Und ich kann gerade nichts daran ändern.
Außer mit der Kippe zwischen den Fingern zuschauen, wie das Gebäude unter mir und um mich herum kollabiert - nur um am Ende damit in die Fluten zu stürzen.
Ha.
An was erinnert mich das.

Eine Kippe.
Das klingt sinvoll.
Vielleicht kriege ich mich danach dazu, die Dusche aufzusuchen und was vernünftiges anzuziehen.
Nicht, dass ich darin große Hoffnung sehe.
Aber vielleicht kriege ich ja noch minimal was hin.
Fürs erste bin ich hier raus.
18.31 - Logout
23.30 Uhr
Das mit der Kippe hat funktioniert. Hab sogar einige Wiederholungen hin gekriegt. Chapeau!
Das mit dem Duschen ist bis jetzt nichts geworden. Vielleicht vor dem Schlafen. Vielleicht morgen früh bevor ich los muss. Falls ich es schaffe das Haus zu verlassen. Da die Alternative jedoch ein erneuter Besuch beim Arzt wäre, werde ich wohl in den sauren Apfel beißen müssen.
A propos beißen.
Ich habe mich aufgerafft, um Essen zu machen.
Gedrehte Nudeln, Blattspinat mit Sojasahne, angebratene Zwiebeln, Knoblauch und Tofustreifen.
Hab mir sogar ein bisschen Mühe gegeben.
Jetzt steht alles im Topf da, und ich verließ die Küche und dachte "...whatever...". Heißt dann wohl, Essen is heute nich.
Aber wenn ich es hinkriege das Zeug in ner Dose im Kühlschrank verschwinden zu lassen, kann ich morgen davon essen.
Oder heute Nacht um drei, wenn ich wieder wach werde.
Falls ich bis dahin schlafe.
Fuck.
Ich bin echt am Arsch.
Was hab ich noch gemacht.
Terraria gezockt. Im whatsapp rum gehangen. Geschrieben mit F., mit J., mit L..
Nur nicht mit M.
Ich sagte, ich weiß nicht was ich tun soll. Was ich sagen soll.
Die Antwort: dito.
Seither Schweigen.
Vermissen
Ratlosigkeit
Einsamkeit
Leere
Ich habe das Bedürfnis, mich zurück zu ziehen.
Sehr weit zurück zu ziehen.
Meine Wohnung zu kündigen und im letzten Winkel eines Gartens eine Hütte zu bauen.
Und um die Hütte herum Rosen. Auch andere Blumen, sicher, vielleicht auch Gemüse.
Aber vor allem Blumen.
Und die Rosen sollen meine Mauer sein - eine Freude für die Augen, vielleicht auch für sensible Nasen... aber komm nicht zu nahe. Durchbrich nicht den Kreis, versuch nicht zur Mitte vor zu dringen.
Du würdest dir weh tun, je tiefer du vordringst.
Die meisten Schmerzen sind im Zentrum.
Dir tun die Rosen weh?
Sei nicht so naiv.
Sie tun dir weh, um dich von dem fern zu halten, was dir am meisten weh tun könnte.
Sie schützen uns beide.
Ich glaube, ich möchte dort sterben.
Nicht, dass ich mich umbringen wollte.
Dazu fehlt mir der Schneid. (HA! Der war gut.)
Aber... einfach in diesem unerreichbaren Zentrum sitzen.
Um mich herum - nichts als Blumen.
Insekten.
Vögel.
Kleine Eidechsen.
Alles, nur keine Menschen.
Einfach dasitzen, und zu wissen - es ist jetzt genug.
Ich bin losgeschnitten. Sie sind alle weg.
Niemand wird es mit bekommen.
Niemandem wird es auffallen.
Und dann lehne ich mich zurück.
Vielleicht ist es die Sonne, die mich wärmt.
Vielleicht ist es der Mond, der mich fühlen lässt.
Eins von beidem wird da sein, und ich - wo bin ich? Ich sitze immernoch da. Und werde nicht mehr damit aufhören.
Weil ich aufgehört habe.
Mit allem.
Einfach so.
Ich glaube, ich esse jetzt ein bisschen von meinen Nudeln.
Logout 00:30
03:27
Zocken, YouTube... ich hätte längst ins Bett sollen.
Das wird ätzend, wenn morgen (...äh...) um sechs der Wecker klingelt.
Aber hey.
Ich hab Skeletron besiegt.
Yayyyyy.
Das werd ich meinen Enkeln erzählen!
Ich bin zum Kotzen.
Logout 03.31
